Kritik der Umweltschützer an Bauprojekten beim Rewe-Kreisel

Autor: 
Klaus Körnich
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14. November 2017

Natur- und Umweltschutzorganisationen haben den Bebauungsplan »Kreisverkehr Hauptstraße, Areal Nord-Ost« in Kehl kritisiert. Beim Rewe-Kreisel sind ein Neubau des Supermarktes und ein Wohngebiet geplant. Im Gemeinderat ging es am Dienstag um die eingegangenen Stellungnahmen der Öffentlichkeit zu dem Plan.
 

Im Rahmen der Offenlage des Bebauungsplans »Kreisverkehr Hauptstraße, Areal Nord-Ost«, sind auch Stellungnahmen von Natur- und Umweltschutz-Organisationen eingegangen.

Das meint das BUND-Umweltzentrum

So kritisiert das BUND-Umweltzentrum Ortenau: »Durch die massive Bebauung links und rechts der Vogesenallee wird eine Frischluftschneise für die Kehler Innenstadt versperrt. Eine ehemalige Kehler Stadtplanerin  (gemeint ist Sigrun Lang, spätere OB von Baden-Baden, Anm. d. Red.) hatte davor gewarnt, die Grüngürtel längs der Vogesenallee vollständig zuzubauen, damit die Stadt weiter von dem ›Kinzigtäler‹, einem kühlen Abendwind aus dem Schwarzwald, profitieren könne«, schreibt das

BUND-Umweltzentrum Ortenau. Gerade in Zeiten des Klimawandels werde eine solche Frischluftversorgung immer wichtiger. Der Effekt verstärke sich durch den Wegfall von Bäumen und Hecken. Deshalb sei die »Bebauung in dem Umfang« für die Bürger der Stadt »nachteilig«.

Die Verwaltung verweist in ihrer Stellungnahme zunächst auf einen Fachbeitrag. Dort steht: »Für den Umweltbelang Klima sind keine bedeutsamen Veränderungen zu erwarten, jedoch hat die Bebauung der Fläche Auswirkungen auf die kleinklimatische Situation.« »Eine Minderung des Konflikts« (Bebauung einer Grünfläche und Beseitigung von Gehölzen) stelle jedoch der »teilweise Erhalt von Bäumen entlang der Hauptstraße sowie die Schaffung von Grünflächen, zum Beispiel im Bereich des Lärmschutzwalls und die geplanten Gehölzpflanzungen im Gebiet, dar«.

Die Kehler Stadtverwaltung schreibt, dass »eine Nachverdichtung im Innenbereich mit einer zusätzlichen Beeinträchtigung des lokalen Klimas, zum Beispiel durch Wärmebelastung, einhergehen« kann. Da der Bau des zentral gelegenen Rewe die Nahversorgung für die Kehler Bürger sichere, trage das Projekt »zur Reduzierung von Immissionen durch lange Verkehrswege und damit zum Klimaschutz bei«.

Das meint der Nabu

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Kritik kommt auch von Gérard Mercier, Vorsitzender des Naturschutzbunds Kehl: »Aufgrund ihrer hohen naturschutzfachlichen Bedeutung sind Alleen an öffentlichen oder privaten Verkehrsflächen und Wirtschaftswegen gesetzlich geschützt.« Die Beseitigung von Alleen sei laut Naturschutzgesetz verboten.

Die Stadtverwaltung weist diese Bedenken zurück: Nach Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde (beim Landratsamt, Anm. d. Red.) gelte der gesetzliche Schutz der Alleen »nur im Außenbereich«. Das Bauprojekt und der betroffene Gehölzbestand befinden sich jedoch den Aussagen zufolge im Innenbereich. 

Mercier verweist darauf, dass die Stadt Kehl in den vergangenen zwei Jahren wegen Baugebiete besonders viele Bäume gefällt habe. Der Nabu teilt abschließend mit: »Wir werden uns dafür einsetzen, dass die jetzige Situation erhalten wird und geschützt bleibt.«

Ziele des Plans

Ziel des Bebauungsplans ist laut Stadtverwaltung die Sicherung der Nahversorgung auf Grundlage des Einzelhandelskonzepts der Stadt. Zudem soll es Angebote für eine verdichtete Wohnbebauung geben. Der bisherige Supermarkt hat eine Verkaufsfläche von fast 1000 Quadratmetern (dazu kommt ein Getränkemarkt mit 440 Quadratmetern), der künftige Einkaufsmarkt soll mehr als 1800 Quadratmeter haben (inkl. eines kleinen Backshops).  Der neue Markt soll auf der anderen Seite des Kreisels – gegenüber seinem jetzigen Standort – gebaut werden. Im näheren Umfeld des Rewe-Kreisel sind zudem drei Wohnbauprojekte geplant.

Gutachter Donato Acocella (Büro für Stadt- und Regionalentwicklung) erwartet  für den neuen Rewe-Markt einen Umsatz von rund 8 Millionen Euro.

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