Arbeitskreis Radverkehr Kehl

Kritische Stellen für Radfahrer in Kehl unter der Lupe

Autor: 
red/mmü
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24. Oktober 2021
Stadtberadelung des Arbeitskreises Radverkehr: Teilnehmer der Beradelung bei der neuen Einbahnstraße in der Pfarrgasse

(Bild 1/2) Stadtberadelung des Arbeitskreises Radverkehr: Teilnehmer der Beradelung bei der neuen Einbahnstraße in der Pfarrgasse ©Stadt Kehl

Mitglieder des Arbeitskreis Radverkehr und Experten der Kehler Stadtverwaltung nahmen jüngst bei einer Stadtberadelung für Radfahrer kritische Punkte im Stadtgebiet unter die Lupe.

Den Radverkehr attraktiver zu machen, indem man Gefahrenstellen und Barrieren identifiziert und beseitigt und das Radwegnetz ausbaut, war auch dieses Jahr das Ziel der Stadtberadelung, zu der der Arbeitskreis Radverkehr eingeladen hatte. Eine zwölfköpfige Gruppe machte sich auf, um die Fortschritte und Herausforderungen für Radfahrer im Stadtgebiet vor Ort zu diskutieren.

Radschutzstreifen angelegt

Tiefbau-Chef Hans-Jürgen Schneider stellte den Teilnehmern die städtischen Maßnahmen vor. Die Stadt hat bereits einige Radschutzstreifen angelegt – etwa in der Hauptstraße. Diese sollen in Verbindung mit den Abschnitten der Tempo-30-Zonen eine durchgängige fahrradsichere Strecke von Sundheim bis in die Innenstadt gewährleisten. Diese Zonen könnten in der nächsten Etappe des Lärmaktionsplans vom Gemeinderat beschlossen werden, erläuterte Schneider.

Marode Brücke wird ersetzt

Nächste Station: die Pfarrgasse, die inzwischen Einbahnstraße und für Autos von der Kinzigallee kommend nicht mehr befahrbar ist. Radfahrer hingegen dürfen sie in beide Richtungen befahren. In nächster Nähe zur Pfarrgasse führt eine kleine Geh- und Radwegbrücke über den Riedgraben. Diese ist baufällig und soll bald durch eine Brücke mit höherer Tragkraft ersetzt werden, die auch von Räum- und Streufahrzeugen des Betriebshofs genutzt werden kann. Der Neubau soll erhöhte Geländer erhalten, um Abstürze zu verhindern, so Gerlinde Ulrich, Leiterin Verkehrswesen.

Graudenzer Straße soll fahrradfreundlicher werden

Die Graudenzer Straße soll fahrradfreundlicher werden. Auf Höhe des Verladegeländes der Firma Bürstner sollen zwei flach geneigte Rampen die Zufahrt vom Kinzigdamm auf die Graudenzer Straße erleichtern. In der Mitte der Fahrbahn soll eine Querungshilfe angelegt werden. Von dort ist es möglich die Graudenzer Straße in Richtung Hafenstraße zu passieren. In der vorherigen Dreiecksinsel der gegenüber liegenden Einmündung wird eine Fahrradfurt hergestellt, über die der noch zu planende Radweg westlich der Hafenstraße erreicht werden kann. Dieser soll über den Kreisverkehr im Hafen führen und auf Höhe Ludwigstraße enden. Ab dort können Radfahrer über Radschutzstreifen in der Hafenstraße zur Straßburger Straße und zur Tram-Brücke gelangen.

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Querungshilfe beim Ehrenfriedhof

Nächster neuralgischer Punkt: beim Ehrenfriedhof, wo der Geh- und Radweg in Verlängerung der Hirtenstraße auf die Graudenzer Straße trifft. Dort wird derzeit die Fahrbahn erweitert, um eine Querungshilfe anlegen zu können. Die steile Rampe vom Kinzigdamm zur Straße wird abgeflacht. Ein Tempolimit in der Graudenzer Straße ist laut Schneider nicht ohne weiteres umsetzbar, da die Straße dem Land gehört. Die geplante Lösung sei jedoch „eine deutliche Verbesserung zur derzeitigen Situation“, meint Gerlinde Ulrich.

Weiter südlich ist ein Abschnitt des Radwegs nach Willstätt befestigt. Außerdem wurde die Querneigung verbessert, damit sich Regenwasser nicht mehr auf dem Weg sammelt.

Der Radweg nördlich der Vogesenallee, der Neumühl mit Sundheim verbindet, führt durch einen Baumbestand. Damit Schüler und Berufspendler im Kreuzungsbereich Höhe Flugplatz in der Dämmerung besser gesehen werden, wurden Solarleuchten aufgestellt. Eine durchgehende Radwegbeleuchtung ist aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund von technischen Hemmnissen derzeit nicht sinnvoll zu realisieren. Sobald an der Stelle der geplante Radschnellweg gebaut wird, soll der ortsverbindende Radweg durchgehend beleuchtet werden. Laut Michael Görlitz vom Bereich Tiefbau prüft die Stadt derzeit in Absprache mit dem Umweltamt, ob und wie eine ortsverbindende Radwegbeleuchtung neben geschützten Waldbeständen installiert werden darf.

Brücke als Nadelöhr

Südlich des Gartens der Zwei Ufer verläuft ein Uferweg, der für Radfahrer eigentlich nicht geeignet ist, da eine alte und schmale Fußgängerbrücke ein Nadelöhr darstellt. Dies könne Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern provozieren, befürchtet Erster Beigeordneter Thomas Wuttke. Wer gemütlich im Rheinvorland spazieren fahren will oder zusammen mit Fußgängern unterwegs ist, kann sein Fahrrad gerne über die Brücke schieben. Pendler und Schnellfahrer können die ausgeschilderte Strecke über die Kronenhofsiedlung nutzen. Der schmale Brückensteg soll im Falle der Sanierung nur mit einer Breite von maximal 1,50 Meter für Fußgänger erneuert werden. Zusätzliche Markierungen und Piktogramme oder ein Verkehrsspiegel sollen diese Wegstrecke dann für die Radfahrer besser erkennbar und sicherer machen.

Stadt hofft auf Fördergelder

Auch die malerische Brücke über den Altrhein (Großherzog-Friedrich-Straße) ist marode und soll durch einen breiteren Neubau ersetzt werden – voraussichtlich 2023. Hierfür hofft die Stadt auf Fördergelder. Bénédicte Fröhlich vom ADFC äußerte die Befürchtung, der Charakter des Altrheins könne sich durch durch die neue Überquerung verändern. „Der Charakter der Brücke wird sich nicht wesentlich verändern“, widerspricht Hans-Jürgen Schneider. „Es handelt sich um eine schöne Holzkonstruktion mit vier Metern Breite.“

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