Kehl

Kunstprojekt in der Korker Kinderklinik

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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09. August 2018

Manche Kinder brauchen Unterstützung, manche nicht: die kleinen Klinikpatienten bei ihrem Kunstprojekt. ©Nina Saam

Malen hilft, etwas auszudrücken, was man nicht in Worte zu fassen vermag. Das vom Kiwanis-Club geförderte Kunstprojekt »Atelier Regenbogen« soll Kindern, die in den großen Ferien im Epilepsiezentrum sind, Abwechslung zum Klinikalltag bieten und ihre Kreativität fördern.

Die Verweildauer der kleinen Patienten in der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche der Diakonie Kork liegt oft bei mehreren Wochen. Normalerweise strukturieren die Klinikklassen den Alltag, doch in den großen Ferien machen auch die Lehrkräfte Urlaub. Deshalb wird schon seit einiger Zeit in der Kinderklinik ein Ferienprogramm angeboten, um diese Zeit zu überbrücken. 

Im Spielzimmer sind gerade sieben Kinder dabei, quadratische Leinwände mit verschiedenen Nuancen einer Farbe zu bemalen. »Alle Leinwände ergeben zusammen einen Regenbogen«, erklärt der Künstler Christophe Wehrung aus Straßburg, der das Projekt leitet. An insgesamt acht Terminen haben die Kinder regenbogenbunte Quadrate gemalt, dazu eine rote Sonne und eine blaue Wolke angefertigt, die aus bemalten und zerrissenen Papierstreifen zusammengeklebt wurden. 
Eigentlich war geplant, das Projekt in einer großen Vernissage vorzustellen – allerdings fehlen bereits wieder einige Farben des Regenbogens. »Wir haben natürlich nie dieselben Kinder hier«, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Dagmar Rahn, die das Kunstprojekt organisiert hat. »Manche werden entlassen, andere kommen neu dazu. Aber wer geht, will natürlich sein Kunstwerk mitnehmen.« Da aber alle Bilder fotografisch festgehalten wurden, soll jetzt ein Fotobuch aus dem Kunstprojekt entstehen. 

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Möglich gemacht hat das Projekt »Atelier Regenbogen« der Kiwanis-Club Offenburg, der sich die Förderung und Erhaltung des Kindeswohls auf die Fahnen geschrieben hat. Im Dezember 2017 hat die Klinik für Kinder und Jugendliche den mit 2000 Euro dotierten Max-Köhler-Preis erhalten, den die Witwe des 2015 verstorbenen Künstlers, Erika Hansen-Lorenzen, gestiftet hat. Der Kontakt kam über die Leitende Oberärztin Adelheid Wiemer-Kruel zustande.

Auf der Suche nach einer professionellen künstlerischen Begleitung wandte sich Dagmar Rahn unter anderem an die Volkshochschule in Kehl, die wiederum Christophe Wehrung ausfindig machte. »Er hat schon mehrere soziale Kunstprojekte im Straßburger Stadtteil Esplanade initiiert, außerdem hat er Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern mit Beeinträchtigungen«, sagt die Leiterin der Kehler Volkshochschule, Constanze Armbrecht, die auch selbst ab und zu vorbeischaut.  

Viele Anmeldungen
Dagmar Rahn ist begeistert davon, wie gut das Kunstprojekt angenommen wird und wie die Kinder – mit und ohne Behinderungen, vom Vorschul- bis zum Teeniealter – einträchtig nebeneinandersitzen und ihre Leinwände gestalten. »Es haben sich so viele angemeldet, dass wir Material nachordern mussten«, sagt sie. Und es gibt sogar kleine Patienten, die ihre Abreise um einen Tag verschoben haben, um noch einmal zur Malstunde kommen zu dürfen.
 

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