Bildung

Landespreise für sechs Hebelschüler

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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28. Juli 2020

Sechs Hebel-Schüler haben den diesjährigen Landespreis Werkrealschulen erhalten (von links): Emely Shalaj, Diego Ciolpan, Monja Hüber, Celia Pessonneaux und Sophie Steurer. Es fehlt Waad Alhmoud. ©Nina Saam

In diesem Jahr haben 29 Schüler den Landespreis Werkrealschulen erhalten – davon sechs aus Kehl. Die offizielle Verleihung in Stuttgart wird allerdings coronabedingt verschoben. 
 

Der Landespreis Werkrealschulen wurde bereits zum achten Mal vergeben. Auch früher war schon mal der eine oder andere Hebel-Schüler mit dabei. Doch sechs auf einen Streich, ein Fünftel aller Preisträger, das gab es noch nie. Die mit Sachpreisen verbundene Auszeichnung wird für besondere Leistungen in den Wahlpflichtfächern, aber auch für schulisches und außerschulisches Engagement vergeben. 

Ziel ist es auch, die Schüler für einen Ausbildungsberuf zu begeistern. Gerade in den Wahlpflichtfächern wird mit einem starken Praxisbezug unterrichtet. „Viele Eltern denken, dass ihre Kinder unbedingt Abitur machen müssen“, sagt Schulleiter Wolfgang Panzer. Die Folge seien oft gescheiterte Schulkarrieren, schlechte Abschlüsse und hohe Studienabbrecherquoten. „Hätten sie eine andere Richtung eingeschlagen, hätten sie es vielleicht bis in eine Leitungsfunktion gebracht“, so der erfahrene Schulleiter, der nun in den Ruhestand geht.

Die Preisträger

Preisträgerin Emely Shalaj hat früh gewusst, wohin sie will. Sie hat schon in der 7. Klasse ihr erstes Praktikum in einem Seniorenheim absolviert – und wird nun in der Einrichtung zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und danach eine Ausbildung machen. Auch in der Schule hat sie sich aus eigenem Antrieb um Menschen gekümmert, die Hilfe brauchen: An der Hebelschule wird auch eine Außenklasse der Astrid-Lindgren-Schule für Geistigbehinderte unterrichtet. „Emely hat mit den Schülern einen Tatortkrimi geschrieben und auch außerhalb der Schule etwas mit ihnen unternommen“, erzählt ihre Lehrerin Alica Heuberger. Auch ihre Mitschülerin Sophie Steurer wird ein FSJ machen – in der Radiologie am Ortenau-Klinikum Offenburg. Bei den Praktika hat sie vor allem der Job in einem Drogeriemarkt beeindruckt: „Ich habe gemerkt, wie anstrengend und anspruchsvoll das ist“, sagt sie.

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Monja Hüber hat ein Praktikum im Kindergarten gemacht – und festgestellt, dass das nicht ihr Traumberuf ist: „So viele kleine Kinder auf einmal, das ist mir zu viel“, sagt sie. Sie wird im Herbst das Wirtschaftsgymnasium besuchen und will danach auf die Polizeischule in Lahr. Dass sie Verantwortung übernehmen kann, hat sie schon bewiesen: Sie war ebenfalls Schulsanitäterin, Lesepatin bei den Übersetzertagen und ist Mitglied des Kehler Jugendgemeinderats. 

Auch Waad Alhmoud, die erst in der 8. Klasse in die Hebelschule kam, hat sich als Lesepatin und im Jugendgemeinderat engagiert. Und Celia Pessonneaux, die anschließend das Berufskolleg Biotechnologie besuchen wird, war ebenfalls im Schulsanitätsdienst und in mehreren Vereinen aktiv – und sie gehörte zu den Schülern, die am Volkstrauertag an der Zeremonie am Ehrenfriedhof teilgenommen haben.

Ein Junge dabei 

Während die fünf mit dem Preis bedachten Mädchen in der 8. Klasse das Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales gewählt hatten, hat sich der einzige Junge im Bunde, Diego Ciolpan, für den Landespreis im Wahlpflichtfach Natur und Technik beworben. Er hat Praktika in einer Lackiererei und in einer Bäckerei absolviert und wird im Anschluss auf das Technische Gymnasium in Offenburg gehen. Er stach nicht nur durch seine Leistungen, sondern auch durch sein Engagement als Schülersprecher und Schulsanitäter hervor. 

„Die Schüler erfahren durch den Preis Wertschätzung und positive Rückmeldung für ihr freiwilliges Engagement“, sagt Schulleiter Wolfgang Panzer. Auch in den Bewerbungsunterlagen mache sich so eine Auszeichnung gut. Nicht zuletzt profitiert die Schule davon, da der Preis die Leistungsfähigkeit ihrer Schüler und Schülerinnen hervorhebt.
 

Stichwort

Landespreis Werkrealschulen

Der Landespreis wird an Absolventen der Werkrealschule vergeben, die besonderes Engagement in ihren Wahlpflichtfächern zeigten – Natur und Technik (NuT), Wirtschaft und Informationstechnik (WuI) und Gesundheit und Soziales (GuS). Dabei spielt auch eine Rolle, wie sich die Schüler mit ihrer Praktikumswahl um ihre berufliche Zukunft bemüht haben und ob sie eigenverantwortlich und engagiert bei der Sache waren. Pluspunkte bringen auch ehrenamtliches und soziales Engagement. Die Schüler erhalten Urkunden und Preise, die von den Kooperationspartnern Porsche AG, der Stiftung Würth und der Akademie für innovative Bildung und Management gestiftet werden. Die traditionelle Preisverleihung in Stuttgart und das Rahmenprogramm, zu dem beispielsweise auch Betriebserkundungen gehören, müssen aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen. Das soll im nächsten Jahr nachgeholt werden, wenn die nächsten Preisträger feststehen. Beide Jahrgänge werden dann in einem gemeinsamen Festakt geehrt. 
 

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