Willstätt - Legelshurst

Legelshurster Stefan Grampp seit 25 Jahren Schiedsrichter

Autor: 
Richard Lux
Lesezeit 3 Minuten
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06. November 2019

Stefan Grampp will aus Fußball-Schiedsrichter weitermachen – auch wenn ihm jüngste Berichte über Attacken auf Schiris im Amateurfußball zu denken geben. ©Richard Lux

Seit 25 Jahren ist Stefan Grampp vom TuS Legelshurst als Fußball-Schiedsrichter aktiv. Dafür wurde er jetzt vom Verband geehrt. Und das Beste: Er will weitermachen – trotz der jüngst bekannt gewordenen Fälle von brutalen Attacken auf Schiedsrichter.

„Schiris verlieren die Lust am Pfeifen“, „Der Fußball schlägt Alarm“: Solche oder ähnliche Schlagzeilen sorgten in jüngster Zeit für Aufregung und Empörung – nicht nur im Bereich des Amateurfußballs. Jüngster Auslöser war eine brutale Prügelattacke gegen einen Schiedsrichter bei einem Kreisligaspiel in Hessen. 

Schiri seit dem 15. Lebensjahr

Auch Stefan Grampp haben diese Schlagzeilen nicht kalt gelassen. Im Juni wurde er vom Verband für 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit ausgezeichnet. Der 41-jährige Finanzbeamte und langjährige Torhüter der 1. Mannschaft des TuS Legelshurst hat mit 15 Jahren als Schiedsrichter begonnen. Inzwischen pfeift Grampp Spiele bis zur Bezirksliga und gehört auch zu den Schiedsrichter-Beobachtern.

Schon jetzt gibt es zu wenige Schiris

Natürlich spricht man über das unschöne Thema „Gewalt auf Sportplätzen“ – auch bei den Schiri-Regelabenden. Schon jetzt, da sei man sich im Kollegenkreis einig, gebe es eh schon zu wenig Schiedsrichter. „Dieser Missstand wird durch die Probleme nicht besser.“ 

Im Vergleich zu früher sieht Grampp schon Unterschiede – vor allem gegenüber dem Ehrenamt, welches die Schiedsrichter ja ausüben. Man sollte sich im Fußball ein Beispiel am Handball oder Rugby nehmen, findet Grampp. „Vielleicht würde es auch etwas bringen, wenn gerade die ,Nörgler‘ sich einmal selbst bei Jugendspielen oder bei den Senioren in der Kreisliga C der Schiri-Herausforderung stellen – und dann würden sie sehen, wie schwer es ist, Situationen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde zu entscheiden.“ 

Regeln konsequent anwenden

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Die Regeln und deren konsequentes Anwenden seien für ihn immer oberstes Gebot, sagt Grampp. „Ich habe immer versucht, meine Pfeife und die Karten so zu gebrauchen, dass ich ein Spiel zwar leite, aber nicht entscheide. Da aber jeder Mensch Fehler macht, gehe auch ich nicht davon aus, immer alles richtig beurteilt zu haben.“ 

Ausstrahlung hilft

Was das Miteinander mit den Spielern angeht, kam Stefan Grampp zu Gute, dass er 15 Jahre als Torwart auch auf der „Gegenseite“ des Schiris auf dem Platz stand. Klar gab es bei ihm als Schiri auch mal „Rudelbildungen“ – und um diese aufzulösen halfen ihm auch seine Ausstrahlung und Körpergröße von 1,90 Meter. 

Einmal brauchte er Begleitschutz

Einen schlimmen Vorfall gab es aber auch, als er als 19-Jähriger mit Begleitschutz der Auswärtsmannschaft in Offenburg zu seinem Auto gehen musste. Er wurde damals von einem Spieler, dem er aufgrund eines heftigen Foulspiels die Rote Karte gezeigt hatte, nicht nur übelst beleidigt, sondern nach dem Abpfiff auch bedroht. „Es war zum Glück nur das eine Mal, und das Aufarbeiten hat mich persönlich sogar weitergebracht“, sagt Grampp. „Zum Glück habe ich damals nicht die Pfeife an den Nagel gehängt. Ich werde meine Schiri-Karriere auch nach dem Jubiläum fortsetzen.“ 

Hoffen auf Rückendeckung vom DFB

Grampp hofft, dass sich das heikle Thema „Gewalt gegen Fußball-Schiris“ wieder etwas entspannt. Dabei zählt er auf Rückendeckung vom Deutschen Fußball-Bund. Dieser hatte per Pressemitteilung die zunehmende Gewalt gegen Amateurschiedsrichter scharf verurteilt und den ehrenamtlichen Unparteiischen die volle Unterstützung zusagt. Grampp schließt sich auch dem Appell der DFB-Führung mit dem neuen Präsidenten Fritz Keller an, dass, wenn es um Straftaten auf dem Fußballplatz geht, auch die Institutionen des Staates mit aller Schärfe dagegen vorgehen. 

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