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Lesung in Kehl: Ist Liebe frei von Grenzen?

Autor: 
Karin Bürk
Lesezeit 3 Minuten
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08. Mai 2019

Felix Neumann (links) und Muthivhi Khathutshelo Moses im Gespräch. ©Karin Bürk

Hat Liebe Grenzen? Bestehen Einschränkungen, wenn es darum geht, wen man lieben darf? Diesen Fragen ging Muthivhi Khathutshelo Moses in der Kehler Mediathek nach. Eingeladen dazu hatte die Integrationsagentur Wiki des Diakonischen Werkes Ortenau-Kehl.

Muthivhi Khathutshelo Moses spricht in seinem Buch »Love has (no) Boundaries« (Liebe kennt keine Grenzen) die Themen an, mit denen Flüchtlinge im Alltag klar kommen müssen: Liebe, Vorurteile, Rassismus, Ehrlichkeit. Damit beschäftigt sich der südafrikanische Sozialarbeiter auch an seinem Arbeitsplatz. 

Die Leben der Romanfiguren Thomas und Grace sind von Erlebnissen geprägt, die Khathutshelo, kurz Khathu, Tag für Tag beobachtet, wenn er mit geflüchteten Menschen aus aller Welt zusammen ist. Thomas Walter (die Hauptfigur des Buches) hat noch nie eine Schule besucht, verliebt sich aber in eine blonde Freiburger Medizinstudentin, die glänzende Zukunftsaussichten hat. Doch Grace‘ Eltern, besonders der Vater, sind gegen die Beziehung. Schließlich hat Thomas weder Arbeit noch einen Abschluss. Dass er dafür Frau und Kind hat, erfährt Grace bei einem Besuch in Südafrika. Entsetzt reist sie ab.

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Eine halbe Stunde liest Khathu aus seinem Buch,  zum ersten Mal in deutscher Sprache. Bisher wurde das Buch nur in Englisch veröffentlicht, wie Felix Neumann,   Mitarbeiter der Integrationsagentur Wiki, anmerkte. Khathu will den Leuten klar machen, dass Liebe eine schöne Sache ist, egal woher die Menschen kommen. Man solle sich freimachen von Vorurteilen wegen Hautfarbe, Herkunft und Status. Der Autor selbst war 2007 während seines Studiums zu einen Auslandsaufenthalt in Freiburg, seit 2010 lebt er dauerhaft hier. 
In der anschließenden von Neumann geleiteten Diskussionsrunde wurde verdeutlicht, welche Vorurteile Khathu als afrikanischer Mann erlebt. Sei es, dass er als »Neger« bezeichnet wird, oder Personen lieber in der Straßenbahn stehen bleiben, als sich neben ihn zu setzen. 

Psychischer Druck 

Ein wichtiges Thema ist auch die Wahrheit, bei der viele Menschen in ihrer Verzweiflung nicht immer bleiben. Familien verkaufen in der Heimat ihr Hab und Gut, um dem Sohn die Möglichkeit zu bieten, nach Deutschland zu kommen und Arbeit zu finden, um die Familie zu unterstützen. Das gelingt nicht immer. Die Erwartungshaltung und der psychische Druck sind zu groß. Es wird eine Illusion aufgebaut, die oft nicht der Wahrheit entspricht. »Das fällt auf alle zurück«, sagt Khathu. »Der einzige Weg zu Integration und Bleiberecht ist der, Deutsch zu lernen.« Das sei schwer, aber machbar. »Jeder Mensch hat eine Chance verdient.«
Die Fortsetzung um Thomas und Grace ist in Arbeit und wird im Herbst erscheinen. Khathu versprach, gerne auch wieder zu kommen. Darauf darf man gespannt sein!

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