Kehl

Männerchor „Liederhalle“ stimmt in die Adventszeit ein

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
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03. Dezember 2019

Unter der Leitung von Ellen Oertel, sangen alle drei Chöre zum Abschluss des Konzertes gemeinsam mit dem Publikum „O, du fröhliche“. ©Simona Ciubotaru

Gemeinsam mit dem Frauenchor „Teutonia“ aus Willstätt sang der MGV „Liederhalle“ Kehl am Sonntag weihnachtliche Weisen aus aller Welt und aus verschiedenen Epochen. Es war ein schönes Konzert, das von Cello- und Klaviereinlagen bereichert wurde.

Das Publikum in der Christuskirche wurde immer zahlreicher. Die Sänger des MGV „Liederhalle“ und ihre Gäste, die Damen aus der Chorgemeinschaft „Teutonia“ Willstätt mit ihrer Leiterin Clarisse Durban, saßen am Sonntag beim Einlass der Zuhörer zu beiden Seiten des Kirchenschiffs, begrüßten mit den Augen bekannte Gesichter und versuchten vor allem, ihr zunehmendes Lampenfieber zu verbergen. Sie sind Amateure, die viel Herzblut in ihr Hobby investieren, und den ersten Advent mit einem großen Konzert feierten.

Professionelle Note

Ellen Oertel, die wunderbare Begleitpianistin, Organistin und Dirigentin der Musikschule Kehl, war kurzfristig für ihren erkrankten Kollegen, Robert Helm, eingesprungen und leitete auch den Männerchor. Sie, der Jugendchor der Musikschule und die Cellistin Amelie Oertel bereicherten den Abend in jeder Hinsicht und verliehen  ihm eine professionelle Note.

Mit Advents- und Weihnachtsliedern aus der ganzen Welt, zudem Musik für Cello, Klavier und Orgel, bot das Konzert eine Reise durch Epochen und unterschiedliche Kulturen – von Deutschland nach Frankreich, Italien und Spanien, dann nach England, Amerika, Venezuela und Russland. Dementsprechend vielseitig waren die weihnachtlichen Stimmungen und Emotionen. Dynamisch und fröhlich klangen die meisten Lieder aus den romanischen Ländern, melancholisch die russischen, besinnlich die deutschen und englischen Kompositionen.

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Die Senioren gaben ihr Bestes, sangen mit Inbrunst – manchmal vielleicht mit zu viel Inbrunst. Das Fortissimo des Männerchors war zu heftig, die Übergänge nicht ganz sauber. Aber die Bässe klangen rund und tragend. Die Damen sangen temperamentvoll, jedoch bei fast allen Liedern ein bisschen hastig – in zu schnellen Tempi, die Inhalte schienen nicht wirklich gefühlt.

Zu ihrer Verteidigung sollte man jedoch erwähnen, dass es nicht leicht ist, italienische und spanische Lieder in deutscher Sprache zu intonieren, denn dabei kollidieren zwei sehr unterschiedliche Klangstrukturen miteinander: das Cantabile der romanischen Sprachen mit ihren vielen Vokalen gegen die scharfen Konturen der germanischen Sprache.

Brillantes Duo

Besinnliche Momente bot der Jugendchor der Musikschule mit zarten Mädchenstimmen. Den Höhenpunkt erreichte das Konzert durch das Duo Amelie Oertel (Cello) und Ellen Oertel (Klavier und Orgel). Sie spielten Vivaldi und Boccherini sowie das Hauptthema in „Schindlers Liste“ von J. Williams. Amelie Oertel ist eine sehr feinfühlige Musikerin mit introvertiertem Spielstil. Ihre Stärke liegt in den klaren, langen Linien, die eine Spannung erzeugen, bei der das Auditorium fast den Atem anhält. Als Begleitpianistin ist Ellen Oertel eine Rarität – eine Virtuosin, die sogar aus einem E-Piano noch Transparenz und Tiefe hervorrufen kann. Sie trug das andere Instrument, antwortete ihm, ergänzte, webte subtil den Klangteppich. 

Das Publikum belohnte die Protagonisten mit viel Applaus. Am Ende des Konzertes erklang ein herrliches „O, du fröhliche“, von Künstlern und dem ganzen Saal gesungen.

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