Kehl - Goldscheuer

Maestro freut sich auf das Konzert

Hans-Jürgen Walter
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22. September 2022
Star-Dirigent Theodor Guschlbauer tritt mit dem Kammerensemble in Goldscheuer auf – zugunsten der Bürgerstiftung.

Star-Dirigent Theodor Guschlbauer tritt mit dem Kammerensemble in Goldscheuer auf – zugunsten der Bürgerstiftung. ©Hans-Jürgen Walter

Star-Dirigent Theodor Guschlbauer tritt mit dem Kammerensemble in Goldscheuer auf – zugunsten der Bürgerstiftung.

„Es macht mir große Freude, mit dem Kammerensemble Kehl-Strasbourg zu arbeiten, das Orchester zu dirigieren.“ Wenn er das sagt, bekommt Theodor Guschlbauer leuchtende Augen. Er freut sich auf das Konzert an diesem Sonntag, 25. September, ab 17 Uhr in Goldscheuer. Die katholische Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ bietet nicht nur durch Graffiti-Künstler Stefan Strumbels Gestaltung (2011) ein besonderes Ambiente, „sie klingt gut“, hat der mit 83 Jahren einer der ältesten, weltweit hochgeschätzten Dirigenten festgestellt. Er hat schon vier Konzerte in diesem Gotteshaus dirigiert, alle mit dem Kammer­ensemble und alle zugunsten der Kehler Bürgerstiftung.

Guschlbauer, der noch immer in den großen Konzertsälen und Opernhäusern dieser Welt zu Hause ist und der – wie er erzählt – als Dirigent von 15 Leuten angefangen hat, aber nun auch eine 450-köpfige Formation mit Orchester und Chor leitet, geht dieses Engagement gerne ein: „Weil ich das Kammerensemble sehr gerne hab‘“, versichert der Maestro.

Aber auch wegen der Kehler Bürgerstiftung und wegen des Kehler Publikums seien diese Auftritte für ihn eine Riesenfreude. Darüber hinaus freut sich Guschlbauer, jungen Musikern mit dem Kammerensemble ein Podium bieten zu können, sich vor einem großen Zuhörerkreis zu präsentieren.

Guschlbauer, 1939 in Wien geboren, weiß um das Befinden junger Musiker. Er studiert am Wiener Konservatorium Klavier und Violoncello sowie Dirigieren. „Die Ausbildung in Wien hat eine uralte Tradition mit einem sehr hohen Unterrichtsniveau.“ Nach seinem Diplom (1959) vertieft er seine Ausbildung im Meisterkurs von Herbert von Karajan. Guschlbauer: „Ich habe sehr viel Glück gehabt.“ Aus 65 bis 70 Kandidaten hat Karajan nur sechs ausgewählt, er gehört dazu.

Sein Wissen und Können gibt er weiter. Noch heute unterrichtet er am Musik-Konservatorium in Straßburg. In der Stadt, in der er 14 Jahre (1983-1997) als Dirigent die Straßburger Philharmoniker sowie als Musikdirektor die Opéra du Rhin geprägt hat, unterrichtet er angehende Dirigenten, fördert Nachwuchsmusiker und begleitet auch deren Doktorat im praktischen Teil. „Wir brauchen erstklassige Musiker für und in den Orchestern und Chören“, ist Guschlbauers Credo.

Und so nutzt er Gelegenheiten wie das Konzert mit dem Kammerensemble Kehl-Strasbourg, Talenten die Chance zu geben, ihr Können zu beweisen. Am Sonntag in Goldscheuer sind es vier junge Solisten.

Stücke und Mitwirkende

Der Auftakt ist mit Mozarts Violinkonzert in A-Dur. Es erfordert subtilste Beherrschung des Instruments. Solistin ist die aus Albanien stammende Lira Paco. „Eine Geigerin, die nicht dominierend, aber doch sehr führend ist“, sagt der Meister. Er ist begeistert von Mozarts Musik: „Ohne Mozart-Konzert kommst du nirgends auf der Welt weiter; wer Mozart tadellos kann, der hat dann das Rüstzeug.“

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Ebenfalls von Mozart ist das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester. Es wird eher selten gespielt, obwohl es für die Musiker und das Publikum als sehr unterhaltsam gilt. Die Harfe spielt Elèna Valebona, eine Italienerin, ausgebildet in der Florenzer Schule, die ihren Master in Straßburg gemacht hat und „ungewöhnlich begabt ist“ (Guschlbauer). Nun lebt sie wieder in Italien. Guschlbauer selbst hat eine besondere Beziehung zu Florenz: Hier hat er Mozart und Beethoven dirigiert.

Den Flöten-Part übernimmt Heike Thoma. „Ich kenne sie seit Jahren, liebe und schätze sie, sie ist eine glänzende Flötistin“, lobt er. Das weiß man auch im Kinzigtal. Dort unterrichtet sie Flöte.

Solistin in Haydns „Scena di Berenice“ ist Marie-Andréa Cinquin. Die Sopranistin des Philharmonischen Chors Straßburg hat beim Jubiläumskonzert mit dem Sinfonieorchester für den Straßburger Münsterverein im Juli mit dem „Gloria“ von Poulenc die Herzen des Publikums berührt.

Aufgeführt wird Schumanns Ouvertüre zu Goethes „Hermann und Dorothea“, bei dem ein Zusammenhang besteht mit dem französischen Truppeneinfall von 1796 während des Ersten Koalitionskrieges (1792-1797). Schließlich legt Guschlbauer die „sehr hübsche“ Ouvertüre „L‘Italiana in Algier“ von Rossini auf.

Der Star-Dirigent hat über 100 international namhafte Orchester wie die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, hat in Osaka, Moskau, Lissabon oder Tel Aviv dirigiert und über 2000 Opern-, Operetten- und Ballett-Vorstellungen geleitet.

Warum also steht er ans Pult eines 40-köpfigen semiprofessionellen Orchesters wie das Kammerensemble Kehl-Strasbourg? „Es geht darum, Musik zu machen“, erklärt er. Und gibt ein Beispiel: „Ich muss ja auch nicht immer das Drei-Sterne-Menü essen und hab‘ trotzdem gut gegessen!“

Die wahre Liebe zur Musik sei ihm mit dem Kammerensemble genauso bedeutend wie mit den Münchener Philharmonikern. „Ich freue mich, wenn ich mit dem Kammerensemble ein gutes Konzert hinlege“, bekräftigt Guschlbauer. „Das sind meine Freunde und das Konzert ist wichtig für die Stiftung!“

Stichwort

Spenden willkommen

Der Eintritt zu dem Benefiz-Konzert der Bürgerstiftung ist frei. Stiftung und Mitwirkende freuen sich jedoch über eine Spende, die der Bürgerstiftung zugute kommt.

Einlass am Sonntag, 25. September, ist ab 16.30 Uhr. Die Konzerte der Vorjahre haben gezeigt, dass es sich empfiehlt, frühzeitig zu kommen.

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