Gypsi-Swing

Maiki-Adel-Trio spielt im Kehler "Yachthafen"

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
16. November 2019

Das Maiki-Adel-Trio. ©Simona Ciubotaru

Im Rahmen der Reihe „Jazz-Cantine“ gastierte im Kehler „Yachthafen“ das Maiki-Adel-Trio. Auf dem Programm standen Stücke des legendären Sinti-Musikers Django Reinhardt.

Nachdem man durch leere Straßen, hinter dem Bahnhof, und an massigen, in der Dunkelheit wie antediluvianische Riesen auflauernden Gebilden vorbeigelaufen ist, wirken die Wärme und Lebendigkeit des Restaurants am „Yachthafen“ wie eine Umarmung. Der Raum ist voll, die Servicekräfte haben viel zu tun. Seit April 2019 finden hier ein Mal im Monat Jazzkonzerte statt.
„Als wir das Projekt gestartet haben, rechnete man nicht mit so viel Publikum. Wer hört heutzutage noch Jazz, dachten wir. Aber die Leute kamen und kamen. Wir haben inzwischen treue Stammkunden. Im Sommer fanden die Veranstaltungen draußen, mit bis zu 200 Gästen, statt. Also machen wir weiter, dass Programm für 2020 steht schon“, berichtet der Saxophonist Gunnar Sommer, Initiator der Konzertreihe.
Die Gastgeberin Melanie Tiganele, Feuer und Flamme für das Musikgenre, war leicht für die Idee zu gewinnen. Michael Dreilich, der dritte im Organisatorenteam, hilft im technischen Bereich und moderiert.
An diesem Donnerstagabend spielt das virtuose Maiki-Adel-Trio aus Straßburg, im Programm steht die Musik des legendären Sinti-Musikers aus Frankreich  Django Reinhardt.

Gypsi-Swing 

- Anzeige -

Reinhardt (1910 - 1953) war der Erfinder eines originellen Stils innerhalb der Jazzmusik, des Zigeuner- oder Gypsy-Swings, und wurde nach 1937 als der beste Jazzmusiker Europas gefeiert. Er war ein brillanter Gitarrist, trotz seiner verheerenden Verletzung an der linken Hand.
Das Neue und Besondere an der Musik Django Reinhardts war die Mischung aus drei verschiedenen musikalischen Genres: aus dem New-Orleans-Jazz der 1920er-Jahren, dem französischen Walzer und der traditionellen Zigeunermusik. Zum Glück für die Nachwelt gibt es viele Aufnahmen mit ihm, auch im Internet auffindbar.

Gypsy-Swing ist Leichtigkeit, Lächeln, Feiern des Lebens. Rasante Soli auf der Gitarre und die rhythmische Begleitung einer zweiten Gitarre werden vom tiefen Klang des Kontrabasses getragen. Seinen Part können auch andere Instrumente übernehmen – zum Beispiel ein Akkordeon. Improvisation und Kreativität sind während des Zusammenspiels, wie auch im klassischen Jazz, maßgebend.
Der sehr virtuose Gitarrist Maiki Adel, Gigi Reinhardt (Begleitgitarre) und Saro Schmitt (Akkordeon) bilden ein versiertes, harmonisches Trio. Im Dialog zwischen den schwindelerregenden Soli von Adel und subtilen oder auch herausfordernden Antworten des Akkordeons, entsteht eine gelassene Atmosphäre. Es ist wie eine herrliche Reise durch Lavendelfelder – Sonne, Wind in den Haaren, ein Gefühl von Freiheit. Nachdem die meisten Gäste gegangen waren, spielten die Musiker noch lange. Poetischer und auch feuriger, führten sie die Zuhörer mit Walzer- und Tango-Rhythmen nach Paris, aber auch in die eigenen Herzen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 53 Minuten
Klimaschutz
Wie kann es gelingen, die Stadt langfristig zu 100 Prozent mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien zu versorgen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der ersten Sitzung des Arbeitskreises Energie und Klimaschutz im neuen Jahrzehnt. 
vor 2 Stunden
Vereinssport
Das Zierolshofener Radsport-Team Lutz hat am Sonntag seine Hauptversammlung in der Erwin-Maurer-Halle abgehalten.
vor 3 Stunden
Willstätt - Hesselhurst
Der Gesangverein „Frohsinn“ Hesselhurst steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Dies wurde auf der Hauptversammlung am Freitagabend deutlich. Günter Walter bleibt Vorsitzender des Vereins.
vor 12 Stunden
Kehl
In der Kehler Fußgängerzone ist Leben – mehr als man denken könnte. Dies zeigen Erhebungen, die die Kehler Wirtschaftsförderung jetzt veröffentlicht hat. Es gab sogar Tage, da waren in der Innenstadt mehr Passanten als auf dem Berliner Ku’damm.
vor 13 Stunden
Vortrag
Der Historische Verein Kehl hatte am vergangenen Donnerstag den Kunsthistoriker Marc Schnurr von der Universität Straßburg als Referent zu Gast. Seinem Vortrag lag folgende Frage zu Grunde: Wer war Erwin von Steinbach?
vor 15 Stunden
Sozialeinrichtung
Seit 20 Jahren bietet das Kehler Seniorenhaus bezahlbaren Wohnraum für ältere Menschen, die weiterhin selbstbestimmt, aber nicht ganz alleine wohnen möchten. Den runden Geburtstag feiern Bewohner und Mitarbeiter. 
vor 15 Stunden
Integration
Sie treffen sich immer montags. Sie sind aus ihrem Heimatland geflüchtet und sind jetzt Auszubildende in einem Handwerksbetrieb. Die Bürgerstiftung Kehl gibt ihnen die Möglichkeit, parallel zur Lehre ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. 
vor 16 Stunden
ABC-Schützen
Ab wann können Eltern im Kehler Raum ihr Kind für die Schule anmelden? Hier sind die Termine.
vor 18 Stunden
Förderverein Ortenau-Klinikum Kehl
In der aktuellen Debatte um die Kostenentwicklung bei den Ortenau-Kliniken meldet sich jetzt der Förderverein Ortenau-Klinikum Kehl zu Wort. Sie fürchten negative Auswirkungen auf das Krankenhaus.
vor 21 Stunden
Willstätt
Die Finanzen bei den beiden Eigenbetrieben „Wasserversorgung“ und „Abwasserbeseitigung“ der Gemeinde Willstätt haben sich zuletzt positiv entwickelt. Das zeigten die Jahresabschlüsse 2018, die jetzt im Gemeinderat gebilligt wurden.
vor 23 Stunden
Klaus Gras
Deutsche Abgeordnete entschieden sich jüngst gegen die Widerspruchslösung. Für chronisch Erkrankte ist damit die Hoffnung, durch eine Transplantation zu überleben, vorerst geschrumpft. Klaus Gras aus Kehl kämpft für die Widerspruchslösung – aus ganz persönlichen Gründen.
28.01.2020
Willstätt
Zum ersten Mal war am Wochenende Franziska Ball zu Gast im „Mühlen-Café“ in Willstätt. Die Schauspielerin und Sängerin aus München begeisterte die Gäste gleich zweimal: als Musikkabarettistin und mit einer Hommage an die große Hildegard Knef. 

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -