Kirchengemeinde

Mangels Kandidaten: Hohnhurster haben am 1. Advent keine Wahl

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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11. November 2019

Wie es rund um die evangelische Kirche in Hohnhurst weitergeht, ist noch völlig offen. Ein neuer Kirchengemeinderat kann dort vorerst nicht gewählt werden, weil sich keine Bewerber für das Amt gefunden haben. ©Michael Müller

Am 1. Dezember werden in den evangelischen Kirchengemeinden neue Kirchenälteste gewählt. In Hohnhurst jedoch nicht: Dort ist es nicht gelungen, Bewerber zu finden.

Am 1. Dezember werden in der evangelischen Landeskirche Baden die Kirchengemeinderäte neu gewählt. Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen. Vor allem die Kandidatensuche gestaltet sich jedes Mal aufs Neue schwierig. „Wir werden in vielen Gemeinden nur die Mindestzahl erreichen“, schildert Dekan Günter Ihle den Stand der Dinge. Ein kirchenspezifisches Phänomen sei dies jedoch nicht, meint er. „Auch viele Vereine etwa haben Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Das ist ein grundlegendes gesellschaftliches Problem.“

Auch im Kehler Süden war man auf der Suche. Denn erfahrungsgemäß hören zum Ende einer Wahlperiode immer einige Kirchenälteste auf. In Goldscheuer ist es immerhin gelungen, die Mindestzahl an Kandidaten zusammenzubekommen, damit auch der neue Kirchengemeinderat handlungsfähig ist. In Hohnhurst hingegen ist es trotz aller Bemühungen nicht gelungen, neue Bewerber zu finden.

Ein Grund mag die lange Amtszeit sein: Immerhin dauert die Wahlperiode sechs Jahre. Und es ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der oft weit reichende Entscheidungen gefällt werden müssen. Und gerade in einer kleinen Gemeinde wie Hohnhurst „muss man viel selber machen, was man in einer größeren Gemeinde vielleicht an andere delegieren kann“, so Karin Ott, eine der (Noch-) Kirchenältesten. Zudem zählt die Gemeinde Hohnhurst gerade mal um die 100 Mitglieder. „Das sind etwa 30 Haushalte“, rechnet Pfarrer i.R. Friedrich Hahler vor, der nach dem Abschied von Stefanie Busch im Sommer die Vakanzvertretung für beide Gemeinden übernommen hat. Da ist die Basis äußerst schmal.

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Wie es nun weitergeht, ist noch völlig offen. Zwar ist ein Kirchengemeinderat theoretisch so lange im Amt, bis ein neuer gewählt ist – „eine Kirchengemeinde ohne Vorstand gibt es nicht“, so Friedrich Hahler. Doch Karin Ott, die dem Kirchenältesten-Gremium zwei Wahlperioden lang angehörte, hat gegenüber unserer Zeitung bekräftigt, sich definitiv mit Ablauf der Wahlperiode zurückziehen zu wollen; gleiches gilt nach ihren Angaben für Natascha Kaiser.

Nachwahl geht immer 

Eine Wahl jedenfalls wird in Hohnhurst am 1. Dezember nicht stattfinden, bestätigt Dekan Günter Ihle. Für Ende November wird sich Friedrich Hahler nach eigenen Angaben mit dem Dekan zu einem Gespräch treffen, um zu erörtern, was in Hohnhurst zu tun ist. Voraussichtlich wird der Bezirkskirchenrat des evangelischen Kirchenbezirks Ortenau erst einmal Bevollmächtigte stellen, die dann die Leitungsaufgaben wahrnehmen. Sollten sich im weiteren Verlauf Menschen finden, die bereit sind, im Kirchenältesten-Gremium mitzuarbeiten, kann man auch noch nachwählen. 

Ob man unter diesen Voraussetzungen nicht doch über eine Fusion beider Kirchengemeinden nachdenken muss? „So weit sind wir noch nicht“, hält sich Dekan Ihle bedeckt. „Diese Frage müsste dann auch in einer Gemeindeversammlung entschieden werden.“ Wichtig sei nun erst einmal sicherzustellen, dass die Amtsgeschäfte weiterlaufen. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie es in Hohnhurst weitergeht“, so Ihle. „Und das machen wir auch.“

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