Kommunalwahl

Marina Nohe verlässt den Kehler Gemeinderat

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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22. Mai 2019

Marina Nohe verlässt nach 15 Jahren den Gemeinderat. ©Nina Saam

Von den 26 Kehler Gemeinderäten treten bei der Kommunalwahl am 26. Mai sechs nicht mehr an. Die Kehler Zeitung stellt die ausscheidenden Stadträte vor. Heute: Marina Nohe (Frauenliste), seit 2004 im Gemeinderat.
 

2003 gründete sich die Kehler Frauenliste, um den überwiegend männlichen Gemeinderat weiblicher zu machen. Bei den Wahlen 2004 zogen zwei Vertreterinnen in das Stadtparlament ein – eine davon war Marina Nohe. Nach drei Legislaturperioden und mit 65 Jahren zieht sie sich nun aus dem Berufsleben und der Kommunalpolitik zurück, um frei über ihre Zeit zu verfügen. 
Anfangs schlug der Frauenliste Skepsis entgegen. Die Befürchtung, dass da wilde Emanzen in den Stadtrat einziehen, habe sich aber schnell gelegt. »Frauen haben eine andere Gesprächs- und Diskussionskultur«, sagt Nohe. Und oft andere Prioritäten: So sieht sie als das wichtigste Projekt ihrer Mandatszeit die Entwicklung der Kreuzmatt an. »Wir hatten immer das Gefühl, das Quartier wird hintendran gestellt, weil da Menschen wohnen, die sich nicht wehren«, sagt sie. »Schrecklich war der alte Kreuzmatt-Kindergarten.« Die Kita wurde saniert und erweitert und das Quartier aufgewertet. 

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Andere Themen, die die Frauenliste zuerst aufs Tapet brachte, hätten sich später andere Fraktionen an die Brust geheftet – was sie nicht anficht: Hauptsache, sie kamen zur Sprache und wurde umgesetzt. So war es die Frauenliste, die sich zuerst für ein Kulturhaus stark gemacht hat – wie auch für das Mobilitätskonzept: »Wir haben immer gesagt, die Tram allein reicht nicht«, erinnert sich Nohe.   
Und es gibt noch einen weiteren Aspekt ihres Rückzugs: Bei Themen wie der Digitalisierung sieht sie mit 65 ihre Grenzen. Da sollten Jüngere ran, die mehr Ahnung vom Thema haben. »Wie sollen Alt-Stadträte, die Schwierigkeiten mit der Bedienung des Gemeinderats-iPads haben, Entscheidungen über solche zukunftsträchtigen Themen treffen?« fragt sie.

Frauenpolitisch interessiert war Nohe schon immer – zwangsläufig, wenn man in den 70er-Jahren in Freiburg Sozialarbeit studiert hat. In den 80ern gründete sie mit Margot Wohlbold-Melet und Ruth Görög, beides ehemalige Stadträtinnen, einen Stammtisch für politisch interessierte Frauen. Auch nach Auflösung der Frauenliste möchte sie politisch aktiv bleiben. Vielleicht lässt sie den Stammtisch wiederaufleben – »oder ich sitze bei der Gemeinderatssitzung auf der Empore und nerve den OB mit meinen Fragen«, lacht sie. 
Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die entwickelten Konzepte – Jugend, Radverkehr, Stadtentwicklung, Kultur – zeitnah umgesetzt werden. Zudem müsse die Digitalisierung der Schulen Fahrt aufnehmen. Und ein Projekt gehört für sie in die nächste Legislaturperiode: Dass die Hauptstraße zwischen Rathaus und Christuskirche gemacht wird. 

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