Konzert
Dossier: 

Mediathek Kehl: Hannes Britz spielt Filmmusik

Autor: 
Karin Bürk
Lesezeit 3 Minuten
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10. August 2020

„Heimspiel“ für Hannes Britz in „seiner“ Mediathek, deren Chef er einmal war. ©Karin Bürk

Am Freitag  gab es in der Mediathek ein Wiedersehen mit deren ehemaligen Hannes Britz. Zur zweiten Veranstaltung im Rahmen der Lese-Oase bot Britz den Besuchern ein Klavierkonzert der besonderen Art. 

Es war ihm schon ein klein wenig Nervosität anzumerken, als Hannes Britz nach fast einem Jahr an seiner alten Wirkungsstätte wieder ein Konzert gab. Der leidenschaftliche Musiker hatte damals sein Hobby weiterverfolgt und ein Studium an der renommierten Filmakademie in Ludwigsburg für Filmmusik begonnen. Da aufgrund der Corona-Regeln die Sitzplätze nicht nur in der Mediathek begrenzt sind, hatten viele Freunde und Bekannte schon im Vorfeld ihre Karten digital reserviert. Kaum war der letzte Glockenschlag der St.-Johannes-Nepomuk-Kirche verklungen und Britz seinem geliebten Stage-Piano (E-Piano genannt) die ersten Töne entlockte, war von Nervosität nichts mehr zu spüren. 

„Kehl – Hollywood –Japan“, so lautete das Motto. Mit „The Corner of The World“, einem Stück, das sich mit der Katastrophe von Hiroshima beschäftigt, begann dann auch das rund eineinhalbstündige Konzert. Wie sich an diesem Abend herausstellte, beschäftigt sich der Klavier- und Orgelvirtuose nicht nur mit Musik und dem Komponieren eigener Stücke, sondern auch mit dem Schreiben. Britz hatte an der Filmakademie an einem Schreibwettbewerb zum Thema „Sommer“ teilgenommen. 15 Geschichten wurden ausgewählt, die alle in einem Band veröffentlicht werden.  Die  Zuhörer erlebten am Freitagabend eine Premiere, als Britz ihnen seine Geschichte mit dem Titel „Mein Sommer mit Sarah“ vorlas.

Dass ihm die Musik-Leidenschaft im Blut steckt, stellte er immer wieder unter Beweis. In seinem Studium bekam er die Aufgabe, die Musik für eine kurze Filmszene aus „Swimmingpool“ zu schreiben. Keine leichte Aufgabe, wenn man den Film nicht kennt und nur eine kurze Szene zu sehen bekommt. Inspirationen dafür holte sich Britz von dem amerikanische Komponist und zweifachem Oscar-Preisträger James Horner, dessen Durchbruch in Hollywood als Komponist mit dem Score zu „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ gelang.

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Horror im Maisfeld

Draußen begann es langsam zu dämmern, als Britz mit seiner Musik in Hollywood ankam. „Habt ihr schon mal live Musik für einen Horrorfilm gehört?“, wollte er von den Zuschauern wissen. „Stellt euch vor, ihr seid nachts alleine in einem Maisfeld unterwegs und hört nur euren angespannten Atem“. Und vermutlich kroch bei den ersten Tönen aus dem Film „Signs“ (Zeichen) dem einen oder anderen Zuhörer schon mal ein Kribbeln über den Rücken. 
Beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Hingabe Britz die Musik aus den Filmen „Fluch der Karibik“, „Herr der Ringe“ „Interstellar“ oder den ersten Teil des Liederzyklus’ „The Road Goes Ever On“ auf seinem Stage-Piano umsetzte. 
Ohne Zugabe durfte er nicht die Mediatheks-Bühne verlassen. Und noch einmal ging es nach Japan. Mit „One Summer’s Day“ aus dem Film „Chihiros Reise ins Zauberland“ ging dann auch dieser Sommerabend zu Ende.

◼ Am Freitag, 14. August, heißt es ab 16 Uhr „Klar zum Entern“. Die Lesewelt Ortenau präsentiert Piratengeschichten für alle Leseratten, die von einem Leben als berüchtigte Seeräuber träumen.

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