Vierter und letzter Teil: Kehler Volksfest ist eine Erfolgsstory

Messdi ist die Attraktion in Südbaden

Autor: 
Hans-Jürgen Walter
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. Mai 2020

(Bild 1/2) Bürgermeister Trudpert Müller am 13. Mai 1971 mit den notwendigen Insignien für die Premiere des Fassanstichs zum ersten Kehler Messdi. Allerdings taufte er dabei auch das zahlreich anwesende Publikum. ©Erwin Lang

Ihren Messdi haben die Kehler der Städtepartnerschaft mit Montmorency zu verdanken. 
Das viertägige Volksfest ist eine Attraktion in Südbaden – manchmal auch mit Kirschtorte.

Der „Siegeszug“ des Kehler Messdi beginnt anlässlich der „Montmorency-Tage“ im Mai 1971. Es war fast schon ein bisschen zu viel, was an jenen vier Festtagen vom 13. bis 16. Mai vor fast fünf Jahrzehnten auf einmal geboten worden war. Der Messdi freilich hatte auf Anhieb den Durchbruch geschafft. Bis nach Mitternacht schleppte viel Fest-Volk Stühle und Bänke herbei. Und während das Feiern kaum ein Ende nehmen wollte, begann derweil bei einigen Standbesitzern das Kopfzerbrechen, denn ihr Angebot, das sie für vier Tage disponiert hatten, war nach zwei Tagen bereits ausverkauft.

Geniale Entscheidung

Was zunächst gar nicht so geplant war, hat sich im Rückblick als geniale Entscheidung herausgestellt. Der Messdi sollte eigentlich nur den Rahmen für das Partnerschaftstreffen 1971 mit Einweihung des „Montmorency-Platzes“ bilden. Doch des grandiosen Erfolges bei der Premiere wegen entschlossen sich alle Beteiligten, den Messdi auch im nächsten und im darauffolgenden und schließlich als Dauereinrichtung zu veranstalten. Was zunächst nur als Attraktion für die Verschwisterungsfeier gedacht war, entwickelte sich zu einem Dauerbrenner. Während anfangs noch die Hauptstraße zwischen Rathaus und Weinbrennerhaus für den Verkehr gesperrt werden musste, ist diese „Sperrung“ längst Dauerzustand. Die heutige Fußgängerzone ist in jenen frühen Messdi-Jahren ausgiebig auf „Machbarkeit“ getestet worden. Im kommenden Jahr kann der 50. Geburtstag gefeiert werden.

Hanauer-Zelt

Das Kehler Stadtfest sollte einen festen Termin im Kalender erhalten. Der Mai sollte bleiben, und für den Auftakt der vier Festtage als geeignet erschien der Himmelfahrtstag. Und weil zu einem richtigen Volksfest auch ein richtiges Bierzelt dazu gehört, wie man 1971 der Meinung gewesen ist, konnte als „Festwirt“ die Stadtkapelle Hanauer Musikverein gewonnen werden. Sie war ab dem zweiten Messdi mit ihrem Hanauer-Zelt auf dem Stadtfest präsent. 2013 haben die „Hanauer“ letztmals ihr Zelt vor der Friedenskirche aufgeschlagen. Geblieben war das „Hanauerland-Zelt“ mit neuem Festwirt. Seit 2017 ist das große Festzelt ganz verschwunden. Dieses ersetzt der neugestaltete „Hanauerlandplatz“ vor der Friedenskirche. Ebenso verschwunden ist das Handwerkerzelt, in den Anfangsjahren mit Handwerker­ausstellung auf dem Hof und in der Halle der Falkenhausenschule eine Attraktion.

- Anzeige -

Die „Montmorency-Tage“, anlässlich derer der Messdi aus der Taufe gehoben worden ist, sind als „das große Ereignis der Freundschaft“ in die Annalen eingegangen. Dieses hatte sich in jenem Jahr 1971 bereits vorher angekündigt. In der ersten April-Hälfte waren am späteren Montmorency-Platz vor dem damaligen Vermessungsamt (später Hauptzollamt und jetzt Polizeigebäude) drei Kirschbäume aus der Partnerstadt Montmorency gepflanzt worden.

Kirschen als Symbol

Es war die Idee von Montmorencys Bürgermeister Albert Noachovitch, damals tätig beim französischen Landwirtschaftsministerium. Die Kirschen dieser Sorte werden in Frankreich zur Herstellung von Likör verwendet. Die Bäume werden auch in der Gegend von Montmorency angepflanzt.

Die Kirschen, die denn auch den Namen „Montmorency“  tragen, gehören zu den kurzstieligen Sorten. Hierin kann ein weiteres Symbol für die Städtepartnerschaft gesehen werden: Genauso kurz wie der Abstand zwischen Baum und Frucht ist, genauso kurz ist auch symbolisch der Abstand zwischen den beiden Städten und den Herzen ihrer Bürger. Die Kirschbäume sollen Früchte der Partnerschaft tragen und die Nahrung von beiden Städten erhalten.

Süße Leckereien

Wiederholt waren Abordnungen aus der Partnerstadt Montmorency schon zu Gast beim Kehler Messdi. Gefragt waren dann von den Besuchern aus nah und fern jeweils beispielsweise die „Kir de Montmorency“ oder ein Stück der süßen Kirschtorte, die aus Bisquit, leichter Buttercreme, Kirschen und Marzipan besteht. Wer weiß, vielleicht auch ein Renner im Messdi-Jubiläumsjahr 2021?!

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 1 Stunde
Kultur
In der Alten Kaffeeröstereiwird kommendes Wochenende das Stück „Kleine Eheverbrechen“ gezeigt.
vor 2 Stunden
Moscherosch-Schule
Nach der Wiedereröffnung der Schulen als Folge der Lockerung der Corona-Beschränkungen ist auch die Schulgarten-AG an der Moscherosch-Gemeinschaftsschule in Willstätt wieder gestartet.
vor 4 Stunden
Stabwechsel
Stabwechsel bei den Marlener Narren: Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung gab Rainer Schäfer sein Amt als Präsident der „Narrhalla Nelram“ ab. Oliver Rose wurde sein Nachfolger. 
vor 7 Stunden
Illegale Graffiti
Nach mehreren fremdenfeindlichen Graffiti in Kehl ermittelt die Kripo-Abteilung Staatsschutz wegen politisch motivierter Sachbeschädigung gegen Unbekannt. 
04.07.2020
Kinderbetreuung essenziell
Das Frauen- und Familienzentrum in der Villa Riwa stellt sich breiter auf und ändert seinen Namen.
04.07.2020
Geburtstag
Seit 51 Jahren wohnt Helga Wurtz im selben Haus, heute feiert sie dort ihren 90. Geburtstag.
04.07.2020
Willstätt
Nach den Lockerungen der Corona-Verordnungen war nun endlich auch wieder ein Treffen der Partnergemeinden Holtzheim und Willstätt möglich. 
04.07.2020
Willstätt
Im Zeichen der Corona-Krise stand die Hauptversammlung des SV Eckartsweier. Da das Vereinsleben lange lahmgelegt war, klafft ein Loch in der Kasse. Der Vorstand bleibt zusammen. 
04.07.2020
Willstätt
Die Jugendfußball-Spielgemeinschaft Willstätt steigt Montag wieder in den Trainingsbetrieb ein.
03.07.2020
Ortsbesuch
Kehls Landtagsabgeordneter Willi Stächele (CDU) bereist gerne die Ortschaften seines Wahlkreises.  In Auenheim besuchte er neben der Ortsverwaltung einen mittelständischen Betrieb.
03.07.2020
Alternatives Programm
Der städtische Bereich Offene Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Schule hat ein alternatives Ferienprogramm zusammengestellt. Zudem gibt es Angebote Kehler Unternehmen.
03.07.2020
Kehler Stadtgeflüster
In dieser Woche wirft unser Stadtgeflüster unter anderem wieder einen spannenden Blick auf die neusten Entwicklungen im Kehler Einzelhandel.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Willkommen zu Hause: Stressless® steht für Komfort und Entspannung. Modell: Tokyo Linden Sand.
    02.07.2020
    Stressless®: Raus aus dem Alltag, rein ins Zuhause
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten und Wohnen in Baden. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach ist Partner ausgewählter Marken und präsentiert mit Stressless® norwegischen Komfort. Die Welt des exklusiven Möbelherstellers wartet im Stressless®-Studio darauf,...
  • Kai Wissmann präsentiert am Donnerstag, 16. Juli, die Gewinner der Shorts 2020.
    25.06.2020
    Trinationales Event: Großes Finale am 16. Juli
    Die Shorts lassen sich nicht ausbremsen, auch nicht von einer weltweiten Pandemie: Das trinationale Filmfestival der Medienfakultät der Hochschule Offenburg wird diesmal komplett online ausgerichtet. Die Filme sind donnerstags und sonntags ab 19 Uhr im Live-Stream hier abrufbar. Das große Finale...
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.06.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.
  • Für die Panorama-Gesichtsvisiere von Fleig wird Kunststoff für die Lebensmittelindustrie verwendet.
    24.06.2020
    Fleigs Panorama-Visier:
    Schwarzwälder Erfindergeist für die neue deutsche Normalität: Die Lahrer Hans Fleig GmbH hat ein innovatives Visiersystem als komfortable Lösung für den Schutz vor Ansteckung entwickelt. Das Unternehmen sichert so bestehende Arbeitsplätze und sieht Potenzial, zusätzliche Mitarbeiter einstellen zu...