Kehl
Dossier: 

Montagsdemo für offene Schulen in Kehl

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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17. Mai 2021
Öffnet die Schulen! Das forderten am Montag Eltern und Kinder in Kehl.

Öffnet die Schulen! Das forderten am Montag Eltern und Kinder in Kehl. ©Nina Saam

Unter dem Motto „Montag für die Zukunft“ demonstrierten am Montag Eltern und Kinder vor der Kehler Stadthalle für eine vollständige Öffnung der Schulen. Sie beklagen, dass nur an anderen Stellen Lockerungen geplant sind.

„Wir sind jung, wir brauchen Bildung“ oder „No school, no future“ stand auf den Schildern, mit denen sich Eltern und Kinder gestern um 8 Uhr gegen die fehlende Öffnungsperspektive der Schulen wandten. „Es kann nicht sein, dass über Lockerungen in vielen Bereichen gesprochen wird, aber bei den Schulen geht nichts“, sagt Ségolène Chesneau, die gemeinsam mit Florence Grandon den Protest organisiert hat. „Auch versteht niemand, warum bei Grundschulen eine Inzidenz von 100 gilt, sie bei den weiterführenden Schulen aber bei 50 liegen muss.“

Die beiden Französinnen, deren Kinder die Falkenhausenschule besuchen, haben den direkten Vergleich: Auf der anderen Rheinseite waren es die Schulen, die als letztes geschlossen wurden. „In Frankreich waren sie vielleicht zwei oder drei Wochen zu, in der Schweiz waren sie immer offen“, sagt auch David Gümbel. „Es gibt keinen Grund, Schulen dichtzumachen. Es gibt keinen Nachweis, dass Kinder und Jugendliche das Virus in die Familien tragen, das sagen sämtliche Fachleute wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie.“

Die Idee zu ihrer Montagsdemo kam den Organisatorinnen relativ spontan, weshalb sie nur ein paar Eltern eingeladen hatten. „Wir wollten auch nicht, dass irgendwelche Querdenker dazukommen“, sagt Florence Grandon. „Uns geht es nur um unsere Kinder.“

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Viele Menschen glaubten, dass die Schulen wieder normal geöffnet seien, weil es ein bisschen Präsenzunterricht und die Notbetreuung gebe. In der Schule ihrer Kinder seien in einer Woche die ersten und zweiten Klassen da, in der nächsten Woche die Klassen drei und vier. Die Klassen werden geteilt, die eine Hälfte wird von der Lehrerin unterrichtet, die andere mache unter Aufsicht Aufgaben. „Dazu kommt, dass die Lehrer weniger unterrichten können, weil sie auch Notbetreuung machen müssen“, erklärt Ségolène Chesneau. „Unsere Kinder haben also etwa nur 20 Prozent normalen Präsenzunterricht.“ Widersinnig sei auch, dass in der Notbetreuung 20 Kinder im Raum seien, die regulären Klassen aber geteilt werden müssten. „Da gibt es so viele Sachen, die einfach keinen Sinn machen.“

Die Folgen des fortwährenden Schul-Lockdowns seien gravierend: Den Kindern fehle die Struktur und die Gruppe – und oft genug auch die Motivation für den Fernunterricht. Es gebe Familien mit vier schulpflichtigen Kindern, aber nur einem Computer; Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die durch den Mangel an Kontakt und pädagogischer Begleitung die Sprache wieder verlernten; Kinder mit psychischen Problemen und Übergewicht: „Alles, was Kinder gesund macht, gibt es nicht mehr: Bildung, Sport, soziale Kontakte“, sagt Chesneau.

Die Eltern wollen nach den Pfingstferien ihre Montagsdemos so lange fortsetzen, bis alle Kinder wieder in den Klassen sitzen, ohne halbe Gruppen und Fernlernunterricht. In den Ferien ist ein Flashmob geplant.

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