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Nabu Kehl gibt Tipps zum Umgang mit Fledermaus-Nachwuchs

Autor: 
Redaktion Kehl
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10. Mai 2021
Das Großes Mausohr im Winterquartier.

Das Großes Mausohr im Winterquartier. ©Nabu Kehl

Wer ein anscheinend verlassenen Jungtier findet, sollte sich unbedingt an den Nabu wenden. Zudem bietet der Verein Unterstützung beim Unterhalten von Fledermausquartieren in Gebäuden an.

Nicht nur Vögel bekommen im Frühling Nachwuchs, von Mai bis Juli ist auch die Zeit der Geburt und Jungenaufzucht bei unseren Fledermäusen. Wie bei allen Säugetieren werden die Jungen nackt geboren und müssen erst lernen, sich in der neuen Welt zurecht zu finden: Fliegen lernen, Beuteinsekten erkennen und erfolgreich jagen, Verstecke suchen.

Manche siedlungsbewohnende Arten wie das Große Mausohr bevorzugen hierfür alte Dachstühle, in denen die Jungen geschützt vor den Blicken potenzieller Beutegreifer das Fliegen üben können. Während die Männchen in dieser Zeit anderweitig beschäftigt sind, werden die Jungen von in Gruppen lebenden Muttertieren in den sogenannten Wochenstuben aufgezogen. Solange die Jungen nicht fliegen können, klammern sie sich in das Fell der Mutter und werden auch zum Jagen mitgenommen. Werden sie mit der Zeit zu schwer, bleiben sie im Unterschlupf zurück, betreut von einzelnen Weibchen wie in einer Art Kindergarten. Da Fledermäuse in der Regel nur ein Junges pro Weibchen und Jahr bekommen, ist es für den Erhalt der Art wichtig, dass dieses überlebt. Deshalb unterstützen sich die Muttertiere bei der Aufzucht gegenseitig.

Nicht selten erreichen den Nabu Anrufe von besorgten Menschen die ein Jungtier auf der Terrasse, in einem Blumentopf oder einfach auf dem Boden gefunden haben. Was ist dann zu tun?

Mutter holt ihr Junges

Markus Kauber weiß es, er ist Fledermausreferent des Nabu Kehl-Hanauerland: „Der erste Gedanke sollte sein: Muttertiere sammeln ihr Junges wieder ein, sobald sie die Gelegenheit dazu haben. Der zweite Gedanke sollte sein: Man kann ein noch flugunfähiges Jungtier zwar mit viel Aufwand und Liebe großziehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das Junge in der freien Natur überlebt, ist nicht sehr groß. Als Pflegeeltern können wir ihnen nur eingeschränkt beibringen, was sie für das Überleben in der Natur wissen müssen.“ Deshalb ergibt sich der dritte Gedanke Kauber zufolge von selbst: „Wann immer es geht, sollte die Trennung von Mutter und Kind vermieden werden. Bevor man also das Jungtier vom Fundort entfernt, sollte man mit uns Rücksprache halten.“ Denn der Fundort lässt sich so gestalten, dass das Muttertier ihr Kind leicht wieder finden kann. Sofortmaßnahmen sind der Schutz vor Katzen und starker Sonneneinstrahlung. Alles andere ist orts- und situationsabhängig und sollte mit dem Nabu besprochen werden.

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Sehr wichtig ist für den Fledermausexperten auch das Thema Fledermausquartiere in Gebäuden, bei dem oft unbegründete Bedenken dominieren. Markus Kauber will sie zerstreuen: „Fledermäuse zerstören kein Isolationsmaterial und nagen auch nicht an Holzbalken. Wir würden uns sehr freuen, wenn alle Besitzer von alten Dachstühlen sich bei uns melden würden. Dazu zählen auch die Kirchen der Region. Meistens wurden die Zugänge zu diesen Räumen pauschal mit Draht gegen Tauben gesichert. Damit wurden aber auch sehr interessante Tagesquartiere für Fledermäuse zerstört.“

Mit einfachen Mitteln und ohne große Kosten ist es möglich, die Tauben draußen zu halten und den Fledertieren trotzdem den Einflug zu ermöglichen. Der Nabu Kehl-Hanauerland übernimmt hierfür die Kosten und die Arbeit. Bei größeren Wochenstuben mit mehr als 100 Tieren kann es zu Ansammlungen von Kot und Urin kommen. „Auch hier sind wir gerne bereit, jeweils in den Wintermonaten die Reinigung zu übernehmen“, so Kauber weiter. „Der Fledermauskot (Guano) ist exzellenter Blumendünger, der ansonsten für viel Geld in den Gartenmärkten gekauft werden muss.

Ganz generell: Melden Sie sich bitte, wenn Sie Kenntnis von einem Quartier haben, oder glauben, dass es eines gibt!“

Kontaktaufnahme unter •01525/4049179 oder nabu@nabu-kehl.

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