Gemeinderat

Nahwärme für Kork

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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19. November 2020

Handwerksmuseum, Mehrzweckhalle, Grundschule (Foto) und Alte Schule, in der Korker Vereine und der Jugendkeller einziehen werden, sollen über ein Nahwärmenetz mit Energie versorgt werden. ©Nina Saam

In Kork steht eine energetische Sanierung mehrerer kommunaler Gebäude an. Eine am Mittwoch im Gemeinderat vorgestellte Untersuchung hält ein lokales Nahwärmenetz für die wirtschaftlich beste Lösung.

In der Ortsmitte von Kork gruppieren sich um den Schulhof mehrere kommunale Gebäude – das Handwerksmuseum, die Mehrzweckhalle mit der benachbarten Grundschule und die alte Schule, die derzeit zum Gemeinschaftshaus umgebaut wird, mit der daran angeschlossenen alten Turnhalle. 

Veraltete Anlagen

Allen Gebäuden ist gemein, dass die Erdgas-gespeisten Heizungsanlagen fortgeschrittenen Alters und damit erneuerungsbedürftig sind. Durch die unmittelbare Nähe zueinander bietet sich hier ein Nahwärmenetz an. Dazu hat die Stadt ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung eines Konzepts beauftragt. Das Ergebnis stellte Lukas Krämer vom Gebäudemanagement auf der Gemeinderatssitzung am Mittwoch vor.

Zur Auswahl standen vier Varianten: Zwei dezentrale Lösungen, in der jedes Gebäude eine eigene Heizzentrale bekommt, und zwei Nahwärmeverbünde.  In der großen Variante werden alle Gebäude durch ein Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) beliefert, in der kleineren Variante werden nur die Halle und die Schulgebäude zusammengeschlossen, das Museum bekäme ein eigenes BHKW.

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Die dezentralen Lösungen unterscheiden sich in der Art des Energieträgers: Bei der zweiten Variante werden neben Erdgas (Museum) auch Pellets (Schulen, Halle) eingesetzt. Im Museum ist eine Pelletheizung nicht möglich, da dort der Lagerplatz für Pellets fehle, so Krämer.

Detailliert wurden Betriebs-, Verbrauchs- und Investitionskosten aufgelistet, ebenso die CO2-Emissionen. Hier hat die Pellets-Variante ganz klar die Nase vorn: Die CO2-Emissionen liegen um 30 bis 40 Prozent unter denen der BHKW-Varianten. Durch die im Vergleich höhere Fördersumme ist auch der Investitionspreis am niedrigsten. Auch fällt bei der Verwendung von Pellets als Energieträger die CO2-Steuer weg, die ab 2021 fällig ist. Dem steht gegenüber, dass die Pellets teurer sind als Erdgas und eine Pellet-Anlage störanfälliger ist – weshalb auch auf die Prüfung der Möglichkeit verzichtet wurde, die „große Lösung“ mit Pellets zu betreiben. 

„Allen Varianten ist gemeinsam, dass es einen wesentlichen Einspareffekt zum Ist-Zustand gibt“, legte Lukas Krämer dar. „Gesamtwirtschaftlich gesehen ist aber der große Erdgas-BHKW-Nahwärmeverbund am günstigsten.“ Auch sei eine solche Anlage am einfachsten erweiterbar, weshalb das Gebäudemanagement diese Lösung empfiehlt.

Sanja Tömmes fragte, warum man nicht in Erwägung gezogen habe, das gerade sanierte Rathaus mit in diesen Wärmeverbund aufzunehmen. Gebäudemanagement-Chef Michael Heitzmann erläuterte, dass das Rathaus im Vergleich wenig Energie brauche: „Dort wird nicht geduscht“, sagte er. Der hohe Wärmeverlust durch die relativ langen Leitungen dorthin mache einen Anschluss unrentabel. 

Anders wäre dies bei den beiden in unmittelbarer Nähe liegenden Hotels, die Ortsvorsteher Patric Jockers ins Spiel brachte. „Wir wissen natürlich nicht, ob deren Heizkessel auch erneuerungsbedürftig sind“, sagte Michael Heitzmann. „Aber die haben durch den Warmwasserverbrauch der Hotelgäste einen viel höheren Wärmebedarf.“  

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