Kehl - Bodersweier

Naturlandstiftung Familie Lasch wird rechtsfähig

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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15. Juni 2015
Oberbürgermeister Toni Vetrano (Mitte) übergab Marco Lasch, dem Vorsitzenden der Naturlandstiftung Familie Lasch (links), die Stiftungsurkunde. Rechts Bodersweiers Ortsvorsteher Manfred Kropp.

Oberbürgermeister Toni Vetrano (Mitte) übergab Marco Lasch, dem Vorsitzenden der Naturlandstiftung Familie Lasch (links), die Stiftungsurkunde. Rechts Bodersweiers Ortsvorsteher Manfred Kropp. ©Nina Saam

Die Naturlandstiftung Familie Lasch in Bodersweier will der Öffentlichkeit die Bedeutung der Natur ins Bewusstsein rufen. Jetzt ist sie rechtsfähig.

Vor zwei Jahren wurde die Naturlandstiftung Familie Lasch mit Sitz in Bodersweier gegründet. Nun wurde sie als rechtsfähige Stiftung anerkannt, was mit einem zünftigen Wildschweinessen an der alten Pflanzschule gefeiert wurde.
Früher hatte jedes Dorf mit Waldbesitz eine Pflanzschule, in der junge Schösslinge »verschult« wurden, um sie nach der Aufzucht auszupflanzen. Heute werden junge Bäume bei Bedarf zugekauft. Die Pflanzschulen gerieten in Vergessenheit und wucherten zu. Die Naturlandstiftung Familie Lasch hat das Areal der Bodersweierer Pflanzschule wieder »freigelegt« und will sie ihrem ursprünglichen Zweck zuführen – als Ort der Umweltbildung.

Die Naturlandstiftung hat sich zum Ziel gesetzt, den durch die moderne Lebensweise des Menschens bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensräume zurückzugeben und gleichzeitig die Bedeutung der Natur ins Bewusstsein zu rufen. »Unsere Familie hatte schon immer eine enge Bindung zur Natur«, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Marco Lasch, bei der Übergabe der Stiftungsurkunde.

Seit Generationen in Bodersweier ansässig konnten sie beobachten, wie mit dem Wandel der Landwirtschaft die kleinparzellige Dreifelderwirtschaft großen Ackerflächen wich und viele Arten wie das Rebhuhn oder der Große Brachvogel verschwanden. Sein Vater Hermann Lasch begann kleinere Flächen zu erwerben, um dort Lebensräume für diese bedrohten Tiere zu bewahren. Aus diesem Engagement erwuchs die Idee, eine Stiftung zu gründen. »Wir sind keine Ökoromantiker«, betonte Marco Lasch. »Bei sieben Milliarden Menschen ist eine industrialisierte Landwirtschaft notwendig.«

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Wald und Feld aber nur unter wirtschaftlichen Aspekten zu betrachten, sei der falsche Weg. Mit ihren Aktivitäten möchte die Naturlandstiftung naturnahe Flächen erhalten und mit konkreten Projekten etwas für den Artenschutz tun. Dabei verfolge man einen ganzheitlichen Ansatz und stehe in engem Dialog mit Landwirten, Jägern und Kommunen. Mittlerweile betreut und pflegt die Stiftung 21 Hektar naturnahe Flächen und Biotope. 3400 Bäume und 2400 Heckenpflanzen wurden gepflanzt und 2,8 Kilometer Gräben instandgesetzt.

Daneben hat sich die Stiftung auf die Fahnen geschrieben, den Menschen den Wert der Natur bewusst zu machen. »Umweltbildung ist die Grundlage für ökologisches Verhalten«, so Marco Lasch. »Der Mensch muss um seine Stellung im Ökosystem wissen.« Und da Werte und Normen im Kindesalter angelegt werden, möchte die Stiftung möglichst viele Kinder mit den Vorgängen in der Natur vertraut machen. Dazu hat die Stiftung fünf Naturpädagogen ausgebildet und ein Umweltmobil angeschafft, das Schulen und Kindergärten besuchen kann. In der Pflanzschule sollen Kinder im Wald gesammelte Eicheln oder Ahornsamen einpflanzen und über ein paar Jahre hinweg das Wachstum »ihres« Baums verfolgen können.

Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano zeigte sich bei der Übergabe der Stiftungsurkunde beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten der Naturlandstiftung. »Mit Konflikten zwischen Ökologie und Ökonomie haben wir es in der Kommunalpolitik tagtäglich zu tun«, sagte er. »Ein Einklang lässt sich nur finden, wenn man bewusster mit der Natur umgeht – und dazu tragen Sie mit Ihrer Stiftung bei.«

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