Junge Pflege in Willstätt

Neubau beim Pflegeheim mit zukunftsweisendem Konzept

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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11. Oktober 2017
Freuen sich über das moderne Haus mit dem innovativen Pflegeansatz (von links): Peter Reimer und Bettina Lehmann-Isenmann von der Winkelwaldgruppe, Burkhard Isenmann (Orbau), Pflegeheimleiterin Sysett Twrdy, Bürgermeister Marco Steffens und Anskar Hail, Sozialplaner beim Landratsamt Offenburg.

(Bild 1/2) Freuen sich über das moderne Haus mit dem innovativen Pflegeansatz (von links): Peter Reimer und Bettina Lehmann-Isenmann von der Winkelwaldgruppe, Burkhard Isenmann (Orbau), Pflegeheimleiterin Sysett Twrdy, Bürgermeister Marco Steffens und Anskar Hail, Sozialplaner beim Landratsamt Offenburg. ©Nina Saam

Am Freitag ist in Willstätt das Haus »Weidenwinkel«, das drei verschiedene Betreuungsangebote unter einem Dach vereint, feierlich eingeweiht worden. Damit stehen in der Sessichstraße nun insgesamt mehr als 100 Pflegeplätze unterschiedlicher Couleur zur Verfügung.

Mit einer ambulant betreuten Wohngruppe der Jungen Pflege, einer Tagespflegeeinrichtung für Senioren, sechs betreuten Seniorenwohnungen und einer Physiotherapiepraxis mit Medical Fitness-Training ergänzt das Haus »Weidenwinkel« auf mehr als 1500 Quadratmetern das bestehende Angebot von Pflegeheim und Seniorenwohnanlage.

»Wir sind hier, um dem demografischen Wandel gerecht zu werden«, begrüßte Peter Reimer, Prokurist der Winkelwaldgruppe, die hinter dem Betreiber WiWa Seniorendienstleistungen steht, die Anwesenden. »Davon ist jeder betroffen – und jeder möchte so lange wie möglich selbstbestimmt leben.« Dies gelte besonders für junge Pflegebedürftige, die bislang mangels Alternativen zumeist in Seniorenpflegeheimen mitbetreut werden – was nicht unbedingt ihren Bedürfnissen entspricht. Mit der Jungen Pflege steht nun im Weidenwinkel jüngeren pflegebedürftigen Erwachsenen von 18 bis 60 Jahren eine ambulant betreute Wohngruppe offen. Maximal 12 Bewohner teilen sich eine 625 Quadratmeter große Wohnung mit einem großzügigen Gemeinschaftsbereich und zwölf Einzelzimmern, jedes mit einem eigenen Bad.

Vorreiter in Baden-Württemberg

Sozialplaner Anskar Hail, im Kreis für neue Wohnformen zuständig, lobte alle Beteiligten für ihr großes Engagement, allen voran die Leiterin des benachbarten Pflegeheims, Sysett Twrdy, und die Firmengruppe Orbau als Investor und Bauherr. Viel Zeit habe man damit verbracht, das Konzept einer ambulant betreuten Wohngruppe (ABW) auf der Grundlage des just in Kraft getretenen Gesetzes für unterstützende Wohnformen, Teilhabe und Pflege (WTPG) auszutüfteln, so Hail. Dabei sei ein zukunftsweisendes Betreuungskonzept entstanden, das bislang einzigartig in Baden-Württemberg ist. 

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»Ich hätte nie gedacht, dass das alles wirklich so umgesetzt wird«, berichtete Sysett Twrdy von der Vorgeschichte des Baus. Eines Tages sei der Chef der Orbau, Burkhard Isenmann, auf sie zugekommen mit der Frage, welche Betreuungsangebote noch wünschenswert wären. »Ich habe ein Haus gezeichnet und reingeschrieben: Eine größere Tagespflege, eine Junge Pflege und noch ein paar betreute Wohnungen.« 

Nur noch eine Wohnung frei

Genau so ist es gekommen. In der ABW leben bereits fünf Menschen, sieben weitere kämpfen noch mit den bürokratischen Hürden – schließlich ist das Konzept auch für die Kostenträger neu, so die Heimleiterin. Die Tagespflege, die im Erdgeschoss auf knapp 300 Quadratmetern 14 Plätze bietet, ist durchschnittlich zu 70 Prozent ausgelastet. Und von den sechs betreuten Seniorenwohnungen im Obergeschoss, jede mit einem großen Balkon und einer Gemeinschaftsterrasse, ist nur noch eine frei.

Bürgermeister Marco Steffens zeigte sich dankbar für das vielfältige Angebot im Bereich der Seniorenpflege. »Auch in ländlichen Gemeinden bröckeln die Familienstrukturen«, gab er zu bedenken. »Deshalb brauchen wir auch auf dem Land solche Einrichtungen.«

Den symbolischen Schlüssel in Form eines leckeren Backwerks nahm anschließend Pflegedienstleiterin Stefanie Ruf entgegen, da Hausmanagerin Katja Wiedlin wegen einer Fortbildung verhindert war. Danach konnten die Räumlichkeiten bei einem Rundgang durchs Haus ausgiebig in Augenschein genommen werden.

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