Diskussion im Hesselhurster Ortschaftsrat

Neuer Rinderstall im Außenbereich durchgewunken

Autor: 
Richard Lux
Lesezeit 3 Minuten
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14. Februar 2020

Anstelle des alten Rinderstalles soll im „Sandlohrrain“, im Außenbereich von Hesselhurst, für 30 Kühe und ein Bulle ein neuer Rinderstall gebaut werden. ©Richard Lux

Mit einem mehrheitlichen Beschluss hat der Ortschaftsrat Hesselhurst dem Abbruch eines vorhandenen Rinderstalls und Neubau eines Stalls für 30 Mutterkühe mit Bulle zugestimmt. Diese Empfehlung erfolgte allerdings erst nach einer längeren Diskussion.

Auf einem Grundstück im Gewann „Sandlohrrain“ bei Hesselhurst soll ein bestehender alter Rinderstall abgebrochen und dafür ein neues Stallgebäude für 30 Mutterkühe und einen Bullen errichtet werden. Es geht dabei um einen landwirtschaftlichen Betrieb, welcher dem Amt für Landwirtschaft als Nebenerwerbsbetrieb gemeldet ist.

„Privilegiertes Vorhaben“

Wie Ortsvorsteher Volker Mehne im Ortschaftsrat erläuterte, liegt das in Frage kommende Grundstück im Außenbereich. Was dort gebaut werden darf, regelt Paragraf 35 des Baugesetzbuchs. Demnach sind „privilegierte Bauvorhaben“ im Außenbereich zulässig.

Nicht anfreunden mit dem Beschlussvorschlag konnten sich Karin Vogeley (FWV) und Sylvia Lutz (GFH). So merkte Vogeley unter anderem an, dass die Privilegierung der Antragsteller ja noch nicht endgültig sei; zudem vermisste sie in den ausgelegten Plänen die vorgesehene Entsorgung für Gülle und Mist.

Über die Erteilung der Privilegierung entscheide letztendlich das Amt für Landwirtschaft, entgegnete Volker Mehne – und zwar erst dann, wenn der Antrag beim Ortschaftsrat, im Bauausschuss und im Gemeinderat durch ist. Falls sich das Amt allerdings gegen eine Privilegierung aussprechen sollte, sei die jetzige Empfehlung laut Mehne hinfällig. 

Sylvia Lutz äußerte Bedenken, da das Bauvorhaben sehr nahe am Dorf ist und anstatt wie bisher zehn Mutterkühe, vier Kälber und ein Bulle in Zukunft dreimal so viel Kühe auf der Weide stehen werden – und dazu noch die in größerer Menge zu erwartenden Kälber.

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Sie befürchtete ferner Probleme mit den Emissionswerten und wies zudem darauf hin, dass man vor acht Monaten einen ähnlichen Antrag im Ortschaftsrat abgelehnt habe.

Mehne merkte dazu an, dass zwischen dem jetzigen und dem früheren Vorhaben ein grundliegender Unterschied bestehe, denn die jetzigen Antragsteller seien im Gegensatz zum Antragsteller vor acht Monaten Grundstückseigentümer. 

Romeo Vogt (FWV) beurteilt das Vorhaben positiv. Er wolle keine Politik des Blockierens betreiben und er sehe in dem neuen Rinderstall eine Weiterentwicklung für das Dorf.

Ähnlich argumentierte Patric Bär (GFH). Für ihn bekommt die Landwirtschaft eine Aufwertung und da bereits Kühe auf der Weide stehen, entscheide man sich ja nicht für ein neues Projekt.

In ähnliche Richtungen gingen die Wortmeldungen von Kurt Vetter (FWV) und Volker Knoth (GfH), obwohl sich auch Volker Knoth damit schwer tut, was die Reihenfolge der Genehmigung in Sachen Privilegierung betrifft.

Die Abstimmung brachte dann schließlich ein mehrheitliches Ergebnis für den Antrag. Sylvia Lutz und Karin Vogeley stimmten wie in ihren Wortmeldungen angekündigt dagegen, während Volker Mehne, Kurt Vetter, Romeo Vogt, Patric Bär und Volker Knoth zustimmten.

Ortschaftsrat Nikolaus Hillert (FWV) durfte wegen Befangenheit nicht mitstimmen. 

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