Premierenlesung in Willstätt

Odelshofener Autorin Heidrun Hurst präsentiert neuen Roman

Antje Ritzert
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18. September 2019

Heidrun Hurst bei der Vorstellung ihres neuen Romans »Die Kräutersammlerin« im Gewächshaus der ehemaligen Gärtnerei Hetzel in Willstätt. ©Antje Ritzert

Premierenlesung im »Palmengarten« der ehemaligen Gärtnerei Hetzel: Vor über 100 Zuhörern las die Odelshofener Schriftstellerin Heidrun Hurst Auszüge aus ihrem neuen Schwarzwaldkrimi »Die Kräutersammlerin«. 

Die Geschichte beginnt mit einer Schädel-Trepanation. So manch einer der Besucher legte erst einmal irritiert seinen Flammkuchen beiseite. Doch die Autorin Heidrun Hurst ersparte ihren Zuhörern die Details der operativen Schädelbohrung, die die Menschen schon vor tausenden Jahren angewandt haben, um den Hirndruck zu senken. Schließlich sollte niemandem im »Palmengarten« der Appetit vergehen.

Über 100 Besucher

Über 100 Gäste waren gekommen, um im Gewächshaus der ehemaligen Gärtnerei Hetzel dem Vortrag der 53-jährigen Odelshofener Schriftstellerin zu folgen. »Die Kräutersammlerin« ist bereits das achte Buch, das Heidrun Hurst veröffentlicht hat. Der Roman handelt von einer 19-jährigen Frau, die im Wald den übel zugerichteten Leichnam eines jungen Mädchens entdeckt und sich auf gefährliche Spurensuche begibt. Die Geschichte spielt im Jahr 1343 nahe der Stadt Schiltach und ist ein Hurst’scher Roman par excellence: Geschickt verwebt die Autorin historische Gegebenheiten und fundierte Recherche mit einem spannenden Handlungsfaden.

So zeichnet Hurst nicht nur die Geschichte der Stadt Schiltach und ihrer Umgebung nach, sondern vermittelt ihren Lesern auch ein authentisches Bild vom schweren Alltag der einfachen Leute im Kinzigtal. Der Leser begibt sich zusammen mit der freiheitsliebenden Protagonistin auf eine abenteuerliche Reise durch eine Zeit, in der oftmals nicht der Gerechtigkeitssinn, sondern der Geldbeutel oder der Stand innerhalb der Gesellschaft über Recht und Gesetz entschied. Ganz nebenbei erfährt er interessante Details über längst vergessene Berufe, wie der des Knochenhauers, des Gerbers oder des Flößers.

Flößer als Begleiter

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Ein Flößer spielt im Buch eine besondere Rolle. So ist es der junge Flößer Lukas, der die Protagonistin Johanna ungebeten auf ihren Abenteuern begleitet und ihr schließlich sogar das Leben rettet. Johanna nimmt zudem ein »Wolfs­kind« bei sich auf, ein verwildertes Mädchen, das lange Zeit allein im Schwarzwald unter der Obhut einer Wölfin gelebt hat. Die Wölfin selbst weicht ihrem »Kind« keinen Augenblick von der Seite. Aber mehr sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Zur Premierenlesung waren auch die Schiltacher Flößer gekommen, die Heidrun Hurst bei der Recherche zum Buch unterstützt hatten. Der Verein, der sich die Bewahrung des Flößerhandwerks auf die Fahnen geschrieben hat, nahm die Lesung in Willstätt zum Anlass, die Wieden des Schau-Floßes an der alten Kinzig zu erneuern. Hans Harter, Historiker und Mitglied der Schiltacher Flößer, nickte nach der Veranstaltung anerkennend: »Das hat alles gestimmt, was Frau Hurst zum Thema vorgetragen hat.«

Moderne Kräuterfrau zu Gast

Passenderweise war auch die Heil- und Kräuterfachfrau Angelika Schütterle aus Rheinau mit einem kleinen Produkt-Stand bei der Lesung vor Ort. Denn Johanna, die Prota­gonistin im Buch, ist Kräutersammlerin – oder Heilpraktikerin, wie man wohl heute sagen würde: Sie kennt sich mit der Wirkung von Pflanzen und einfachen medizinischen Handgriffen aus. Heidrun Hurst hat in ihrem Buch so einiges vom Fachwissen der früheren Kräuterfrauen wieder ausgegraben – und wer genau liest, findet sogar das eine oder andere verbriefte »Rezept« für gewisse Zipperlein. 

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung vom Oberkircher Konzertgitarristen Klaus Leopold.

◼ »Die Kräutersammlerin« ist im Emons Verlag erschienen und kostet 11,90 Euro.

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