»Faszination Wasser«

Veranstaltungsreihe der Bürgerstiftung: Ohne Wasser kein Leben

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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18. September 2019

(Bild 1/2) Wasser ist lebenswichtig - und hat ungewöhnliche physikalische Eigenschaften. ©Iris Rothe

Einen umfassenden Überblick über die Bedeutung des Wassers für das Leben und den Menschen gab Manfred Gärtner im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Faszination Wasser« der Bürgerstiftung Kehl am Dienstag in der Hochschule. 

Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Kaum ein Stoff ist so unverzichtbar: Nach drei Tagen »ohne« wird es für den Menschen kritisch. Schon Thales von Milet hat um 600 v. Chr. erkannt, dass das Wasser Ursprung aller Dinge ist. Auch in den Weltreligionen spielt Wasser eine große Rolle, ob die christliche Taufe, die Mikwe (»Judenbad«), die Fußwaschung im Islam oder das rituelle Bad im Ganges der Hinduisten. Westliche und östliche Philosophen beschäftigten sich ebenfalls mit dem Wasser als einem der vier beziehungsweise fünf Grundelemente. 

2,5 Liter täglich

Als Mediziner hatte Manfred Gärtner vor allem das Wasser im Menschen im Blick. »Mit der extrazellulären Flüssigkeit haben wir alle ein bisschen Urmeer in uns«, sagte er. Mit dem Alter nimmt der Wassergehalt im Körper ab: Besteht ein Säugling noch zu 75 Prozent aus Wasser, kann der Gehalt im Alter bis auf unter 50 Prozent sinken. Der Salz-Wasser-Haushalt im Körper wird über die Nieren und das Zusammenspiel verschiedener Hormone reguliert. Etwa 2,5 Liter Wasser sollte man täglich über Getränke und die Nahrung aufnehmen.

Ist der Wasserhaushalt gestört, leidet der Mensch. Ausführlich skizzierte Gärtner Ursachen und Symptome der Exsikkose (Austrocknung) und der Überwässerung, die in Kombination mit Natriummangel zu einer »Wasservergiftung« und einer Organschädigung führen kann.   Das Trinkwasser ist eins unserer wichtigsten Lebensmittel. Allerdings ist es oft belastet, durch Schwermetalle und Nitrate, Umwelttoxine und Mikroplastik. »Dass das Trinkwasser kontrolliert wird, heißt nicht, dass es sauber ist«, so Manfred Gärtner. »Nur ein kleiner Teil der beeinträchtigenden Stoffe kann zuverlässig gemessen werden.«

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat zwar kürzlich das bisherige Mikroplastik-Niveau im Wasser als ungefährlich bezeichnet. Allerdings wird eine Verdoppelung des Mikroplastikgehalts bis 2025 erwartet, führte Gärtner aus. Bei Nanopartikeln, die noch tiefer in den menschlichen Körper eindringen können, gerät die Analytik zudem an ihre Grenzen. Auch ist noch nicht abschließend erforscht, wie sich die im Klärschlamm enthaltenen Plastikteilchen auf die Natur auswirken. 

Sichtbarer sind dagegen die fünf großen Müllstrudel in den Weltmeeren, in denen sich der ins Meer gespülte Plastikmüll durch die Meeresströmungen akkumuliert. Der Great Pacific Garbage Patch im Nordpazifik ist der größte: Er bedeckt eine Fläche so groß wie Mitteleuropa. Wasser wird auch zu Heilzwecken eingesetzt. Zu nennen sind hier Entgiftungs-Trinkkuren, Kneipp-Kuren oder die Thalassotherapie. Auch allerlei kuriose, wissenschaftlich nicht reproduzierbare Wirkungen werden dem Wasser zugeschrieben.

Unbestreitbar ist jedoch, dass Wasser ein besonderer Stoff ist. Warum hat Eis eine geringere Dichte als flüssiges Wasser? Warum gibt es die Oberflächenspannung, die die sogenannte »Jesus-Christus-Echse« und Wasserläufer übers Wasser flitzen lässt? Warum friert einmal erwärmtes Wasser schneller wieder ein als kaltes?

»Bis heute sind 69 Wasseranomalien bekannt, die physikalisch schwer erklärbar sind«, so Gärtner. Um die Kehler in den Genuss der gesundheitsfördernden Wirkung des Wassers kommen zu lassen, schlug der ausgewiesene Wasser-Fan die Anlage eines Wasser-Labyrinths im Rheinvorland vor, umgeben von Heilpflanzen. »Das wäre eine gute Ergänzung zum Wasserband«, so der Mediziner abschließend.

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