Kehl

Operation am Rasenplatz

Autor: 
Walter Hans-Jürgen
Lesezeit 4 Minuten
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27. März 2013
Ulrich Marx - Seit der Einweihung des Rheinstadions ist der 1964 eingebaute Naturrasen des Hauptspielfeldes unverändert geblieben. Jetzt soll der Rasen mit Drainageneinbau und dreijähriger Intensivpflege in einen Top-Zustand gebracht werden.

Ulrich Marx - Seit der Einweihung des Rheinstadions ist der 1964 eingebaute Naturrasen des Hauptspielfeldes unverändert geblieben. Jetzt soll der Rasen mit Drainageneinbau und dreijähriger Intensivpflege in einen Top-Zustand gebracht werden.

Bis zum Sommer müssen die Oberliga-Fußballer des Kehler FV noch durchhalten. Dann wird der Rasen im Rheinstadion auf Vordermann gebracht. In einem neuartigen Verfahren.

Kehl. Die Kritik war harsch. Nach dem Fußball-Länderspiel der U 19 zwischen Deutschland und Frankreich im November des vergangenen Jahres wurde über den desolaten Rasen auf dem Hauptspielfeld im Kehler Rheinstadion von allen Seiten kräftig gescholten. Trotzdem sahen die 2950 Zuschauer im Stadion und die Fans an den Bildschirmen zu Hause nicht nur, wie der Ball über die Grashubbel holperte, sondern trotz allem einen 3:0-Sieg der deutschen Nachwuchskicker.

Neuartiges Verfahren

Auch die Oberliga-Spieler des einheimischen Kehler FV scheinen mittlerweile mit dem speziellen Rasen klar zu kommen. Beleg dafür ist zuletzt das Heimspiel der Grün-Weißen gegen den SSV Reutlingen am vergangenen Samstag. Einem starken Gegner rangen die Kehler auf schwer bespielbarem Platz ein 0:0 ab.

Doch künftig soll nun alles besser werden. Zumindest mit dem Rasen auf dem Hauptspielfeld. Dieser wird nun nämlich saniert. Nach einem neuartigen Verfahren, das sich Stadt und Vereinsführung des KFV von einer elsässischen Spezialfirma erklären ließen, die unter anderem den Rasen im Straßburger Meinau-Stadion so in Schuss hält.

»Im Sommer soll’s los gehen«, sagt Thomas Zipp, der bei der Stadt zuständige Grün-Planer. Um die Außenränder und über die Breite in Abständen von 11 Metern wird aus dem Rasen ein jeweils schmaler Streifen ausgestochen. In diese Streifen hinein wird zirka 1,5 Meter tief eine Drainage verlegt. Danach wird der ausgestochene Rasen wieder eingesetzt.

Nach Auskunft der Fachleute aus dem Elsass ist der Platz unmittelbar wieder bespielbar. In der Folge wird der Platz weiter verbessert durch eine dreijährige Intensivpflege, ebenfalls von der Spezialfirma ausgeführt. Nachdem der Gemeinderat den Auftrag für die Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung vergeben hat, wird laut Thomas Zipp jetzt die Platzsanierung ausgeschrieben, so dass in der Sommerpause mit den Arbeiten begonnen werden kann.

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Der KFV begrüßt das gefundene Sanierungsverfahren. »Es ist eine Alternative zur Vollsanierung«, erklärt Präsident Claus Haberecht gegenüber der Kehler Zeitung. »Zwar wird der Rasen erst nach drei Jahren einer Vollsanierung entsprechen, doch die gewählte Sanierungsart hat den Vorteil, dass der Spielbetrieb im Rheinstadion ohne Unterbrechung möglich ist.«

Dagegen hätte eine konventionelle Rasen-Vollsanierung bedeutet, dass der KFV ein Jahr seine Heimspiele nicht im Rheinstadion hätte austragen können. Man hätte beispielsweise mit der Oberliga-Mannschaft nach Offenburg ausweichen müssen. »Ein Jahr Pause hätte zudem finanzielle Ausfälle und zusätzliche Kosten für uns bedeutet«, macht Präsident Haberecht klar. Nach Auskunft der Fachleute sei das jetzt gewählte Verfahren mit Drainageneinbau und dreijähriger Intensivpflege in der Qualität des Rasens gleichzusetzen mit einer Vollsanierung, berichtet Haberecht.

Die für die Drainage ausgestochenen Rasenstreifen könnten wieder so eingesetzt werden, dass nichts zu bemerken sei.

Gute Lösung gefunden

»Für uns war wichtig, dass wir eine Lösung finden, die für die Stadt gut ist und für uns«, sagt der KFV-Präsident. 165 000 Euro stehen für die Sanierung im Haushalt. Die Alternative mit Rollrasen hätte 225 000 Euro gekostet. Claus Haberecht berichtet von konstruktiven und angenehmen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt. »Wenn das Ergebnis der Sanierung des Rasens genauso gut ist, dann haben wir einen guten Platz.«

Naturrasen von 1964

Das Hauptspielfeld im Kehler Rheinstadion ist dringend sanierungsbedürftig. Nach Auskunft der Stadt wurde das Spielfeld 1964 mit Naturrasen angelegt. Seither wurde an dem Hauptspielfeld nichts gemacht. Der Platz verfügt bisher über keine Drainage. Deshalb ist das Hauptspielfeld bei längeren Regenfällen in den Herbst- und Wintermonaten nicht benutzbar. Bedingt durch die jahrelange, intensive Nutzung weist der Sportplatz laut Tiefbau der Stadt starke, irreparable Unebenheiten auf, die den Ansprüchen der Fußball-Oberliga nicht mehr genügen. In der Oberliga spielt die erste Mannschaft des Kehler Fußballvereins.

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