Kommunalpolitik

Ortschaftsrat Goldscheuer: Baugrundstücke gesucht

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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16. September 2018

Auch dieses Wiesengrundstück an der Schlossergasse in Marlen gegenüber dem »Brauhaus zum Wilden Mann« soll nach dem Willen des Ortschaftsrates Goldscheuer in einen Bebauungsplan »Schlossergasse/Kehler Straße/Narzissenweg« einbezogen werden. ©Michael Müller

Für den Bereich Schlossergasse/Kehler Straße/Narzissenweg in Marlen soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Ortschaftsrat Goldscheuer beschloss am Donnerstag, im Herbst einen entsprechenden Initiativantrag auf den Weg zu bringen.

Auf dem Grundstücksmarkt im Kehler Süden ist nach wie vor Druck im Kessel. Die Stadt kann derzeit keine eigenen Baugrundstücke anbieten; folglich rücken die unbebauten Grundstücke in Privatbesitz in den Mittelpunkt des Interesses. Wie schwierig es ist, zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen, hatte nicht zuletzt die Kontroverse um die Bebauung im Eschenweg in Marlen deutlich gemacht. Und ein Ende der Diskussionen ist nicht absehbar. 

Viele unbebaute Grundstücke

Denn in Marlen gibt es noch viel mehr unbebaute Grundstücke – etwa im Bereich Schlossergasse/Kehler Straße/Narzissenweg. Zudem stehen zwei bebaute Grundstücke an der Kehler Straße und an der Schlossergasse zum Verkauf. Für das Grundstück in der Schlossergasse gibt es auch schon Interessenten, die auch sehr konkrete Vorstellungen haben, wie man die Grundstücke bebauen könnte, wie Ortsvorsteher Richard Schüler am Donnerstag im Ortschaftsrat berichtete. Zudem haben sich laut Ortsverwaltung auch mehrere Eigentümer innen liegender landwirtschaftlicher Grundstücke wiederholt nach einer städtebaulichen Entwicklung erkundigt. 

Gespräche laufen

Im Sommer fand ein Gespräch zwischen der Ortsverwaltung und Vertretern der Planungsabteilung der Stadt statt. Dabei war man sich einig, dass Bedarf besteht, Pflöcke für die künftige städtebauliche Entwicklung in diesem Bereich einzuschlagen. Zudem sei bei der Vielzahl unbebauter Grundstücke ein Umlegungsverfahren durch den Bereich Liegenschaften geboten. 

Domhan: kein Wildwuchs

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Aus dem Ortschaftsrat kam grundsätzlich Zustimmung. Eine wildwüchsige Entwicklung, die nur Profitmaximierung im Auge hat, gelte es zu verhindern, meinte Erwin Domhan (SPD). Ein Bebauungsplan sei daher »ein wichtiges Signal, dass wir die Zügel in der Hand halten«. Für potenzielle Bauherren müsse zudem Verlässlichkeit gegeben sein, so Heinz Rith (CDU). Es gelte, eine »städtebauliche Idee« zu entwickeln – etwa ob man eine Verdichtung ähnlich wie im Neubaugebiet »Mättel II« will oder noch mehr zulässt. Dies müsse auch Richtschnur für die Planung durch die Stadt sein. Und Hans Roser (CDU) wies darauf hin, dass beim Thema »Innenentwicklung« auch die Aufstockung bestehender Gebäude immer wichtiger werden dürfte. 

Anregung des Ortsvorstehers

Zustimmung fand auch die Anregung Richard Schülers, die Schlossergasse bis zur Mehrzweckhalle hin zu überplanen. Denn auch das Areal gegenüber des »Brauhaus zum Wilden Mann« ist derzeit unbebaut. Das Grundstück ist zwar derzeit nicht auf dem Markt, aber das könne sich von heute auf morgen ändern, meinte Rolf Sigg (SPD). Das Grundstück sei ein Herzstück von Marlen.

Einbeziehung der Kehler Straße 

Die Kehler Straße (Ortsdurchfahrt/L75) soll auf Anregung der Stadtplanung in den Geltungsbereich des Bebauungsplans einbezogen werden. Dies böte die Möglichkeit, für das Grundstück Kehler Straße 19, das derzeit nur im vorderen Teil bebaut ist, eine angemessene Erschließung zur Kehler Straße hin vorzusehen. Vorgeschlagen wurde zudem, auch die Neugasse mit einzubeziehen. Dort gibt es unter anderem ein verwahrlostes Grundstück, das jedoch bislang ebenfalls noch nicht am Markt ist. 

Keine Veränderungssperre - vorerst

Auf den Erlass einer Veränderungssperre hingegen sollte erst einmal verzichtet werden. Sollte es tatsächlich zu konkreten Bauanträgen kommen und einvernehmliche Lösungen nicht möglich sein, könne man dies immer noch beschließen, so Schüler. Zwar könnte eine Veränderungssperre sofort mit dem Start des Bebauungsplanverfahrens greifen, doch sie läuft nach zwei Jahren aus – und sie ist in der Regel nicht verlängerbar.
 

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