Kehl-Kork

Park-Chaos am Korker Baggersee: Abschlepp-Aktionen gefordert

Autor: 
Klaus Körnich
Lesezeit 3 Minuten
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20. Juli 2015

Korks Ortsvorsteher Patric Jockers hat die Kehler Stadtverwaltung aufgefordert, wilde Parker am Korker Baggersee rigoros abzuschleppen.

Kork leidet unter »unhaltbaren Zuständen« am Baggersee, wie Ortsvorsteher Patric Jockers betont – und das schon seit Jahren. Vandalismus, Verschmutzung, dazu noch die vielen wilden Parker: Die Situation an heißen Tagen sei »extrem«, wie der Korker Rathaus-Chef sagt.

Vor allem die häufig mehr als 500 Autos am See – besonders an den Wochenenden – sind ihm und vielen Korkern »ein großes Ärgernis«.

Er hat deshalb jetzt die Stadtverwaltung gebeten, Autos abzuschleppen – zur Abschreckung. Denn die Stadtsheriffs verteilen zwar Strafzettel, begründet Jockers, aber die würden meist weggeworfen.

Er fordert zudem von der Verwaltung eine Konzeption für 2016/2017, wie es mit dem Korker Baggersee weiter gehen soll. »Denn nichts tun, können wir nicht. Wir können nicht so tun, als würde es diesen See nicht geben«, sagt Jockers. »Der Baggersee ist kein offizieller Badesee, aber er ist ein inoffizieller Badesee. Er wird benutzt von Tausenden von Menschen.« Dieser Badebetrieb müsse in geordneten Bahnen verlaufen, es müssten entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, fordert Jockers. Er kündigt an, dass der Korker Ortschaftsrat im September in Sachen Baggersee-Konzeption in Klausur gehen wird. Die Ergebnisse möchte er dann dem Kehler Gemeinderat vorstellen.

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Kürzlich hatten der Korker Ortschaftsrat und Helfer Flugblätter verteilt. Darin baten sie ihre Mitbürger darum, Müll zu vermeiden und die Autos nicht im Halteverbot zu parken. Doch die Flyer seien zum Teil wieder weggeworfen worden, erzählt Jockers, sodass die Räte und die Helfer sie wieder eingesammelt haben. »Manche Flyer sind jedoch schon mitgenommen worden«, berichtet Jockers zumindest von einem kleinen Teilerfolg.

Immer wieder Vandalismus

Doch bis ein Konzept stehe, meint er, helfe es nur, »an die Vernunft zu appellieren und eventuell abschleppen zu lassen«. Im Übrigen, so Jockers, beklage auch der Baggersee-Betreiber Vandalismus. Immer wieder müsse der die Polizei rufen, obwohl er seine Bagger »gut eingezäunt« und eine Alarmanlage installiert habe.

Zuletzt habe es sogar eine »unsinnige Zerstörung« von Rettungsringen und Rettungsleinen am See gegeben. »So ist ein schnelle Hilfe für Menschen, die in dem See in Not geraten sind, nicht mehr zu leisten«, beklagt Patric Jockers.
Scharf kritisiert der Korker Ortsvorsteher darüber hinaus die Geräuschkulisse rund um den Baggersee: »Besonders die nächtliche Ruhestörung durch laute Musik ist für die Anwohner des Altenpflegeheims der Diakonie und auch des Wohngebiets Junkerörtel ein großes Problem«, sagt Jockers.

Am Freitag hatte die Stadtverwaltung Kehl angekündigt, zwei neue Gemeindevollzugsbedienstete mit jeweils einer halben Stelle einstellen zu wollen. Verstärkt werden sollen die Kontrollen nicht nur im Bereich der Kehler Bäder, sondern zum Beispiel auch am Korker Baggersee, wo in diesem Jahr laut Pressemitteilung der Verwaltung »bereits zahlreiche Autofahrer Verwarnungen unter ihren Scheibenwischern vorgefunden haben«.

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