Willstätt

Phoenix Metall in Willstätt in neuer Hand

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
12. September 2018

Für die im Industriepark Willstätt angesiedelte Phoenix Metall GmbH hat nach der Sanierung mit der erfolgreichen Suche nach einem Investor der Neuanfang begonnen. ©Asp Unternehmensberatung Wien

Ein neuer Investor ist gefunden, und auch einen leicht veränderten neuen Firmennamen wird es geben: Bei der Phoenix Metall GmbH in Willstätt stehen die Zeichen auf Neuanfang. 

Berichte über das Insol­venzverfahren und Sanierungskonzepte bestimmten zuletzt die Schlagzeilen über die Phoenix Metall GmbH. Doch nun hat der Spezialist für Maschinenverkleidungen und Späneförderer einen neuen Besitzer gefunden. Und der will aus dem bisherigen Sanierungsfall wieder ein profitables Unternehmen machen. 

Insolvenz in Eigenverwaltung

Im vergangenen Jahr war das Willstätter Unternehmen in Schieflage geraten. Das hatte auch personelle Konsequenzen: Im Frühjahr vergangenen Jahres wurden die ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter Peter Rößler und Klaus Quast durch Gert Bergmann abgelöst. Beide Ex-Manager schieden schließlich aus dem Unternehmen aus. In diesem Frühjahr beantragte das Unternehmen schließlich ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Dies gab dem neuen Firmenchef Bergmann die Möglichkeit, ein Sanierungskonzept auszuarbeiten und sich damit auf die Suche nach Investoren zu machen.

Fidelitas Industrieholding ist neuer Besitzer

Diese Mission ist nun erfüllt: Neuer Eigentümer ist die Fidelitas Industrieholding in Nürtingen. Deren Geschäftsführer Matthias Maier hat sich nach eigenen Angaben auf die Realisierung von Nachfolgen mittelständischer Unternehmen in Schwierigkeiten spezialisiert. 

Maier ist studierter Betriebswirt. Er war unter anderem beim Autozulieferer Schaeff­ler und bei der Bühler AG tätig, einem Unternehmen aus der Schweiz, das unter anderem Weltmarktführer im Geschäft für Kakao verarbeitende Maschinen und Anlagen ist. Seine Holding gründete er vor vier Jahren.

Mitarbeiter übernommen

Maier übernahm nach eigenen Angaben das gesamte relevante Maschinen- und Anlagevermögen sowie das Vorratsvermögen – also etwa Rohstoffe und Halbfabrikate; ebenso übernahm er alle 79 Mitarbeiter. Den genauen Kaufpreis wollte er im Gespräch mit der Kehler Zeitung nicht preisgeben; immerhin verrät er so viel, dass es sich bei solchen Transaktionen in der Regel um einen siebenstelligen Betrag handele. 

Neuanfang ohne Altschulden

- Anzeige -

Eine Firmenübernahme aus der Insolvenz heraus hat den Charme, dass das neue Unternehmen altschuldenfrei ist. Der Verkaufserlös fließt der alten Gesellschaft zu, die mit dem Geld ihre Gläubiger befriedigt. Andererseits geht Maier damit auch sofort ins unternehmerische Risiko. Er profitierte dabei jedoch auch von der Vorarbeit von »Feuerwehrmann« Gert Bergmann, dem es im Verlauf des Insolvenzverfahrens gelungen war, Kunden und Zulieferer bei der Stange zu halten. Auch die Mitarbeiter blieben an Bord. 

Führungsproblem als Grund für Abwärtstrend

Dass das Unternehmen ins Trudeln geraten war, dafür macht Maier vor allem ein Führungsproblem als Grund aus. Das alte Management habe wichtige Entwicklungen verschlafen – etwa wenn es um Investitionen in Maschinen, IT oder das Knowhow der Mitarbeiter geht. Auch sei die Strategie des Unternehmens unzureichend definiert gewesen, und es habe keine Transparenz über das Zahlenwerk gegeben. 

Für die Zukunft stehen nun wichtige Weichenstellungen an: Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, die Abläufe im Unternehmen effizienter zu gestalten, in neue Maschinen und IT zu investieren, neue Kundenverbindungen aufzubauen und bestehende Kundenbeziehungen auszubauen – und mit diesem Maßnahmenpaket schließlich Wachstum zu generieren. Dabei setzt er nach eigenen Angaben auch auf die Einbeziehung der Mitarbeiter. 

Erleichterung bei den Mitarbeitern

Die seien jedenfalls erleichtert über die Entwicklung, berichtet Personalleiterin Annick Lazarus. »Ein Insolvenzverfahren bringt immer Unsicherheit.« Jetzt ist man raus aus der Insolvenz, es gibt einen Neustart – das stimme zuversichtlich. 
Stabilere Basis

Ziel: Kundenbasis verbreitern

Auf jeden Fall wolle man auch weiterhin Fertigungsdienstleister für Maschinenverkleidungen bleiben, erläutert Maier. Allerdings will er die Kundenbasis verbreitern, um das Unternehmen stabiler aufstellen zu können. Bislang fertigte Phoenix vor allem Verkleidungen für Werkzeugmaschinen; künftig will man auch in anderen Bereichen Fuß fassen – etwa bei der Nahrungsmittelherstellung. Als äußeres Zeichen für diesen Wandel wird das Unternehmen künftig als »Phoenix Metalltechnik GmbH« firmieren. 

Verbundeffekte nutzen

Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit mit den anderen Firmen der Fidelitas-Holding – zwei Feinblechtechnik-Unternehmen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis. »Da könnten sich Verbundeffekte ergeben, die wir nutzen wollen.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

Neuried
vor 36 Minuten
Die Firma Geysir Europe hat weiterhin Zugriff auf das Gebiet bei Neuried, das für Geothermie-Bohrungen angedacht war. Das Regierungspräsidium hat die Konzession dafür neu erteilt. Das bedeutet aber keine Genehmigung für Bohrungen.
Ehrenamt
vor 2 Stunden
Am Montag ging in der Hochschule Kehl der zweite Themenabend »Faszination Wasser« der Bürgerstiftung Kehl über die Bühne. Beleuchtet wurden drei unterschiedliche Aspekte des Themas.
Zufriedenheitsstudie
vor 4 Stunden
Ein knappes Drittel von 4500 zufällig ausgewählten Kehlern hat im Mai an einer laut Stadtverwaltung repräsentativen Studie zur Lebensqualität in Kehl teilgenommen. Am Donnerstag, 4.
Kooperationsangebot
vor 6 Stunden
Der Auenheimer Jugendhilfe-Verein »Riverside Ortenau« ergänzt ab Oktober den Appenweierer Automobilzulieferer Weiss bei der Ausbildung seiner Fahrzeuglackierer. Weitere Kooperationspartner für das Konzept einer externen Ausbildung werden derzeit gesucht. 
Willstätt
vor 8 Stunden
In Willstätt wird es ab dem kommenden Jahr wieder einen Feldhüter geben. Der Gemeinderat sprach sich am Mittwoch grundsätzlich dafür aus.
Willstätt
vor 11 Stunden
Wie kann die Gemeinde den Wohnungsbau in Willstätt fördern? Welche Möglichkeiten dazu hat sie? Über diese Fragen diskutierte der Gemeinderat am Mittwoch. 
Willstätt
vor 14 Stunden
Zehn junge Leute aus Willstätt und dem Umland haben zum 1. September in der Verwaltung oder der Kinder- und Jugendbetreuung eine Ausbildung oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) angetreten.
Till (links) und Felix Neumann sind das Hip-Hop-Duo »Zweierpasch«.
Zweierpasch
vor 20 Stunden
Ein neues Projekt der rappenden Zwillinge Till und Felix Neumann  sucht Teilnehmer.
Diakonie Kork
vor 23 Stunden
Unter dem Motto »Du bist ein Geschenk« gaben der Projektchor der Hanauerland-Werkstätten Kork, der Jugendchor der Musikschule Kehl, der Gebärdenchor »Hand in Hand« und die Inklusionsband »Iklus« der Musikschule Offenburg/Ortenau am Freitag ein gemeinsames Konzert in Dorfkirche in Kork.
Konzert
24.09.2018
Der Marktplatz verwandelte sich am Samstag in eine belebte Bühne für Musiker aus Kehl und Umgebung. Rund um die »Mutter Kinzig« feierte die Musikschule Kehl ihr jährliches Straßenmusikfest. 
29-Jähriger wird verdächtigt
24.09.2018
Die Polizei verdächtigt einen Mann, am frühen Sonntagmorgen in Kehl und am Montagmorgen in Rheinau zwei Unfälle mit großem Schaden verursacht zu haben. In beiden Fällen sei der Mann geflohen, ohne die Unfälle zu melden. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.
Gruselig
24.09.2018
In der Nacht zu Allerheiligen wimmelt es in der Kehler Stadthalle vor Skeletten, Hexen und Horror-Clowns, denn der 23-jährige DJ Julian Ritter organisiert gemeinsam mit dem Sicherheitsunternehmer Steve Ferro erstmals eine Halloween-Party: Von jungen Kehlern für junge Kehler.