Kehl

Pläne für Handymast in Bodersweier umstritten

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 2 Minuten
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22. Juni 2017
Noch einmal 3,50 Meter höher soll der neue Handymast werden, der den alten an der Rastatter Straße ersetzen soll. Der Ortschaftsrat möchte die Anlage lieber im Außenbereich ansiedeln.

Noch einmal 3,50 Meter höher soll der neue Handymast werden, der den alten an der Rastatter Straße ersetzen soll. Der Ortschaftsrat möchte die Anlage lieber im Außenbereich ansiedeln. ©Nina Saam

Der Handymast an der Rastatter Straße soll durch einen neuen, um 3,50 Meter höheren Mast ersetzt werden. Der Ortschaftsrat möchte die Anlage lieber an den Ortsrand versetzen, was der Betreiber aber aus Kostengründen ablehnt. 

Seit 1991 steht an der Rastatter Straße in Bodersweier eine Funkübertragungsstelle mit Antennenmast, wie so ein Handymast im Behördendeutsch heißt. Vor zwei Jahren hat die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochter der Telekom, einen Bauantrag für einen neuen Mast gestellt, der mit gut 30 Metern um 3,50 Meter höher ausfällt als der bisherige. Dagegen hatte sich in der Bevölkerung Widerstand geregt. Zum einen wurden eventuelle gesundheitliche Gefährdungen durch Mobilfunkstrahlung ins Feld geführt, zum anderen sei ein so hoher Mast ortsbildprägend und –verschandelnd, hieß es. Der Ortschaftsrat hatte daraufhin den Bau abgelehnt und den Antragsteller gebeten, sich mit Alternativstandorten zu befassen, zum Beispiel am Schützenhaus oder am geplanten neuen Feuerwehrhaus. 

Standort-Diskussion

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»Das ist für die Deutsche Funkturm keine Option, weil sämtliche Kabel am alten Standort zusammenlaufen«, sagte Ulrich Adrion vom Bauordnungsamt, der auf der Ortschaftsratssitzung am Dienstag den derzeitigen Sachstand darlegte. »Eine Umlegung wäre viel zu teuer.« Schließlich habe die Stadt die Akten ans Regierungspräsidium (RP) weitergeleitet, dessen Stellungnahme nun vorliege. Darin heißt es, dass es für die Stadt schwer sein wird, die ablehnende Entscheidung zu halten, da der Standort schon so lange bestehe und die baurechtlichen Bestimmungen wie der Abstandsradius eingehalten werden. Zudem liege eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur vor, die gewährleistet, dass die von dem neuen Mast ausgehende elektromagnetische Strahlung  die Grenzwerte einhalten wird. Daher lege man der Stadt nahe, die Genehmigung für die neue Anlage zu erteilen. »Das RP glaubt, dass unsere Ablehnung keinen Erfolg haben wird«, so Ulrich Adrion. »Die Frage ist, ob man dann wirklich vor Gericht ziehen soll.« Letztendlich habe die Stadt nur zwei Alternativen: Den Mast zu genehmigen oder das RP entscheiden zu lassen - was wohl auf dasselbe hinausliefe.

So kampflos wollte sich der Bodersweierer Rat aber nicht geschlagen geben. Auch wenn der Abstandsradius eingehalten werde und der Bau damit genehmigungsfähig ist, sei der Mast aus städtebaulicher Sicht an dieser Stelle ungünstig. Einstimmig forderte der Ortschaftsrat, die exakten Kosten für einen Alternativstandort zu ermitteln. »Wenn das neue Feuerwehrhaus gebaut wird, werden da ja Leerrohre hingelegt, die für Kabelanschlüsse mitbenutzt werden können«, so Manfred Kropp.

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