Vortrag im evangelischen Gemeindehaus

Politische Vertretung von Migranten

Sabine Schafbauer
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juli 2020

Argyri Paraschaki bei ihrem Vortrag. ©Sabine Schafbauer

Für ein gelingendes Miteinander der Kulturen ist eine kommunalpolitische Beteiligung von Migranten nötig. 

Warum es für ein gelingendes Miteinander wichtig ist, eine kommunale Migrantenvertretung zu haben, erläuterte Argyri Paraschaki am Mittwoch bei einem Vortrag im evangelischen Gemeindehaus. Die Geschäftsführerin des Landesverbandes der kommunalen Migrantenvertretung Baden-Württemberg (LAKA) machte deutlich, dass Menschen mit Migrationshintergrund kommunalpolitisch häufig unterpräsentiert sind.

Paraschaki war auf Einladung des Diakonischen Werkes und der Caritas nach Kehl gekommen, um praktische Tipps zur Gründung eines Migra­tionsbeirates oder -Ausschusses zu geben.

Felix Neumann vom Diakonischen Werk machte bei der Einführung deutlich, dass Kehl eine bunte Mischung an Menschen aus 120 Nationen beherbergt. „Rassismus ist gerade jetzt wieder ein ganz aktuelles Thema“, so Neumann. 

Paraschaki wies darauf hin, dass Flüchtlinge nur drei Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund ausmachen. In Baden-Württemberg haben 31 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund und nach Meinung der Referentin wird dieser Anteil in den kommenden Jahren noch steigen. Viele leben schon lange in Deutschland und haben teilweise inzwischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Dennoch werden ihre Interessen oft nicht angemessen vertreten. „Wir beim LAKA machen mit unserer Arbeit auch Politik, und zwar überparteilich, überethnisch und überkonfessionell“, führte Paraschaki aus. 

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Politische Arbeit vor Ort

Sie selbst ist, als Kind von griechischen Gastarbeitern, eine Frau mit Migrationshintergrund und seit über 20 Jahren in der Migrantenvertretung aktiv. „Gelingende Migration zeigt sich immer zuerst vor Ort in den Kommunen“, weiß die Migrantenvertreterin aus ihrer langjährigen Erfahrung. Es sei sehr wichtig, dass sich alle Menschen kommunalpolitisch beteiligen können.

Schon allein das kommunale Wahlverfahren sei für viele ein großes Hindernis, was einige der Zuhörer spontan bestätigten. Eine kommunale Migrantenvertretung sei dafür da, Ansprechpartner und Sprachrohr für die betroffenen Menschen zu sein.

Paraschaki ermunterte die Anwesenden dazu, in ihrer Kommune einen entsprechenden Ausschuss zu gründen. „Sprechen Sie die Vertreter der Parteien und Fraktionen an, viele sind dafür sehr aufgeschlossen“, so die Fachfrau. Eine kommunale Migrantenvertretung bringe den Blickwinkel dieser Menschen mit ein, was eine Bereicherung für die Kommune sein kann. „Damit schaffen Sie eine Infrastruktur für den integrationspolitischen und interkulturellen Dialog in der Kommune.“ 

Einige der Zuhörer merkten an, dass in der Gesellschaft die Akzeptanz von europäischen Migranten weitaus höher sei als von Drittländern. Dem konnte Paraschaki nicht gänzlich zustimmen. „Viele Migranten haben grundsätzliche Probleme bei der Integra­tion bedingt durch Sprache und Kultur, auch aus dem europäischen Raum.

Es braucht auch die Bereitschaft der Migranten, sich zu integrieren“, appellierte die Migrantenvertreterin. Weitere Informationen und Unterstützung für kommunale Migrantenvertretungen gibt es bei der LAKA unter www.laka-bw.de.

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