"Die Pestheilerin von Straßburg"

Premierenlesung in der Kehler Mediathek

Autor: 
Petra Klingbeil
Lesezeit 2 Minuten
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16. Januar 2020

Heidrun Hurst hat bereits ihren achten Roman vorgelegt. Er ist 400 Seiten dick. ©Petra Klingbeil

Rege war der Andrang am Mittwoch in der Mediathek zur Premierenlesung der Schriftstellerin Heidrun Hurst aus Kehl. Mehr als 70 Besucher kamen, viele von ihnen überzeugte Fans der spannenden Krimis aus der Region. In dem knapp 400-Seiten-Werk „Die Pestheilerin von Srraßburg“ werden die Abenteuer der ehemaligen Novizin Adelheid und ihres Verlobten Martin, der Sohn des Henkers erzählt. 

Die Kehler Autorin Heidrun Hurst hat bei der Lesung aus ihrem neuen historischen Roman „Die Pestheilerin von Straßburg“ das Publikum schnell in ihren Bann gezogen. Hocherfreut hat die Schriftstellerin dieses lebhafte Interesse registriert. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen kommen würden.“ Begleitet wurde Hurst von dem Gitarristen Klaus Leopold, der die Texte mit passenden Klängen untermalte. 

Selbstmord Todsünde 

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Das Publikum lauschte voller Spannung, die Verfasserin ließ Bilder in den Köpfen entstehen über Plätze und Anlagen des mittelalterlichen Straßburgs im Jahr 1349. Dazwischen blendete sie Aufnahmen heutiger Kirchen oder historische Zeichnungen über damalige Richtmethoden wie Galgen ein. Die Beschreibung der schauerlichen Szene einer Schwester, die in ihrer Klosterkammer erhängt aufgefunden wird, stellte Hurst sogleich in den religiösen Rahmen der Zeit.
Selbstmord war damals eine Todsünde, ein Schwerverbrechen, das mit einem zweiten Tod am Galgen bestraft wurde. Die Leiche wurde als abschreckendes Beispiel tagelang öffentlich hängen gelassen und durfte nicht in geweihter Erde begraben werden. Mildernde Umstände galten nur bei Melancholie, weil dann das gesamte Vermögen des Toten nicht eingezogen wurde. 
„Ich lese gern Geschichten über das Mittelalter und die damaligen Lebensumstände. Es schauert mich dabei und ich bin froh, in der heutigen Zeit zu leben“, meinte eine Leserin. „Schön wäre es, wenn die Schriftstellerin im mittelalterlichen Kostüm aufgetreten wäre.“ 

Zeitäufwendige Arbeit

Besonders interessant sind dabei die medizinischen Aspekte der Pesterkrankung und ihrer Heilung, die damals stark von Teufels- und Aberglauben überlagert waren. Die Schriftstellerin hat dafür lange und zeitaufwändige Nachforschungen betrieben. 
Kann verschimmeltes Brot tatsächlich die Pest heilen? „Brotschimmel war das Antibiotikum des Mittelalters. Es hat gelegentlich bei Wunden tatsächlich geholfen, wobei es auf die Art des Schimmels ankam. Auf jeden Fall war dies plausibel, und ich habe mir dabei dichterische Freiheit erlaubt“ erklärte Hurst. 
„Die Pestheilerin von Straßburg“ ist der achte Roman der Schriftstellerin. Eine Idee für einen neunten Band schwebt ihr schon vor, doch das Konzept soll noch eine Weile geheim bleiben. Erschienen ist der Roman im Weltbild-Verlag.
◼ Nächste Lesung: Mittwoch, 22. Januar, 20 Uhr , in der Leselounge der Acherner Stadtbibliothek am Rathausplatz. 

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