Kehl

Projekt nicht gestorben: Vetrano äußert sich zu Kombibad-Aus

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red/ins
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06. Mai 2020

Auch für das Kehler Freibad ist erstmal kein Geld eingeplant. ©Stadt Kehl

Oberbürgermeister Toni Vetrano und der Beigeordnete der Stadt, Thomas Wuttke, haben sich gegenüber der Projektgruppe zur Kombibad-Absage geäußert. Für Vetrano ist das Projekt noch nicht gestorben.

Nachdem er die Verschiebung des Baus des neuen Kombibades verkünden musste, hat sich Oberbürgermeister Toni Vetrano nun bei einem Treffen mit der Projektgruppe Neubau Kombi-Bad zur Absage geäußert. „Es tut mir mindestens genauso weh wie Ihnen allen“, heißt es einer Pressemitteilung der Stadt. Für ihn sei das neue Kombi-Bad für Kehl nicht gestorben, „und ich will es auch nicht auf die lange Bank schieben.“ 

Trotz des 23,8 Millionen Euro umfassenden Schulsanierungsprogramms wäre der Bau des Bades mit einer moderaten Kreditaufnahme möglich gewesen, so der OB. Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen sei jedoch nicht planbar gewesen – das Loch im Ergebnishaushalt mit zurzeit 8,8 Millionen Euro gewaltig. Auch Beigeordneter Thomas Wuttke teilt Vetranos Bedauern. „Es ist auch für mich ein schwieriger Start, nach einem halben Jahr im Amt das Großprojekt der Stadt aufs Standby-Gleis schieben zu müssen.“ Die Mitglieder der Projektgruppe zeigten bei aller Enttäuschung Verständnis und wollen weitermachen.

Nachdem viele Großprojekte bereits beschlossen gewesen seien, als er sein Amt in Kehl angetreten habe, „war das neue Bad mein Baby“, so Vetrano in der Mitteilung. Auch schon vor der Corona-Krise hätte es aufgrund der Finazierung Zweifel gegeben. „Wenn ich mir etwas leisten möchte, muss ich auf etwas anderes verzichten“, wird der OB zitiert. In diesem Fall waren das eine neue Mediathek und ein neues Museum. 

Keine Alternative

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Erhebliche Mindereinnahmen aus der Gewerbe- und der Vergnügungssteuer, die Erhöhung der Kreisumlage wegen der Agenda 2030 und zusätzliche Ausgaben aufgrund der Corona-Krise – damit werde man bei der Aufstellung des Doppelhaushaltes 2021/2022 umgehen müssen. Mittel für eine Sanierung des Kehler Freibades oder gar des sanierunsgbedürftigen Hallenbades sehe er auch nicht. Wuttke pflichtete ihm bei, eine Alternative zur Planung gebe es nicht. 

Die Projektgruppe hat sich seit Herbst 2017 getroffen. Zuletzt am 30. Januar, um über die Verhandlungsgespräche mit den Preisträgern zu reden und voller Hoffnung, dass die nächsten Planungsschritte in einer Sondersitzung des Gemeinderats am 1. April vergeben werden könnten. Die Sitzung fiel wegen Corona aus. In der Folge hatte Vetrano mit den Fraktionsvorsitzenden vereinbart, dass die Verwaltung die entsprechenden Vorlagen aufgrund der Haushaltslage nicht mehr in den Gemeinderat einbringt, so die Mitteilung

Wie und wann es nun genau weitergeht, ist noch offen. Vetrano und Wuttke ist es wichtig, dass die Projektgruppe zusammenbleibt, damit man gemeinsam weiter planen könne. Der städtische Koordinator der Projektgruppe, Sascha Nossol, hat bereits vor drei Wochen die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag wegen eines möglichen Förderprogramms für den Bau angeschrieben. Doch er sei vertröstet worden. Mit dem ersten Preisträger des Wettbewerbs um den Bau des Bads habe man gesprochen, er wolle trotz der ungewissen Lage mit der Stadt den Entwurf umsetzen. 

Ob und wann die Freibäder in diesem Jahr öffnen werden, beschäftigte die Projektgruppe ebenfalls. Weder der OB noch Wuttke wollten sich festlegen. Unter den gegenwärtigen Bedingungen und den hohen Auflagen stelle er sich die Freibadsaison schwierig vor, so Vetrano. Selbst wenn die Bäder nach dem 1. Juni öffnen dürften, „werden wir vielleicht nicht am ersten Tag dabei sein“, wird Wuttke zitiert. „Wir müssen offen darüber sprechen, wofür wir das Geld jetzt in der Übergangszeit am besten einsetzen – das müssen wir auch bei der Winteröffnung des Auenheimer Bades bedenken.“

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