Soziales Engagement

Rechtliche Betreuung: Ehrenamtliche gesucht

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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09. Juli 2019

Sie wollen das Ehrenamt des rechtlichen Betreuers bekannter machen: Nicolas Gethmann, Direktor des Kehler Amtsgerichts, Fabienne Steiner, Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Betreuer beim Kreisdiakonieverein, und Mario Herrmann, Geschäftsführer des Vereins. ©Nina Saam

Menschen, die aus verschiedenen Gründen ihre rechtlichen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, bekommen einen Betreuer zur Seite gestellt. Um engagierte Helfer für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt anzuwerben, veranstaltet der Kreisdiakonieverein einen Infoabend.

Alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen haben oft Schwierigkeiten, den »Papierkram« mit den Behörden zu erledigen. In diesem Fall stellt ihnen das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer zur Seite. Oft sind es die Angehörigen, die sich um einen Heimplatz bemühen, Anträge stellen, Pflegedienste beauftragen, sich mit Ärzten über notwendige Behandlungen absprechen oder Bankangelegenheiten erledigen. Oft ist aber auch niemand (mehr) da, beispielsweise wenn die Eltern bereits verstorben sind und etwaige Kinder oder Geschwister weit weg wohnen. 

6200 in der Ortenau, die Hilfe brauchen

Bundesweit sind 1,25 Millionen Menschen auf eine rechtliche Betreuung angewiesen, in der Ortenau sind es etwa 6200 (Stand Ende 2017). Die meisten davon werden durch Familienangehörige oder Berufsbetreuer begleitet. »Das sind dann die herausfordernden Fälle, zum Beispiel psychisch Kranke oder ein Firmenchef, der einen Schlaganfall hatte. Da muss sich der Betreuer im Zweifelsfall um die Finanzen einer ganzen Firma kümmern, wenn es niemand anderen gibt«, sagt Nicolas Gethmann, Direktor am Amtsgericht Kehl und Betreuungsrichter. Rund 350 Ortenauer werden von Ehrenamtlichen betreut: »Das sind meist die Fälle, bei denen alles schon läuft, aber die Angehörigen nicht mehr können oder die Betreuung von einem Berufsbetreuer soweit geregelt ist, dass ein Ehrenamtlicher übernehmen kann«, so Gethmann. »Aber unser Pool an ehrenamtlichen Betreuern ist zu klein.« Er führt es darauf zurück, dass dieses Ehrenamt wenig bekannt ist. 

1000 Betreute in Kehl

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In Kehl sind es rund 1000 Personen, die betreut werden – die hohe Zahl rührt daher, dass darunter viele Menschen mit Beeinträchtigungen sind, die in den Wohngruppen der Diakonie Kork leben und meistens von Familienangehörigen vertreten werden. Die ehrenamtlichen Betreuer werden von drei Betreuungsvereinen unterstützt, die bei den Kirchen angesiedelt sind. »Der Vorteil eines Betreuungsvereins ist, dass es immer einen Ansprechpartner gibt«, sagt Mario Herrmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonievereins Ortenaukreis. Die Vereine bieten auch Schulungen, Fortbildungen und Gesprächskreise für die Ehrenamtlichen an. Auch betreuende Familienangehörige können die Unterstützung in Anspruch nehmen.

Organisationstalent 

Der Kreisdiakonieverein Ortenaukreis hat etwa 50 ehrenamtliche Helfer in seinem Pool, die 80 Personen betreuen – zu wenig, um den Bedarf abdecken zu können. Am Donnerstag, 18. Juli, können sich Interessierte auf einer Infoveranstaltung über das Ehrenamt im Betreuungsverein informieren und auch unverbindlich an einer Schulung im Herbst teilnehmen, um auszutesten, ob das eine Aufgabe sein könnte, der man sich stellen will. 
»Dieses Ehrenamt ist etwas für Leute, die Organisationstalent haben und sich auf andere Menschen einlassen können«, sagt Diplom-Sozialpädagogin Fabienne Steiner, die Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Betreuer beim Diakonieverein ist. Vorwissen ist hilfreich, aber nicht essenziell: Ob Bankangestellte, die nebenher noch die finanziellen Angelegenheiten ihres Schützlings regeln, ob fitte Rentner, die eine verantwortungsvolle Aufgabe suchen, oder einfach Menschen, die verlässlich und verantwortungsbewusst sind und sich sozial engagieren möchten: Alle sind willkommen. 

Infoabend zum Thema

Die Informationsveranstaltung des Kreisdiakonievereins zur rechtlichen Betreuung als Ehrenamt findet am Donnerstag, 18. Juli, um 18.30 Uhr im Diakonischen Werk Kehl, Marktstraße 3 (Centrum am Markt) statt. 

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