Umwelt

Rhine Cleanup: Kampf dem Unrat in Kehl

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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14. September 2020

Auch Grünen-Stadtrat Norbert Hense gehörte zu den zehn Helfern. ©Nina Saam

Nur zehn Kehler waren dem zweiten Aufruf zum „Rhine Clean up“ gefolgt. Innerhalb von zwei Stunden klaubten sie fast 60 Kilo Müll im Garten der zwei Ufer und entlang des Rheins auf.

Im letzten Jahr reichte es der 24-jährigen Sundheimerin Laura Caferra, die sich beim Spazierengehen immer wieder über herumliegenden Müll ärgerte. Seitdem hat sie mehrere Müllsammelaktionen organisiert, zuletzt im August eine „Kippensammelwoche“, bei der über 20000 Zigarettenstummel zusammenkamen.

Doch es gibt auch andere Menschen, die dem Unrat an den Flussufern den Kampf ansagen. Seit 2018 wird jedes Jahr im September zur Aktion „Rhine Clean Up“ aufgerufen. Am diesjährigen Aktionstag am Samstag schwärmten bundesweit über 35000 Helfer aus und sammelten 320 Tonnen Müll. Erstmals wurden nicht nur die Ufer des Rheins, sondern auch die Gestade der Mosel und der Ruhr an einigen Orten von Abfall befreit. Auch in der Schweiz und in Holland gibt es einige Aktionsgruppen.
In Kehl traten am Samstag beim Ufo zehn Helfer an, darunter einige Mitglieder des Angelsportvereins Kehl, die das Altrheingewässer und die Rheinlose bis zum Kulturwehr gepachtet haben. „Mir macht das Spaß“, so Manfred Grimm vom Angelsportverein. „Außerdem ist es ja unser Angelgewässer, uns stört der Müll auch.“ Mit Westen und Handschuhen bewehrt und mit Müllsäcken und Greifzangen ausgerüstet gingen die Müllsammler in zwei Gruppen los. Die Angler machten sich auf in Richtung Kulturwehr, die anderen schwärmten flussabwärts zur Europabrücke aus. 

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Nach etwa zwei Stunden schleppten die Teilnehmer ihre vollen Müllsäcke zum Ufo, wo sie Manfred Grimm mit seiner Fischwaage in Empfang nahm. 58,2 Kilo brachten die neun vollen Säcke zusammen auf die Waage. „Wir haben erstaunlich viele Schuhe gefunden, allerdings nur einzelne Exemplare, nie ein zusammengehörendes Paar“, berichten die Angler. Bedenklich stimmten die vielen Spritzen und andere Drogenutensilien, die im Gestrüpp gefunden wurden. Auch die Reste einiger Gelage fanden sich in den Säcken wieder – die geleerten Glasbehältnisse, in denen sich einst alkoholische Flüssigkeiten befanden, trugen maßgeblich zum Gewicht bei. 

Die Reaktion der Passanten war durchweg positiv. Eine zufällig vorbeikommende Joggerin steuerte eine „eigene“ Tüte Müll bei, die sie bei ihrer morgendlichen Laufrunde eingesammelt hatte. Fazit der Aktion: „Wir machen weiter“, so Organisatorin Laura Caferra. „Aber das nächste Mal müssen wir uns Bollerwagen organisieren, um die immer voller und schwerer werdenden Müllsäcke nicht die ganze Zeit tragen zu müssen.“ Auch wären mehr Helfer gut, um ein noch größeres Gebiet abdecken zu können.

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