Ortsvorsteher-Wahl Goldscheuer

Richard Schüler im zweiten Anlauf nominiert

Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Juli 2019
Mehr zum Thema

Im zweiten Anlauf ist Richard Schüler vom Ortschaftsrat als Ortsvorsteher von Goldscheuer nominiert worden. ©Martin Egg

Amtsinhaber Richard Schüler ist erneut als Ortsvorsteher von Goldscheuer vorgeschlagen worden. Der Ortschaftsrat nominierte ihn am Donnerstag im zweiten Anlauf mit knapper Mehrheit. Nun muss der Gemeinderat am Montag noch zustimmen.

Knapp wars – aber es hat gereicht: Der Ortschaftsrat Goldscheuer hat Richard Schüler (CDU) am Donnerstagabend erneut als Ortsvorsteher nominiert.

Bürger kritisierten »Nein-Sager«

Vor zwei Wochen hatte der 77-Jährige, der seit über 50 Jahren an der Spitze der Ortschaft steht, die erforderliche Mehrheit im Rat noch verfehlt: Sieben Ratsmitglieder hatten seinerzeit für ihn gestimmt, fünf gegen ihn, zwei hatten sich enthalten. Ein Ergebnis, das auch in der Ortschaft für Diskussionen gesorgt hatte. In der Fragestunde äußerte dann auch eine Zuhörerin heftige Kritik vor allem an den beiden Ratsmitgliedern, die sich damals enthalten hatten. So ein Verhalten sei feige, meinte sie – ein Vorwurf, den Manfred Kruss (Freie Wähler) und auch Jürgen Neie (CDU) vehement zurückwiesen: Es habe sich um eine freie und geheime Wahl gehandelt, es sei alles demokratisch gelaufen, betonte Neie. »Wir Ortschaftsräte brauchen uns Kritik an unserem Abstimmungsverhalten nicht gefallen lassen.«

8:6 für Richard Schüler

Auch gestern beim zweiten Anlauf war es wieder knapp: 8:6 hieß es am Ende für Richard Schüler. Dass es erneut eine so hohe Zahl von Gegenstimmen gab, sei unverständlich und für ihn eine Belastung, meinte er auf Nachfrage – zumal es auch diesmal, wie schon vor zwei Wochen, keinen Gegenkandidaten gab. Auch habe niemand derer, die gegen ihn gestimmt hatten, ihm gegenüber ihre ablehnende Haltung begründet. »Ich habe nichts gegen Leute, die anderer Meinung sind. Aber diese Anonymität entspricht eigentlich nicht dem, wie wir sonst miteinander umgehen«, so Schüler. 

- Anzeige -

Ein Miteinander möglich?

Er werde versuchen, nicht darüber nachzudenken, wer nun für ihn und wer gegen ihn gestimmt hat. »Die Aufgaben, die vor uns liegen, erfordern ein gutes Miteinander«, betonte er. Dazu zählt er vor allem die Entwicklung der geplanten neuen Wohngebiete in Kittersburg und in Marlen, den Bau eines zweiten Seniorenzentrums, das in das Neubaugebiet »Schlossergasse« in Marlen integriert werden soll, den Bau des Ärztehauses am nördlichen Ortseingang von Goldscheuer gegenüber vom Einkaufszentrum, die Entwicklung des lokalen Gewerbegebiets an der Eschauer Allee mit Anbindung an das Wohngebiet »Morgenäcker« in Goldscheuer oder die Umsetzung der begleitenden Maßnahmen im Zuge des Umbaus der Ortsdurchfahrten – etwa Marlen-Mitte oder Offenburger Straße in Goldscheuer.

2022 soll Schluss sein

Dazu zählt er aber auch, sich Gedanken zu machen, wer künftig die Geschicke der größten Kehler Ortschaft leiten soll. Vor zwei Wochen hatte er offiziell mitgeteilt, zum 30. Juni 2022 aufhören zu wollen. Dann hätte er 55 Jahre Engagement in der Kommunalpolitik hinter sich. »Dieses Datum steht«, bekräftigte er jetzt noch einmal gegenüber der KEZ. Wie die Suche nach einem Nachfolger aussehen soll, dazu wollte er sich noch nicht konkret äußern. 

Nun muss der Gemeinderat dem Vorschlag des Ortschaftsrates noch zustimmen. 

Stichwort

Drei  Stellvertreter für Schüler

Der Ortschaftsrat Goldscheuer hat die übrigen noch ausstehenden Personalien geregelt.

Zunächst wurden drei Stellvertreter nominiert. Zur ersten Ortsvorsteher-Stellvertreterin wurde Christine Muser (FWV) gewählt – mit 9 Ja- und 5 Nein-Stimmen. Die weiteren Stellvertreter sind Hans Roser (CDU/Bürgerforum) – sein Ergebnis: 11:3 – und Rolf Sigg (SPD/Bürgerliste), der einstimmig gewählt wurde. Auch diese Vorschläge sind vom Gemeinderat zu bestätigen.

In der Zweckverbandsversammlung von »Basic« werden wie bisher Sigg und Manfred Kruss den Ortschaftsrat vertreten. Im Kindergarten-Kuratorium wird die Ortschaft außer durch Ortsvorsteher Schüler, der dem Gremium kraft Amtes angehört, von Sarah Parafinski-Grün (Freie Wähler) und Christian Mau (SPD/Bürgerliste) vertreten. Und in der Versammlung des Zweckverbandes »Hochwasserschutz Schuttermündung« wird wie bisher Rolf Sigg sitzen.

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 1 Stunde
175 Jahre Kehler Turnerschaft
In der siebenteiligen Serie der Kehler Zeitung zum großen Jubiläum der Kehler Turnerschaft geht es heute um die Jedermänner – sportlich und gesellig.
vor 5 Stunden
Interview
Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Natur in Kehl? Nabu-Chef Gérard Mercier erklärt im Interview, ob Luft und Wasser jetzt wirklich besser sind – und was er vom Aussetzen des Fütterungsverbots für Stadttauben hält.
vor 8 Stunden
Seniorenbetreuerin erstellt eigene Zeitung
Mit einem „Seniorenblättl“ hält Karin Kraus Kontakt zu ihren „Schützlingen“. Die Fachkraft für Seniorenbetreuung aus Legelshurst leitet in ihrem Ort zwei Gruppen der Diakonie-Sozialstation.
vor 11 Stunden
Corona-Krise
Wie Einstein-Schulleiter Dominikus Spinner im Angesicht der Corona-Krise die Zukunft seiner Abiturienten sieht.
vor 20 Stunden
Corona-Krise
In der Corona-Krise werden in Kehl neue Wege beschritten: Auf der Kulturhaus-Bühne brillierten die jungen Musiker Léon Rudolf und Samona-Jane für ein Facebook-Publikum.
vor 23 Stunden
Corona-Krise
Die Resonanz auf einen Aufruf der Stadt Kehl ist überwältigend. Schon nach einer Woche haben sich über 60 Bürger gefunden, die in der Zeit der Corona-Pandemie ihre Unterstützung anbieten.
06.04.2020
Kehl
In Kehl ist es am Sonntagabend aufgrund des nicht eingehaltenen Mindestabstands zu einem Polizeieinsatz gekommen. 
06.04.2020
Corona-Krise
Neue Serie „Wirtschaft in der Krise“ (1): Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Neumühler Wohnwagenhersteller Bürstner aus? Eigentlich gibt es für die Caravaning-Branche wenig Risiken. Und doch musste Kurzarbeit angemeldet werden.
06.04.2020
Serienstart
Geschäfte und Firmen dicht, Umsatz-Einbrüche, Kurzarbeit: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind schon jetzt dramatisch. Auch in Kehl? Dieser Frage geht die Kehler Zeitung in den kommenden Wochen in seiner neuen Serie „Wirtschaft in der Krise“ nach. 
06.04.2020
Kehl - Kork
Nicole Engel haucht alten Schmökern frisches Leben ein. Die 42-jährige Korkerin bearbeitet die vielen Seiten der Bände so lange, bis sie zu einem neuen Kunstwerk geworden sind. Derzeit verschenkt die einstige technische Zeichnerin ihre Werke der Buchfaltkunst an engagierte Menschen.
06.04.2020
Willstätt
Bei Tempomessungen in Willstätt stellten Beamten eine häufige Übertretung fest.
05.04.2020
Kehl - Neumühl
Meister Adebar und seine Frau haben in Neumühl ein Nest auf dem neuen Mast hinter der Mehrzweckhalle bezogen. Früheren Nestplänen hatte das E-Werk einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Mit Sorgfalt: Bei der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg eG wird vornehmlich von Hand gelesen.
    vor 2 Stunden
    Weine mit Herz und Hand
    Die Sonne, der Wein, das Badner Land: Ein Dreiklang, der nicht nur Kenner zum Schwärmen bringt. Die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg eG bringt Jahr für Jahr Spitzenweine ins Glas. Während der neue Jahrgang zurzeit in den Weinbergen heranwächst, tragen die Verantwortlichen Sorge dafür, dass die...
  • 19.03.2020
    Neuer Service: Alles, was die Karte bietet, kann ab sofort abgeholt oder geliefert werden
    Mitten im Herzen Gengenbachs lädt das italienische Lokal „Michelangelo“ seit elf Jahren zum Genießen ein. Das bleibt auch weiterhin so, denn ab sofort werden Gerichte und Eisspezialitäten entweder geliefert, oder die Kunden holen ihre Bestellungen vor Ort ab.
  • Pizza, Salat oder Pasta - alles wird frisch zubereitet.
    19.03.2020
    Das mediterrane Restaurant in Hohberg
    Gerade in diesen turbulenten Tagen will das Team des mediterranen Restaurants Casamore in Hohberg für seine Gäste auch weiterhin da sein. Zu diesem Zweck wurde ab sofort ein besonderer Service eingerichtet und das „to go“-Angebot erweitert. Fast alle Gerichte auf der Speisekarte können nun auch...
  • Leckere Pizzavariationen, Salate und Getränke werden ab sofort geliefert oder können auch nach der Bestellung selbst abgeholt werden..
    18.03.2020
    "Wenn die Gäste uns nicht besuchen können, kommen unsere Spezialitäten zu ihnen"
    „Wenn die Gäste in nächster Zeit durch die Coronavirus-Pandemie nur eingeschränkt zu uns kommen dürfen, dann kommen unsere Spezialitäten eben zu Ihnen“, erklären Sülo und Aslan Keles, Inhaber der bekannten Ruster Pizzeria „Garibaldi“, mit Nachdruck. Ab sofort kann telefonisch und online bestellt...