Ortenau-Klinikum-Stellungnahme

Stellungnahme zur Pressemitteilung des Fördervereins

Autor: 
Ortenau-Klinikum
Lesezeit 5 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
30. Mai 2020

Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, Betriebsstelle Kehl. ©Ortenau-Klinikum

In einer Pressemitteilung „Eingeschränkter Krankenhausbetrieb in Kehl: Missliche Situation für die Bevölkerung und die Mitarbeiter“ behauptet der Förderverein des Ortenau-Klinikums Kehl, in der Krise sei eine zweite Station weggefallen. Diese Behauptung ist falsch, heißt es in einer Pressemitteilung des Ortenau-Klinikums Kehl.

Richtig sei vielmehr, dass die Stationen im Kehler Krankenhaus als Corona-Isolierzentrum zu einem Stationsbereich für Covid-Patienten zusammengeführt worden sind. Mit dem „Hochfahren“ der Klinik werde es erneut mehrere Stationen geben: nach wie vor eine Station für Covid-Patienten sowie Stationen für Nicht-Covid-Patienten wie die Internistische Station, die Station Orthopädie und die Intensivstation. Je nach Bedarf und Nachfrage werden die Stationen schrittweise wieder den Umfang vor der Corona-Krise erreichen. Eine dauerhafte Schließung einer zweiten Station sei nicht vorgesehen, teilt das Ortenau-Klinikum mit.

Darüber hinaus behauptet der Förderverein, die „Mitarbeiter im Pflegebereich…berichteten… von Stundenabbau und Versetzungen an andere Standorte, vornehmlich nach Offenburg, um den dortigen Personalmangel auszugleichen.“ Diese Behauptung ist laut Ortenau-Klinikum falsch, da sie den Sachverhalt verkürzt wiedergibt. Bekanntlich habe das Ortenau-Klinikum im Rahmen der Corona-Maßnahmen auf der Grundlage von Entscheidungen des Bundes und des Landes hausübergreifend eine weitreichende Umstrukturierung aller Bereiche vornehmen müssen. Damit konnten vorsorglich zahlreiche zusätzliche Intensivkapazitäten für die Versorgung schwer erkrankter Covid-19-Patienten geschaffen werden. Die getroffenen organisatorischen Maßnahmen stehen laut Ortenau-Klinikum ausschließlich im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise und nicht mit der Behebung des „Personalmangels“ einzelner Standorte. Im weiteren Verlauf der Pressemitteilung spricht der Förderverein im Zusammenhang mit der Personalsituation von einer „Flucht aus dem Klinik-Verbund“. Tatsache ist laut Ortenau-Klinkum, dass die durchschnittliche Fluktuationsquote beim Ortenau-Klinikum 2019 bei vier Prozent lag. Damit liege das Ortenau-Klinikum deutlich unter dem bundesweiten Branchendurchschnitt.

Der Förderverein behauptet weiterhin, die Aufhebung des Status als Corona-Isolierzentrum des Kehler Krankenhauses sei ein „erster kleiner Schritt“ gewesen, dem „kein weiterer gefolgt“ sei. Auch diese Aussage ist laut Ortenau-Klinikum falsch. Das Ortenau- Klinikum habe bereits am 30. April 2020 mit einer Pressemitteilung, die auch der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfram Britz erhalten habe, speziell zur Situation am Kehler Krankenhaus darüber informiert, dass die Kehler Klinik in der Orthopädie ihre operative Tätigkeit wieder aufnimmt, in der Inneren stationäre Aufnahmen wieder möglich sind und ambulante Behandlungen sowie Sprechstunden erneut angeboten werden. Damit seien außer der Zentralen Notaufnahme in Kehl alle Leistungen wieder angeboten worden, allerdings noch nicht im vollen Umfang von 100 Prozent, wie vor der Corona-Krise. Auch dem Förderverein sollte bekannt sein, dass die Rückkehr aus dem Lockdown, wie im gesellschaftlichen Leben allgemein, ein Prozess darstellt und nicht per Knopfdruck innerhalb weniger Tage erfolgen kann, teilt das Ortenau-Klinikum mit.

- Anzeige -

Trotz einer aktuellen Entspannung der Corona-Situation ist für das Ortenau-Klinikum Wachsamkeit geboten, wie das wiederholte Aufflammen von Neuinfektionen beispielsweise in Altenheimen zeigt. Das Ortenau-Klinikum hat weiterhin Vorgaben von Bund und Land sowie des RKI zu beachten und umzusetzen. So müssen die Patientenströme weiterhin zum Schutz aller Patienten nach Covid-Patienten und Nicht-Covid-Patienten getrennt werden. Damit ist beispielsweise allein in den Notaufnahmen ein wesentlich erhöhter Personalbedarf erforderlich. Gemäß Stufenplan beabsichtigt das Ortenau-Klinikum, die Zentrale Notaufnahme an der Betriebsstelle Kehl ab dem 2. Juni schrittweise und zunächst im Tagesbetrieb von 8 bis 14 Uhr wieder zu öffnen. Das Ortenau-Klinikum arbeitet nach eigenen Angaben kontinuierlich daran, möglichst viele Leistungen wieder anbieten zu können. Ein uneingeschränkter Betrieb wie vor der Corona-Krise sei aus den genannten Gründen dennoch derzeit nicht möglich.

Der Förderverein führt weiter aus, die Geschäftsführung des Ortenau-Klinikums hätte „Schließungsentscheidungen“ angeordnet. Diese Behauptung ist erneut falsch, schreibt das Ortenau-Klinikum in der Mitteilung. Ebenfalls im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen habe der zentrale Krisenstab des Ortenau-Klinikums mit Ärztlichen Direktoren, Chefärzten, Verwaltungs- und Pflegedirektoren sowie Geschäftsbereichsleitungen und weiteren Führungskräfte aller Häuser sowie der Geschäftsführung entschieden, den Standort Oberkirch temporär zu schließen, um mit Hilfe des Personals eine zweite Intensivstation in Achern eröffnen zu können. Der Geschäftsführer sieht diese Maßnahme als richtig an, hat sie jedoch nicht allein getroffen und auch nicht angeordnet, so das Ortenau-Klinikum. Die Entscheidung sei nach Absprache mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen auf Empfehlung des Klinikums als Eilentscheidung durch Landrat Frank Scherer getroffen worden. In diesem Zusammenhang, teilt das Ortenau-Klinikum mit, „suggeriert der Förderverein, das Ortenau-Klinikum wolle den Standort Kehl bereits vor 2030 schießen. Wider besseres Wissen, denn in einer kürzlich veranstalteten Mitarbeiterversammlung, an der auch der Vorsitzende des Fördervereins teilgenommen hat, hat Ortenau-Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller eindeutig erklärt, dass die Betriebsstelle Kehl bis 2030 nicht zur Disposition stehe.“

Ebenso hat Keller laut Pressemitteilung des Ortenau-Klinikums im Vorfeld der veröffentlichten Pressemitteilung des Fördervereins mit dessen Vorsitzenden in einem einstündigen Telefonat alle Sachverhalte ausführlich erläutert und klargestellt. Das Ortenau- Klinikum bedauert, „dass der Förderverein dennoch mit Behauptungen an die Öffentlichkeit tritt, die in keiner Weise einer sachlichen Information der Mitarbeiter und der Bevölkerung dient und einer guten Patientenversorgung eher schadet als nutzt“.
 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 2 Stunden
Bildung
Im Rahmen der Live-Streaming-Gottesdienste der Freien ev. Gemeinde Kehl – Interviewreihe „Lebenswelten“ – sprach Pastor Michael Hamel am Sonntag  mit der Rektorin der Sundheimer Grundschule, Anja Weinacker.
vor 5 Stunden
BV "Lebendiges Eckartsweier" stellt Kulturprogramm vor
Nach der Corona-bedingten Zwangspause lässt der Bürgerverein „Lebendiges Eckartsweier“ seine Veranstaltungsreihe „Kultur im Waaghaus“ zur Spielzeit 2020/21 wieder aufleben. Erwartet werden in der Region bestens bekannte Künstler, aber auch Kabarett-Debütanten. 
vor 14 Stunden
Schwarzwildgewöhnungsgatter Mittelbaden
Heiß diskutiert wurde am Montagabend im Ortschaftsrat Hohnhurst das zu 80 Prozent auf Hohnhurster Gemarkung geplante Schwarzwildgewöhnungsgatter Mittelbaden. Am Dienstagabend wurde dies dem Eckartsweierer Rat vorgestellt, da 20 Prozent des Vorhabens deren Gemarkung betrifft.   
vor 17 Stunden
Nachruf auf Eva "Evi" Schertel
Genau 100 Personen nahmen am Samstag bei einer Trauerfeier Abschied von Eva „Evi“ Schertel. Wären die Corona-Vorschriften nicht gewesen, hätten ihr noch viel mehr ein letztes Lebewohl gesagt.
vor 18 Stunden
Umweltverschmutzung
Am Montag feiernde Jugendliche und junge Erwachsene haben auf den Rasenflächen im Garten der zwei Ufer sehr viel Müll hinterlassen. Der Anblick sei für die Mitarbeiter des Betriebshofs schwer zu ertragen gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. 
vor 20 Stunden
Ortschaftsrat Kork
Auf der Ortschaftsratssitzung am Montag kam in der Bürgerfragestunde das fehlende Spielgerät im Korker Schulhof zur Sprache. Der hohe Kletterbogen, der einst dort stand, wurde abgebaut, nachdem ein Kind heruntergefallen war und sich verletzt hatte – mit der Begründung, dass das Spielgerät zu hoch...
vor 23 Stunden
Ortschaftsrat Kork
Dass der geschützte Baum beim Seniorenhaus im Krempenweg verstümmelt wurde, erregt großen Unmut. Kritiker fordern, dass die Umweltauflagen in Bebauungsplänen kontrolliert werden.
14.07.2020
Entscheidung
An der Badestelle in Goldscheuer darf wieder gebadet und geschwommen werden: Am Montag hat das Gesundheitsamt des Kreises in Absprache mit dem Landesgesundheitsamt das Badeverbot zurückgenommen, allerdings unter Auflagen.
14.07.2020
Märchen-Reihe in Sand wird vorgesetzt
Sander Kirchengemeinderäte beschließen, die „Wunschpunsch“-Veranstaltungsreihe beizubehalten. 
14.07.2020
Travestie-Show in Willstätt
Das Travestie-Duo „Chapeau Claque“ holte am Freitag und Samstag die Vorstellungen im „Mühlen-Café“ Willstätt nach, die im Frühjahr Corona-bedingt ausgefallen waren.
14.07.2020
"Simon & Simon" treten in der Jazz Cantine auf
Der Jazz Cantine-Konzertabend am Donnerstag mit „Simon & Simon“ unter dem Kehler Sternenhimmel zauberte eine Stimmung, dass sich die Zuhörer nach New Orleans versetzt fühlten.
14.07.2020
Ortschaftsrat Goldscheuer diskutiert über Sanierung
Aus dem Ortschaftsrat: Sportfreunde Goldscheuer haben weitere Mittel zur Sanierung der vereinseigenen Sporthalle beantragt. Dies soll nun im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen diskutiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das edel-graue Parkett schafft eine klare Raumstuktur.
    06.07.2020
    Im grenznahen Neuried werden Wohnträume wahr
    Holz ist ein wunderbarer Werkstoff für den Innenausbau: Er ist durch und durch natürlich und passt sich den Anforderungen an. Dabei ist er genauso individuell wie die Menschen, die in den vier Wänden leben. Wer seinen Wohntraum in Holz verwirklichen will, ist bei marx Design in Holz in Neuried an...
  • Willkommen zu Hause: Stressless® steht für Komfort und Entspannung. Modell: Tokyo Linden Sand.
    02.07.2020
    Stressless®: Raus aus dem Alltag, rein ins Zuhause
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten und Wohnen in Baden. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach ist Partner ausgewählter Marken und präsentiert mit Stressless® norwegischen Komfort. Die Welt des exklusiven Möbelherstellers wartet im Stressless®-Studio darauf,...
  • Kai Wissmann präsentiert am Donnerstag, 16. Juli, die Gewinner der Shorts 2020.
    25.06.2020
    Trinationales Event: Großes Finale am 16. Juli
    Die Shorts lassen sich nicht ausbremsen, auch nicht von einer weltweiten Pandemie: Das trinationale Filmfestival der Medienfakultät der Hochschule Offenburg wird diesmal komplett online ausgerichtet. Die Filme sind donnerstags und sonntags ab 19 Uhr im Live-Stream hier abrufbar. Das große Finale...
  • Eine reduzierte Formensprache, robuste Materialien und eine seriöse Optik zeichnen Möbel von Musterring aus.
    25.06.2020
    Möbel RiVo in Achern: Wohnwelt auf 8000 Quadratmetern
    Bei der Einrichtung zählt einzig und allein der persönliche Geschmack. Und Geschmack ist bekanntlich vielseitig. Gerade deshalb bietet das Einrichtungshaus Möbel RiVo in Achern-Fautenbach eine riesige Auswahl an Markenkollektionen von Top-Designern und -Herstellern wie Musterring.