Wilder Westen

Riedhof Ranch Open in Marlen

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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10. Juni 2019

(Bild 1/2) Auge in Auge: Weltmeisterin Ute Holm demonstrierte, was für eine dynamische Disziplin »Cutting« ist. ©Ellen Matzat

An Pfingsten verwandelte sich Marlen in den Wilden Westen – beim 7. »Riedhof Ranch Open«. Das Westernreitturnier zeigte, was ein Pferd bei der täglichen Rancharbeit leisten muss. 

Der Samstag stand im Zeichen des Cuttings, das heißt Reiter und Pferd müssen ein Rind aus einer Herde herauszutrennen. Das ist nötig, wenn die Rinder geimpft werden müssen, eine neue Ohrmarke bekommen oder krank sind. In dieser Prüfung ritten viele Profis mit, wie Teamweltmeisterin Ute Holm aus Rottenburg am Neckar, der Deutsche Meister Sven Oser aus der Nähe von Iffezheim sowie Reiter aus Frankreich, Belgien, Holland, Luxemburg und der Schweiz. 

Weltmeisterin

Ute Holm begann Mitte der 80er in der USA mit Cutting. Mit dem deutschen Team gewann sie 1999 als Profireiterin und 2000 als Trainerin die Teamweltmeisterschaft in den USA. »Der Sport ist für mich die Freiheit für die Pferde«, schwärmte sie. Denn der Reiter suche nur die gewünschte Kuh aus und lasse dann sein Pferd selbständig arbeiten, vergleichbar mit einem Hütehund, der selbständig eine Herde zusammentreibt. 
Wenn der Reiter die Hand mit den Zügeln runter nehme, wisse das Pferd, welche Kuh es zu separieren gilt, erklärte sie. In der zweieinhalbminütigen  Prüfung konnten die Reiter zwei oder drei Kühe ihrer eigenen Wahl »arbeiten«. Für diese Arbeit ist die sogenannte genetisch fixierte Cow Sense notwendig. »Die Pferde, in der Regel American Quarter Horses aus bestimmten Blutlinien, lernen zwar den Ablauf, haben aber diesen teils angeborenen ›Sinn für die Kuh‹, um ihre Aktion auf die eines Rindes abstimmen zu können«, erklärte Carola Steen, Pressesprecherin vom Quarter Horse Journal. »Cutting zählt in den USA nach Baseball und Golf zu den preisgeldstärksten Sportarten«, erklärte sie. 

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Teamsport

Als Nicht-Profis ritten Jette Jürgensen (14) aus Ehningen bei Stuttgart und Sascha Schwind (15) aus Schifferstadt (Rheinland-Pflalz) mit. Jette begann mit sechs Jahre mit Westernreiten. Seit 2016 hat sie ihr eigenes Pferd und 2017 ritt  sie ihr erstes Cutting-Turnier. Sascha reitet seit ihrem vierten Lebensjahr und begann drei Jahre später mit dem Cutting bei Ute Holm. »Das ist Teamsport. Wenn man mit seinem Pferd kein eingespieltes Team ist, funktioniert dieser Sport nicht«, erklärt Sascha ihre Faszination fürs Cutting. Hinzu komme der Adrenalinkick , denn man wisse nie, was komme, und wie sich die Kuh verhalte. 

Am Nachmittag gab’s die Disziplin »Working Cow Horse«, bei der der Reiter im »Pattern« mit einem Rind Aufgaben bewältigen musste. Viel zu lachen gab’s am Abend bei einem Spaß-Parcours, bei dem die 18 Teilnehmer sich und ihre Pferde u. a. als Schlumpf, Prinzessin und Froschkönig, Spanierin, Zombie und Zigeunerin verkleideten. Den Vogel schoss Veranstalterin Ruth Dozuweit ab, die sich als Pferd mit Reiter verkleidete und selbst durch den Parcours sprang. Die Stimmung war bestens. Am Sonntag stand eine Vielseitigkeitsprüfung auf dem Programm.
 

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