Offenes Werkstor

RMA: Aus Kehl kommen Kugelhähne für Gas-Pipelines

Autor: 
Daniel Wunsch
Lesezeit 4 Minuten
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14. September 2020

(Bild 1/5) Beeindruckend: Zwölf Leser der Kehler Zeitung erhielten einen informativen Einblick in die Geschäftsbereiche der Kehler Firma RMA Pipeline Equipment in der Oststraße. ©Peter Heck

KEZ-Leser erhielten am Freitag spannende Einblicke in das Unternehmen RMA Pipeline Equipment in der Oststraße im Kehler Hafen.

Eine Besichtigungstour innerhalb der Aktion „Offenes Werkstor“ führte am Freitagmorgen zwölf Leser der Kehler Zeitung erneut in den Hafen. Ziel war die RMA Kehl in der Oststraße, die unter anderem auf Kugelhähne für Pipelines spezialisiert ist. In zwei Gruppen aufgeteilt, wurde den Besuchern die Entstehung eines Kugelhahns vom Rohmaterial bis hin zum fertigen Endprodukt gezeigt.

Wie international die Firmen im Kehler Hafen aufgestellt sind, war bei der Führung sehr gut zu erkennen. Die RMA ist ein Systemanbieter, dessen Schwerpunkt in der Entwicklung und Produktion von Armaturen, Hausanschlusstechnik, Mess- und Regeltechnik sowie Sonderbauteilen nach Kundenwunsch für die Medien Gas, Öl, Wasser und Fernwärme liegt.

Familienunternehmen in der zweiten Generation

In den RMA-Produkten werden die langjährigen Erfahrungen und Erkenntnisse einer sicheren und innovativen Technik vereint. Aus diesem Grund wurden bereits viele RMA-Produkte und -Verfahren patentiert. Beides zeichnet sich durch höchste Funktionalität, Qualität und Lebensdauer aus. Diese Mischung gewährleistet einen Einsatz nach optimalen technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. 

Nach der Begrüßung durch Thomas Plocher aus der Geschäftsleitung führten zwei Auszubildende anhand einer Präsentation durch die Geschichte und Gegenwart der Firma RMA, die ein familiengeführtes Unternehmen in der zweiten Generation ist. Mit erstklassigen Produkten und hochqualifizierten Mitarbeitern trägt sie entscheidend zum Erfolg ihrer Kunden bei.

Für den Rundgang wurden die zwölf Leser in zwei Gruppen aufgeteilt und von Produktionsleiter Ralf Baas und dem Azubi Bastian Nock (technisches Produktdesign) unter den gängigsten Hygienemaßnahmen durch sämtliche Produktionsabteilungen geführt. Das weitläufige Gelände – im Jahr 1980 von der insolventen Firma Eisenbau Ziefle übernommen und in die RMA Rheinau integriert – ist in verschiedene Bereiche strukturiert.

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International tätig

Der Standort hat sich seitdem stark verändert und ist heute überwiegend im Projektgeschäft im internationalen Bereich tätig, wie Ralf Baas erklärte. Hergestellt werden bei der RMA in Kehl vor allem die großen Kugelhähne bis Nennweite DN 1400, aber auch Absperrschieber, Molchschleusen, Form- und Isolierstücke. Deutlich mehr als Zweidrittel des Umsatzes werden mit weltweit vertretenen Kunden erzielt. „Hierbei hilft uns auch die strategisch gute Lage im Hafen von Kehl“, betonte Baas.
Vom Lager bis zur eigenen Galvanikanlage ist RMA unabhängig von marktwirtschaftlichen Schwankungen und kann auch bei kurzfristigten Anfragen reagieren. Der Lagerbestand in Höhe von mehreren  Millionen Euro bietet Sicherheit und Flexibilität. Der Sicherheitsstandard an Material, bei den Arbeitsbedingungen und in der Endverarbeitung, richtet sich am eigenen hohen Anspruch aus.

Selbst für den Versand der fertigen Produkte hat sich RMA zertifizieren lassen. Dies ermöglicht bei Auslandsgeschäften eine schnellere Zollabfertigung, und die Firma besitzt durch diese Flexibilität einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern.
In den vergangenen Jahren hat RMA in den Standort Kehl kräftig investiert. 2012 wurde ein neuer Hochdruckprüfstand eingeweiht, welcher zu den größten seiner Art in Europa zählt. Neben einem Prüfstand mit Luft verfügt RMA nun über einen hochmodernen Hochdruckprüfstand für Gasmessgeräte. Auf diesem Hochdruckprüfstand werden Gaszähler mit Erdgas justiert und kalibriert beziehungsweise geeicht. Ein weiterer Meilenstein: Im Juni 2020 erhielt der Hochdruckprüfstand der RMA MRT mit dem Kalibrierlaboratorium die internationale Akkreditierung, um für den Bereich mechanische Messgrößen Kalibrierungen durchzuführen.

Vor rund vier Jahren ging die eigene Galvanikanlage in Betrieb, die zu den modernsten Anlagen dieser Art in Europa gehört. Höchste Sicherheitssstandards hätten erfüllt werden müssen, erklärte Ralf Baas den KEZ-Lesern.

Um die gesteckten Ziele erreichen zu können, habe die RMA mit der Erweiterung ihrer Produktionsstandorte und Vertriebsaktivitäten sowie der Entwicklung neuer Produkte die entscheidenden Weichen gestellt, hieß es am Ende der kurzweiligen Führung.

NÄCHSTE FOLGE: Die Kehler Kameraschmiede Optronis macht den Lesern Zeit und Licht sichtbar. 

Info

Historie

 1969: Die Garage von Siegfried Truttenbach ist der erste Firmensitz der Faulhaber & Truttenbach OHG. Dort gründen er und Gerhard Faulhaber das Unternehmen.
 1970: Man entschließt   sich, ein Gelände in Rheinau-Rheinbischofsheim, Forsthausstraße 3, zu erwerben.
 1978: Die RMA Rheinauer Maschinen- und Armaturenbau KG wird gegründet und soll den Vertrieb der eigenen Armaturen aufbauen. Kunden dieser Neuentwicklungen sind zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich die Gasversorger in Deutschland.
 1996: Zur weiteren Erschließung des osteuropäischen Marktes wird die RMA Polska in Chojnow gegründet.
 2002: Die Familie Faulhaber scheidet aus der Gesellschaft aus, die Familie Truttenbach übernimmt.
 2008: Gründungen der RMA Mess- und Regeltechnik und der RMA Training.
 2015: Ende des Jahres beginnt die Integration der Niwatec GmbH in die RMA Gruppe und wird 2019 zu einer Marke der RMA Kehl.
 2020: CeH4 technologies in Celle mit dem Bau von gastechnischen Anlagen und Service-Dienstleistungen gehören mit zur RMA-Familie und runden so das Produktspektrum ab.

Hintergrund

Wussten Sie, ...

 ....dass die RMA-Gruppe 676 Mitarbeiter (Kehl: 133) weltweit beschäftigt, zusätzlich 28 Auszubildende in Rheinau, Kehl und drei in Celle. Polen hat zwei Auszubildende  zum Industriemechaniker.
 ...dass in neun Standorten in Deutschland, Polen, Bahrain, Russland und Asien produziert wird?
 ...dass für 2020 ein Umsatz von 82 Millionen Euro im Inland und 25 Millionen Euro im Ausland geplant ist?
 ...dass zu den Top-Fünf-Auftragsländern Deutschland (49 Prozent), Frankreich (acht Prozent), Großbritannien (sieben Prozent), Niederlande und Schweiz (je fünf Prozent) gehören?
 ...dass RMA vertrieblich in vielen Ländern vertreten ist – teilweise mit eigenen Standorten, wie in Frankreich, in Kanada und in den USA?

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