Kehl

»Ruhestand ist für mich ein Fremdwort«

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19. April 2007
Hermann Wunsch, Gründungsrektor der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Kehl, feiert heute 80. Geburtstag. Ruhestand indes ist für den Professor i. R. ein Fremdwort geblieben.
Kehl/Fréjus. »Ich fühle mich gut und genieße das schöne Wetter, das endlich jetzt auch hier angekommen ist. Letzte Woche sah es ja noch so aus, als ob sich Südfrankreich nach Kehl verzogen hätte«, teilt Hermann Wunsch aus Fréjus, seinem zweiten Wohnsitz, mit. Heute vollendet der Gründungsrektor der Kehler FH sein 80. Lebensjahr. Wer ihn kurzfristig sprechen möchte, der sollte sich zunächst nach seinem Aufenthaltsort erkundigen. Nicht selten kann man den früheren Vollblut-Tennisspieler beim Golf spielen in südlicheren Gefilden antreffen. Immer noch geht ihm das Wort Zurruhesetzung etwas schwer über die Lippen. Der Vater der Kehler Fachhochschule ist nach eigenen Worten immer auf Trab, wenn auch etwas ruhiger und beschaulicher als früher. »Ich lese sehr viel und male auch ein wenig. Ansonsten spiele ich ein paar Mal in der Woche Golf«, berichtet er über seinen Tagesablauf. Im Übrigen biete Südfrankreich für ihn eine Menge Sehenswürdigkeiten, wie Museen, alte provenzalische Dörfchen, historische römische Anlagen und andere sehenswerte Ausflugsziele, von denen er immer wieder neue entdecke. Hermann Wunsch war von 1971 bis September 1990 Rektor der Fachhochschule Kehl. In diese Zeit fällt der Auf- und Ausbau der Hochschule. Äußerlich sichtbar wird diese Entwicklung am Anbautrakt des Gebäudes. War die Hochschule 1971 für 500 Studierende jährlich ausgelegt, verdoppelte sich die Zahl im Laufe der Zeit nahezu. Nach seiner Rektorenzeit engagierte sich Wunsch in der Entwicklungshilfe in Ruanda und führte eine Rechtsanwaltspraxis mit dem Schwerpunkt öffentliches Recht. Die Beweglichkeit, die ihm der Sport weiterhin abverlangt, hat Wunsch als Wegbereiter der Kehler Verwaltungs-Fachhochschule immer wieder unter Beweis gestellt. Beweglichkeit war etwa in den Anfangsjahren bei der Ausgestaltung der Lehrpläne erforderlich – oft Neuland sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Studenten. Auf neue Anforderungen sollte man mit Energie und Gestaltungskraft reagieren, ist sein Motto geblieben. Ihm ebenfalls sehr am Herzen lag die deutsch-französische Zusammenarbeit, für die er sich unter anderem im Rahmen des Euro-Instituts, bei dem er die Weichen stellte, stark engagierte. Die Fachhochschule in Kehl ist inzwischen landesweit und über die Grenzen hinaus zu einer guten Adresse geworden. Dies ist zu einem ganz wesentlichen Teil ein Verdienst von Hermann Wunsch. Als Staatsdiener und Verwaltungsexperte hat er allerdings nie ein Hehl daraus gemacht, dass er eine ausgesprochene Abneigung gegen alles, was mit dem Begriff »Arroganz der Macht« zusammenhängt, hegt – ein Zug, der ihm viel Sympathie bei vielen Kollegen und Studenten einbrachte. Seinen Studenten riet er dabei, den Dingen des Lebens positiv und aufgeschlossen zu begegnen. Seine Zeit zu Hause im Sessel abzusitzen, ist deshalb für den Altrektor Hermann Wunsch auch mit 80 eine furchtbare Vorstellung: »Natürlich bin ich auch noch fachlich interessiert.« Er freut sich daher auf die Veranstaltung am Donnerstag, 3. Mai, an seiner alten Wirkungsstätte, der Kehler Fachhochschule. Das von Jubilar Wunsch gewünschte Thema »Privatisierung öffentlicher Aufgaben« sei hoch aktuell und bedürfe dringend einer öffentlichen Diskussion, heißt es bei den Organisatoren. Gastredner der Festveranstaltung ist Professor Siegfried Broß, Richter am Bundesverfassungsgericht.

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