Sand

Sand bereitet Fußballerinnen tollen Empfang auf Dorfplatz

Autor: 
Udo Künster
Lesezeit 3 Minuten
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23. Mai 2016
Ein Gruppenbild mit allen Akteuren, bevor die Mannschaft wieder in den Bus zum Saisonabschluss nach Barcelona stieg.

(Bild 1/4) Ein Gruppenbild mit allen Akteuren, bevor die Mannschaft wieder in den Bus zum Saisonabschluss nach Barcelona stieg. ©Udo Künster

Die Pokal-Heldinnen des SC Sand wurden am Sonntagnachmittag auf dem Dorfplatz von knapp einem Drittel der 1900 Einwohner begeistert empfangen und gefeiert. Anstatt eines Balkons, den das Sander Rathaus ebenso nicht besitzt wie die Stadt Wolfsburg, wurde ein Lkw-Sattel-Auflieger zur Bühne umfunktioniert.

Nicht auszudenken, was es für einen Auflauf aus der gesamten Region gegeben hätte, wäre am Samstag der große Wurf gelungen und der DFB-Pokal von Köln mit nach Sand gereist. Die knappe 1:2-Niederlage nach aufopferungsvollem Kampf gegen den Titelverteidiger VfL Wolfsburg trübte aber keineswegs die Stimmung: Die improvisierte Bühne geriet heftig ins Schwanken, als Mannschaft, Betreuer und Vorstand das Podium betraten. 

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte wurde bundesweit mit Anerkennung aufgenommen und Bürgermeister Marco Steffens (»Ein besseres Marketing kann sich eine Gemeinde nicht wünschen«) hörte schon in Köln lobende Worte aus prominenten Mündern.

Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestrainerin Silvia Neid hätten sich als Bewunderer und Fans des SC Sand geoutet, berichtete der Bürgermeister der Gesamtgemeinde Willstätt, der von Hitradio-Ohr-Moderator Matthias Drescher als Bürgermeister von Sand ernannt wurde. 

Geschenke der Gemeinde gab es natürlich auch. Für jede Spielerin eine weiße Rose und einen Liegestuhl, auf dem man sich für kurze Zeit im Erfolg sonnen, aber nicht ausruhen soll. Schließlich wolle man nach der erfolgreichsten Saison auch im nächsten Jahr wieder angreifen. 
Der sportliche Leiter Dieter Wendling steckte auch schon die nächsten Ziele: »Vor zwei Jahren habe ich im Scherz gesagt, ich will einmal zum Endspiel nach Köln fahren. Jetzt wollen wir wieder dorthin und den Pokal nach Sand holen.« Neben der Mannschaft und dem kompletten Team dahinter stand ein Mann besonders im Vordergrund. Trainer Alexander Fischinger verdrückte immer wieder eine Träne, als ihn der Bürgermeister, die Vorstände Gerald Jungmann und Hans-Peter Krieg, die Mannschaft, der Fanclub der Frauen sowie das Publikum immer wieder feierten. »Trainer-Legende« schallte es über den Sander Dorfplatz. 

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Mit Erstaunen nahm er das Geschenk des Fanclubs entgegen. Eine Windmühle aus Holz in Anlehnung an seinen »Windmühlen-Lauf« nach dem Halbfinalsieg gegen den FC Bayern München. »Ich bin stolz auf meine Mannschaft, auf die Fans und den ganzen Verein und sehr dankbar, dass ich hier in Sand ein intensives und tolles Jahr erleben durfte«, sagte der gebürtige Schonacher, der sich ab sofort wieder um seine Fußballschule in Umkirch kümmern wird. 

Verabschiedet wurden auch die Spielerinnen Maria Korenciova, die in die Schweiz wechselt und Kristina Kober, die abwesende Stéphanie Wendlinger sowie Julia Zirnstein, die ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen. Mit auf der Bühne stand auch Torfrau Alexa Gaul, die im Winter zum Studium in die USA zurückgekehrt war und auf Einladung des Vereins mit in Köln war. 

Mit dem selbst kreierten Song des Fanclubs und einem gemeinsamen letzten Gruppenbild verabschiedete sich die Mannschaft von ihren Fans und reiste anschließend mit dem Bus zum Saisonabschluss nach Barcelona weiter. 

Manager Gerald Jungmann zog noch ein letztes Fazit: »Die Mannschaft hat sich in Köln  teuer verkauft, leider nicht das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite gehabt. Aber wir waren im Endspiel, haben das Publikum begeistert und es war eine riesige Fangemeinde aus Sand, Willstätt und den umliegenden Ortschaften und der gesamten Region vor Ort. Ganz Köln war überrascht und uns wurde gesagt: Diese Stimmung war noch nie da. Das bleibt in ewiger Erinnerung.«

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