Willstätt

Sanierung der Hanauerland-Halle Willstätt: Viel teurer als geplant?

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07. Dezember 2023
Würden die Entwürfe der Planer wie vorgeschlagen umgesetzt , könnte die Hanauerland-Halle in Willstätt ihr Gesicht komplett verändern. Aber dafür müsste die Gemeinde viel mehr Geld in die Hand nehmen als bislang geplant.

Würden die Entwürfe der Planer wie vorgeschlagen umgesetzt , könnte die Hanauerland-Halle in Willstätt ihr Gesicht komplett verändern. Aber dafür müsste die Gemeinde viel mehr Geld in die Hand nehmen als bislang geplant. ©BAU4 Architekten GmbH Karlsruhe

In der jüngsten Sitzung des Willstätter Gemeinderates wurde der Entwurf für die Sanierungsplanung der Hanauerland-Halle vorgestellt. Für das Konzept gab’s viel Lob – aber die Umsetzung der Pläne würde fast doppelt so teuer wie ursprünglich geschätzt.

Die Hanauerland-Halle ist nicht nur die größte und am stärksten frequentierte Halle der Gemeinde Willstätt, sondern Dreh- und Angelpunkt des Gemeindelebens: Sie wird nicht nur für Spitzen-, Breiten- und Schulsport genutzt, sondern ist auch für größere gesellschaftliche und Kulturveranstaltungen und für das Vereinsleben unverzichtbar. Doch die Halle hat inzwischen über 40 Jahre auf dem Buckel.

Entsprechend ist der Sanierungsbedarf. Unter anderem sind die Duschen und Umkleiden uralt; in der Trainingshalle drohten Deckenleuchten auf den Boden zu fallen. Auch energetisch ist die Halle nicht mehr auf dem Stand der Technik. Der Hallenboden muss erneuert werden. Und barrierefrei ist die Halle auch nicht.

Druck wuchs

In den letzten Jahren wuchs nicht zuletzt von Seiten der Vereine der Druck auf die Gemeinde, endlich tätig zu werden. Nun will die Gemeinde Willstätt Nägel mit Köpfen machen. Monatelang hatte die Gemeinde zuvor an einer Sanierungskonzeption gearbeitet. Es galt nicht nur zu analysieren, was gemacht werden muss, sondern auch eine zumindest überschlägige Finanzplanung zu erstellen, die sich über mehrere Haushaltsjahre erstreckt.

3,7 Millionen vom Bund

Mit dem Konzept bewarb sich die Gemeinde auch um Fördermittel – mit Erfolg: Im Dezember 2022 wurde bekannt, dass sie vom Bund einen Zuschuss über 3,7 Millionen Euro erhält. Das Geld kommt aus dem Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SJK)“, das der Bund im Juli 2022 aufgelegt hatte.

Die Vorzeichen standen also gut. Das Karlsruher Architektenbüro „BAU4“ erhielt den Zuschlag für die Planung. In der jüngsten Sitzung des Willstätter Gemeinderates legten dessen Experten nun dar, wie sie die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen gedenken.

Planung ist „belastbar“

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Eingehend hatten die Experten die Halle zuvor bei mehreren Begehungen in Augenschein genommen und eine detaillierte Bestandsaufnahme erstellt, um unliebsame Überraschungen möglichst auszuschließen. Christian Lyachenko, der die Vorentwurfsplanung vorstellte, war denn auch sicher: „Was wir Ihnen hier vorstellen, ist belastbar.“

Kosten fast verdoppelt

Die Kosten wären allerdings sehr viel höher als bisher angenommen. Mit rund 8,5 Millionen Euro hatte die Gemeinde kalkuliert. Würde man die Planung so umsetzen wie vorgestellt, käme man auf 16,3 Millionen.

Solide Kalkulation

Man habe sich bei der Kostenkalkulation an üblichen Vergleichswerten in einschlägigen Handbüchern und auch an Vergleichsobjekten orientiert, so Bürgermeister Christian Huber. Auch liege die Schätzung bereits einige Zeit zurück. Zudem: Dass die Statik so „auf Kante genäht“ war, sei nicht vorhersehbar gewesen. Und schließlich ist in den Gesamtkosten auch der Umbau der Tribünenhalle enthalten, der so gar nicht vorgesehen war. „Wir hatten die klare Rückmeldung vom Bauamt: Die Schätzung ist valide“, so Huber. „Ich sehe keinen Anlass für Fehler von unserer Seite.“

Zweifel an Finanzierbarkeit

Im Gemeinderat stieß die Planung auf viel Zuspruch. Das Konzept sei „stimmig“ (Timo Schlenz/Neue Liste) und „durchdacht“ (Willstätts Ortsvorsteherin Gabriele Ganz). Und der Umbau der Tribünenhalle in eine Art Mehrzweckhalle wäre ein „Gewinn für die gesamte Gemeinde“, so Ganz weiter. Die hohen Kosten bereiteten allerdings Sorgen. Tobias Fahrner (CDU) äußerte denn auch Zweifel, ob die Sanierung finanzierbar wäre. Roland Göppert (Neue Liste) plädierte hingegen dafür, das Projekt dennoch anzugehen. Durch Zuwarten werde es gewiss nicht billiger, meinte er.

Zuschuss nicht in Gefahr

Zwar ist die zugesagte Bundesförderung nach Ansicht von Bürgermeister Huber nicht in Gefahr – trotz des derzeit klaffenden Finanzlochs im Entwurf für den Bundeshaushalt 2024. Aber mit einer Erhöhung des Zuschusses über die zugesagten 3,7 Millionen Euro hinaus ist nach seinen Worten nicht zu rechnen. Nun muss die Gemeinde zusammen mit den Planern Einsparpotenziale ausloten. Im Januar oder Februar will man dann in die Entwurfsplanung einsteigen.

"Nicht zu kurz springen"

Ein Beschluss wurde in der Sitzung noch nicht gefasst. Saniert werden müsse die Halle aber auf jeden Fall, so Huber. Man habe nun zwar einige Hausaufgaben zu machen, doch er warnte auch: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu kurz springen. Das rächt sich dann irgendwann.“

Stichwort

Was ist geplant?

Nach den Vorstellungen der Planer könnte die Hanauerland-Halle ihr Gesicht in den nächsten Jahren erheblich verändern. Hier einige Eckpunkte:

  • Die Treppe, die derzeit von draußen ins Foyer führt, wird zurückgebaut. Stattdessen erhält die Halle einen neuen Haupteingang im Erdgeschoss. Von dort führen Treppen und ein Aufzug hinauf ins Foyer im Obergeschoss, das folglich etwas kleiner wird. Die Duschen und Umkleiden im Erdgeschoss werden neu geordnet. Auch für eine Schiedsrichter-Umkleide wäre dann mehr Platz.
  • Ganz neu konzipiert haben die Planer die Tribünenhalle an der Westseite der Halle. Ihr Vorschlag: die Tribünen zurückbauen und die Halle ganz abtrennen. So könnte man im Erdgeschoss dringend benötigte Lagerräume schaffen. Und der Gymnastikraum im Obergeschoss würde vergrößert und könnte zu einer Art Mehrzweckhalle ausgebaut werden, die dann auch für kleinere Veranstaltungen nutzbar wäre.
  • Optimierungen im Bereich der Bühne: Unisex-Toiletten statt der bisher recht beengten WC’s und Verlegung des Erste-Hilfe-Raums. So erhielte man Platz für einen Garderobenraum für die Künstler, den es bislang nicht gibt.
  • Energetische Sanierung der Fassade. Hier wollen die Planer mit weitgehend vorgefertigten Fassadenelementen arbeiten. Problem: Die jetzige Fassade kann keine zusätzlichen Lasten (etwa Dämmelemente) tragen. Die Fassadenelemente müssen daher auf eigenen Betonsockeln abgelastet werden.
  • Der Vereins-Anbau soll technisch ertüchtigt werden (Küche, Heizung). Auch eine Umkleide fürs Putzpersonal ist vorgesehen. Der Mehrzweckraum soll von außen separat erschließbar sein.

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