Martinsgans-Essen

Schlemmen für gute Zwecke

Autor: 
Petra Klingbeil
Lesezeit 3 Minuten
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12. November 2019

Volles Haus bei der Bürgerstiftung Kehl: Rund 250 Gäste ließen es sich am Montag beim Martinsgans-Essen in der Stadthalle schmecken. ©Erwin Lang

Die Bürgerstiftung Kehl hat am Montag zum sechsten Mal ein festliches Martinsgans-Essen veranstaltet. Noch nie folgten so viele Bürger, lokale Promis und Gäste beider Rheinseiten dem Ruf der Stiftung, die sich für wohltätige Zwecke engagiert, aktuell gegen Gewalt in Familien und für die Demenzbetreuung. 

„Zum ersten Mal haben mehr als 250 Personen an unserem Martinsgans-Essen teilgenommen“, erzählt der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Jörg Armbruster, nicht ohne Stolz. „Zuletzt mussten wir sogar einigen Personen absagen.“

Die Stadthalle war an diesem Montagabend im Sinn der grenzüberschreitenden Freundschaft mit deutscher und französischer Fahne geschmückt, auf den runden Tischen sorgten ausgesuchte Kerzenleuchter für ein festliches Ambiente. Es ging ja nicht nur um die stattlichen Gänsekeulen mit Rotkohl und Knödeln auf den Tellern und um den dunkelroten Stifterwein in den Gläsern.

Die Bürgerstiftung fördert mit diesem geselligen Abend das menschliche Miteinander und schafft persönliche Bekanntschaften über den Rhein hinweg. Für Heino Bullwinkel von der Bürgerstiftung ist das Datum des Festessens Symbol. Der 11. November ist der Namenstag des Heiligen Sankt Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat. Dies passe zum Motto der Bürgerstiftung „Miteinander-Füreinander“, sagt Bullwinkel. 

Der Martinsgans-Abend ist auch keineswegs Prominenten vorbehalten.

Zu den Gästen gehörten Mitglieder der Bahnhofsmission, der Feuerwehr und eine jugendliche Gruppe engagierter „Kippensammler“. Sie haben in diesem Jahr in Kehl mit zahlreichen Freiwilligen mehr als 20 000 Zigarettenstummel eingesammelt. Die prall gefüllten Plastikbeutel dieser vielbeachteten Aktion haben die Aktivisten als Trophäen mitgebracht. „Wir fühlen uns durch die Einladung geehrt“, meint Till Neumann.

Er und sein Zwillingsbruder Felix aus Adelsheim in Nordbaden gehören zur Musiker-Gruppe „Zweierpasch“, die sich im Raum Kehl-Freiburg-Straßburg durch Aktionen für Naturschutz und Umwelt bekannt macht. „Wir sind alle Nichtraucher, und unser Motto ist „machen statt meckern“, sagt Till. 

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Zum diesjährigen Großprojekt „Gewalt in Familien“ sagt Armbruster, dass dieses Pro­blem in allen sozialen Schichten vorkomme. Gefördert werden aktuell Kinder durch Freizeitaktivitäten und Kunsttherapie, wobei natürlich die Mütter auch miteinbezogen werden. 

Bei der Demenzbetreuung fördert die Bürgerstiftung junge Menschen in Kehl und Bodersweier, die sich ehrenamtlich um Demenzkranke kümmern, und die für diese Beschäftigung eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten. Im laufenden Jahr, so berichtet Armbruster, kann die Stiftung etwa 100 000 Euro für soziale und kulturelle Projekte ausgeben, seit Gründung der Stiftung 2006 sind es insgesamt 850 000 € gewesen. 

Stifterwein vorgestellt 

Zum Stifterwein 2019 meinte Christian Danner, zweiter Kellermeister der Ortenauer Weinkellerei (OWK), „dieser Wein ist noch jung und hat noch nicht seinen Höhepunkt erreicht. Man kann ihn gut noch zwei bis drei Jahre im Keller reifen lassen.“

Die Rotwein-Cuvée des Stifterweins besteht zu 65 Prozent aus Affentaler Spätburgunder, mit Schwarzriesling und Merlot.  Baubürgermeister Thomas Wuttke fand jedenfalls, dass der Wein „hervorragend zu der Gänsekeule mit Knödeln und Rotkohl passe“. 

Im Rahmenprogramm haben auf der Bühne fünf Sportler der Turnliga TG Hanauerland ihre Geschicklichkeit am Pferd vorgeführt.

Musikalisch haben der Dirigent Andreas Dilles am Flügel und seine Enkelin Lea Balzar (Violine) die Gäste mit heiteren Stücken erfreut. Dilles und seine Ehefrau Ruth haben auch mit gekonnt trockenem Humor zwei Dialoge des legendären deutschen Humoristen Loriot dargeboten. 

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