Kehl

Seit 40 Jahren Stahl aus Kehl

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28. Oktober 2008
Foto: BSW - 40 Jahre Stahlproduktion in Kehl. Gestern würdigte man diese reife Leistung. Die Schmelzmeister von damals begleiteten eine Charge und standen beim Abstich Pate.

Foto: BSW - 40 Jahre Stahlproduktion in Kehl. Gestern würdigte man diese reife Leistung. Die Schmelzmeister von damals begleiteten eine Charge und standen beim Abstich Pate.

Gestern wurde im Kehler Stahlwerk gefeiert. Exakt vor 40 Jahren erfolgte der erste Abstich im Elektroofen-Stahlwerk.

Kehl (red/jwt). 40 Jahre Stahl aus Kehl war gestern bei der Badischen Stahlwerke GmbH (BSW) Anlass für einen Rückblick auf den ersten Stahlabstich am 27. Oktober 1968. Die Schmelzer von damals waren eingeladen und erinnerten sich. Die Geschäftsleitung würdigte den Fleiß und das Engagement der Mitarbeiter, teilt das Unternehmen in einer Presseinformation mit. Und reflektiert, dass aus einer ehemals vorgesehenen Jahreskapazität von 150 000 Tonnen (1968) heute über 2,2 Millionen Tonnen geworden sind. Bis zum Jubiläumstag hat das Kehler Stahlwerk über 42 Millionen Tonnen Stahl produziert, »eine reife Leistung«, wie Geschäftsführer Ralph Ridder attestiert.
40 Jahre Stahl aus Kehl heißt auch 40 Jahre lang Arbeitsplätze für eine ganze Region. In den vergangenen zehn Jahren konnte die Stahlproduktion noch einmal verdoppelt werden. Damit ist BSW mit seiner speziellen Konfiguration eines der leistungsfähigsten Mini-Stahlwerke der Welt geworden.
Heute arbeiten mitunter drei Generationen einer Familie im Stahlwerk. Ein Beispiel sind die Häußlers. Großvater Günter, der noch zur ersten Generation der Stahlkocher gehört, ist bereits in Rente. Sein Sohn Wolfgang ist heute Meister in der Schrottversorgung. Und Enkel Thomas wird nach bestandener Meisterprüfung am 1. November zum Produktionsmeister ernannt.
Auch im Umweltschutz ist das Stahlwerk nach Unternehmensangaben führend und gilt als Benchmark für die vergleichbare Industrie. »Unsere Ideen sind gefragt«, so BSW.
Die Zukunft sichern
Die Arbeitssicherheit ist das höchste Kulturgut bei BSW, erklärt die Betriebsleitung. Neben umfangreichen eigenen Maßnahmen lässt sich die BSW auch von namhaften Unternehmensberatungen und Spezialisten in Fragen der Arbeitssicherheit beraten. Aktuell wurden in den letzten Wochen und Monaten alle 800 Mitarbeiter zum Thema Arbeitssicherheit geschult. Ziel ist es, dass jeder sich mit dem Thema Sicherheit beschäftigt und es verinnerlicht. »Es geht nur mit allen, denn jeder Unfall ist vermeidbar.«
Das Stahlwerk in Kehl ist gerade dabei, die Zukunft und damit auch die Arbeitsplätze zu sichern. Wie das Unternehmen berichtet, werden in den nächsten Jahren 270 Millionen Euro investiert, um den Standort Kehl weiter zu festigen und auch weiterhin attraktive Arbeitsplätze für die Menschen aus der Region zu bieten.

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1968 begann die Erfolgsgeschichte
Das Stahlwerk in Kehl ist das einzige in Baden-Württemberg. Bei der Unternehmensgründung 1968 handelte es sich um das erste Stahlwerk mit Elektrolichtbogenöfen, zu jener Zeit ein Novum in Deutschland.
Dies bedeutete nämlich, dass Stahl nicht mehr nur dort produziert werden konnte, wo sich die Kohle befand, sondern an jedem beliebigen Standort. Das Kehler Hafengebiet mit seiner guten Anbindung an Wasserstraße, Schiene und Autobahn schien in den Augen der damaligen Stahlwerksbetreiber geradezu ideal. Zudem bestand bereits ein Walzwerk zur Herstellung von Betonstahl.
Bereits ein Jahr später wurden knapp 149 000 Tonnen Stahl in Kehl produziert. »Unsere Öfen werden selten kalt«, betonte Ralph Ridder gestern vor der kleinen Festgemeinde. Denn heute liegt die Jahresproduktion bei über 2,2 Millionen Tonnen Stahl. Das entspricht 23 500 Chargen im Jahr.
Benötigten die Schmelzer in den Anfangsjahren noch Stunden für eine Charge, so beträgt die Zeit heute vom Beladen mit Schrott bis zum flüssigen Stahl gerade einmal 38 Minuten. »Wir sind Sekundenjäger«, so der technische Geschäftsführer Michel Hamy. Denn jede gewonnene Zeit, sei sie auch noch so klein, führt zu einer Verbesserung des Ergebnisses. Bis zum heutigen Tag haben rund 545 000 Chargen über 42 Millionen Tonnen Stahl aus Kehl ergeben.

Zwei wichtige Töchter
BAG: Der Facharbeiteranteil im Werk liegt bei über 90 Prozent. Die Badische Stahlwerke GmbH hatte antizyklisch immer über den eigenen Bedarf ausgebildet. In den 40 Jahren haben 7400 Mitarbeiter in der Kehler Gruppe einen Arbeitsvertrag unterschrieben und mit der 1981 begonnenen Ausbildung haben 1200 junge Menschen einen Berufsabschluss erhalten. Das Ausbildungszentrum der BSW, die BSW Anlagen und Ausbildung GmbH, bildet im Hinblick auf die demographische Entwicklung zur Zeit rund 200 Jugendliche aus.
BSE: Das Know-how aus Kehl wird an Mitbewerber in der ganzen Welt verkauft. Die Badische Stahl-Engineering GmbH nimmt zur Problemlösung nicht nur die Ingenieure der BSW mit, sondern vor allem auch Produktionsmeister und Produktionsfacharbeiter. Dieses System hat sich bewährt. »Wir bringen für unser Werk von jeder Reise auch etwas mit«, berichtet die Geschäftsleitung.

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