Kehl

Skulpturengarten: Neumühls Geschichte wird in Stein erzählt

Autor: 
Hubert Bretschneider
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

(Bild 1/2) Gleich am Eingang des Skulpturengartens auf dem Herbert-Hellmuth-Weg erfährt der Besucher auf einem großen Sandsteinquader vieles über die Namensgebung der Ortschaft Neumühl. Bis zum jetzigen Namen war es nämlich ein weiter Weg. ©Hubert Bretschneider

Die Idee ist über 20 Jahre alt, vier Jahre lang wurde an den Skulpturen gearbeitet. Am Sonntag wurde der Neumühler Skulpturengarten feierlich eingeweiht.
 

Kurz nach elf Uhr begannen am Sonntag, die Odelshofer Dorfsänger das offizielle Eröffnungsfest für den Neumühler Skulpturengarten. Ortsvorsteher Fritz Vogt begrüßte die zahlreich erschienen Neumühler und Gäste im Park Alte Kinzig. In seinen Grußworten erklärte er das Entstehen des Skulpturengartens. Vorangegangen ist eine über 20 Jahre alte Idee, die der Ortsvorsteher und sein Freund Herbert Hellmuth hatten. Und Herbert Hellmuth, der Gönner und Sponsor dieses Gartens, war es auch, der die Idee hatte, die Geschichte Neumühls »in Stein« zu erzählen. 

Ein Gesamtkunstwerk

Steinmetzmeister Hubert Benz hatte vier Jahre lang an den Skulpturen gearbeitet, um den Garten zu vervollständigen. Herausgekommen ist ein wohl einzigartiges Gesamtkunstwerk, die Neumühler Geschichte in Sandstein, aus den Vogesen und aus dem Kinzigtal. Auch Kehls OB Toni Vetrano beglückwünschte die Neumühler zu diesem Garten – oder wie er es ausdrückte – zum »Central Park Neumühl«. Fritz Vogt bedankte sich von ganzem Herzen auch im Namen der Neumühler Bürger und des Ortschaftsrats bei Hellmuth für dessen Großzügigkeit und verkündete, dass der Weg durch den Skulpturengarten offiziell nun »Herbert-Hellmuth-Weg« heißt. 

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Hellmuth erklärte, dass er vor über 60 Jahren nach Neumühl gekommen sei und hier eine Schreinerlehre begann. Er wurde von Beginn an als Einheimischer behandelt und fühlte sich immer als Neumühler. Es freue ihn, wenn er nun die Geschichte Neumühls für viele weitere Generationen anhand der Skulpturen deutlich machen könne. 

Steinmetzmeister Hubert Benz stellte dann fest, dass dies nicht so ganz der Fall sei, denn nach einigen zig-tausend Jahren zerfalle auch der Sandstein wieder zu seinen Einzelteilen. Es bestehe daher für spätere Ortschaftsräte kein Entsorgungsproblem. Insgesamt habe er mit seinen Angestellten 11,3 Tonnen Sandstein verarbeitet und dies dürfte mindestens genau das Gewicht sein, das Neumühls Einwohner in der Zeit um 1790 gewogen haben.

Als letzter offizieller Teil erhielt der Garten mit seinen drei Sandsteinfiguren, den drei Quadern und der Sandsteinkanone dann auch den kirchlichen Segen. Pfarrer Reinhard Sutter erklärte, dass er wohl auch mit seiner neuen Konfirmandengruppe einmal den Garten besichtigen werde, um dabei auf die Leiden der Ortschaft Neumühl hinzuweisen. Auf die zahlreichen kriegerischen Handlungen, in die Neumühl einbezogen wurde, weist ein Sandsteinquader mit Daten hin. 
Nach dem kirchlichen Segen wurde der offizielle Teil beendet und die Besucher saßen noch lange im Garten und ließen sich Speis und Trank schmecken.

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