Traditionen und Bräuche

So verbringen Ortsvorsteher im Raum Kehl das Osterfest

Autor: 
Sandra Biegert
Lesezeit 4 Minuten
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19. April 2019

©Archivfoto Christoph Breithaupt

Ob mit Kindern und Enkeln Ostereier färben und suchen, Fleischverzicht an Karfreitag oder der gang in die Kirche: An Ostern gibt es viele Traditionen. Vier Ortsvorsteher aus dem Kehler Umland haben erzählt, wie sie Ostern verbringen. 

Ostereier färben und suchen, ein Spaziergang mit der Familie oder der Besuch eines Gottesdienstes: Ostertraditionen gibt es genug. Die Kehler Zeitung wollte von den Ortsvorstehern im Kehler Umland wissen, was ihnen Ostern bedeutet und welche Bräuche sie noch pflegen. 

 

Bei Richard Schüler, Ortsvorsteher von Goldscheuer, spielt die Brauchtumspflege eine wichtige Rolle (Archivfoto). 

 

Die christliche Wertigkeit und Brauchtumspflege wie der Osterhase oder Eier färben spielen in der Familie von Richard Schüler, Ortsvorsteher von Goldscheuer, nach wie vor eine große Rolle. »Zusammen mit meinen Kindern und Enkeln werden nicht nur Ostergeschenke ausgetauscht, sondern Eier gefärbt, versteckt und von den Enkeln gesucht«, sagt Schüler. »Ostern gibt uns Gelegenheit, Familie zu leben«.

Kein Fleisch am Freitag

Für Heinz Faulhaber, Ortsvorsteher von Leutesheim, ist als gläubiger, evangelischer Christ Ostern sehr wichtig. »Den Karfreitag nehme ich als Kreuzigungstag von Jesus sehr ernst und halte mich strikt an den Brauch, kein Fleisch zu essen«, so Faulhaber. »In meinem ganzen Leben habe ich nur einmal aus Versehen eine Bratwurst gegessen. Daran denke ich immer wieder am Karfreitag, und bereue es.«  

 

Heinz Faulhaber, Ortsvorsteher von Leutesheim, hält sich strikt an den Brauch, Karfreitag kein Fleisch zu essen (Archivfoto).

 

Ostern mit der Erinnerung an das Leiden und Sterben von Christus, nach drei Tagen die Auferstehung und das ewige Leben, ist für ihn eine Hoffnung, an der man sein eigenes Leben festmachen könne. »Hinfallen kann man immer wieder. Wichtig ist, man steht wieder auf«, sagt Faulhaber.  

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»An Ostern wird mir deutlich, wie nah Licht und Dunkelheit beieinander liegen«, sagt Sanja Tömmes, Ortsvorsteherin von Auenheim. »Für mich wurde Ostern wichtiger als Weihnachten, gerade in Hinblick auf den geringeren Konsum und die Erwartungen der Menschen.« 

 

Sanja Tömmes, Ortsvorsteherin von Auenheim, fährt an Ostern mit ihrer Familie in ihr Geburtsland  Kroatien (Foto: Privat).

 

Tömmes fährt jedes Jahr mit ihrer Familie in ihr Geburtsland Kroatioen, wo sie das Fest nach kroatischem Brauch verbringen. »Gegessen wird, was selbst angebaut wurde. Meistens wird vor Ostern geschlachtet, so dass selbst der Schinken aus Eigenproduktion stammt«, erzählt sie. Das mache ihr deutlich, wie wertvoll unsere Lebensmittel sind. »Wir bringen einen Korb mit Meerrettich, Schinken, Eiern, selbstgebackenem Brot und Kuchen am Samstag zum Segnen vor die Dorfkirche. Danach darf die gesegnete Nahrung gegessen werden.«

Am Ostersonntag gehen sie in die Kathedrale in Varazdin, am Ostermontag in die Dorfkirche zum Gottesdienst. »Verwandte und Freunde besuchen uns am Ostermontag. Jeder bekommt etwas zu essen und von unserem selbstgemachten Wein zu trinken«, erzählt Tömmes. »Das macht mir deutlich, wie wenig es braucht, um Menschen glücklich zu machen: Gemeinsam am Tisch sitzen, essen, trinken, reden, lachen!«

 

Heinz Haag, Ortsvorsteher von Querbach, versucht an Ostern zur Ruhe zu kommen und Zeit mit der Familie zu verbringen (Foto: Privat). 

 

Auch Heinz Haag, Ortsvorsteher von Querbach, versucht  an Osterbräuchen festzuhalten: »An Karfreitag gibt es Fisch, auf Fleisch wird verzichtet. Am Gründonnerstag gibt es Grieskuchen, den meine Mutter nach einem alten Rezept macht, und meistens trifft sich die ganze Großfamilie bei ihr zum gemütlichen Beisammensein«, erzählt Haag. »Die jetzige Zeit ist hektisch genug – da sollte man sich Zeit nehmen um nicht alle Bräuche zu vernachlässigen. Das fällt mir allerdings manchmal schwer, da ich am Donnerstag auch noch Probe habe.«

Zur Ruhe kommen

Haag ist es wichtig, an Ostern etwas zur Ruhe zu kommen und Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. »Am Sonntag trifft sich die Familie zum Mittagessen, das lässt man dann gemütlich ausklingen und geht zur Schwester, die Geburtstag feiert. Dazwischen findet sich viel Zeit, um mit den Kleinen den Osterhasen zu suchen. Am Montag werden wir meine Tochter besuchen und bei hoffentlich schönem Wetter deren Geburtstag feiern.«

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