Kehl

Stadt will bei weiterer Erdölsuche gehört werden

Autor: 
Klaus Körnich
Lesezeit 3 Minuten
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25. September 2014

Die Heidelberger Firma »Rhein Petroleum« hat beim Regierungspräsidium beantragt, die so genannte Aufsuchungserlaubnis für das Feld »Mittlerer Oberrhein« bis zum 30. Juni 2017 zu verlängern. Das gezeigte Foto stammt aus dem Erdöl-Museum in Pechelbronn. ©office de tourisme sauer-pechelbronn

Die Stadt Kehl stimmt der Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis für die »Rhein Petroleum GmbH« im Gebiet »Mittlerer Oberrhein«, das auch Kehl umfasst, zu. Die Stadt macht jedoch zur Bedingung, dass sie bei allen Arbeiten, die in Kehl oder in einer Nachbargemeinde stattfinden, beteiligt wird. Das gab OB Vetrano am Montagabend im Verwaltungsausschuss bekannt. Die Firma sucht nach Erdöl.

In der Ortenau steht die Suche nach Erdöl noch ganz am Anfang. Doch das Interesse an dem »Schwarzen Gold« ist nach wie vor groß – zumindest bei der Heidelberger Firma »Rhein Petroleum«. Deshalb hat sie beim Regierungspräsidium beantragt, die so genannte Aufsuchungserlaubnis für das Feld »Mittlerer Oberrhein« bis zum 30. Juni 2017 zu verlängern. Diese war Ende Juni ausgelaufen. Das Gebiet, in dem einmal gebohrt werden könnte, wird im Westen vom Rhein begrenzt und reicht im Norden bis Achern und im Süden bis Riegel am Kaiserstuhl.

Aufgrund der derzeitigen Tiefengeothermie-Diskussion in Kehl hatte die Stadtverwaltung ein Büro mit der Prüfung der Antragsunterlagen beauftragt. »Rhein Petroleum« befindet sich derzeit noch in der Phase der Datenerhebung. Die Firma plant nach Angaben der Stadtverwaltung eine sogenannte 2 D-Seismik, gegebenenfalls auch noch eine 3 D-Seismik, um mehr und bessere Daten ermitteln zu können. Mit den genannten Verfahren werden mehrdimensionale Bilder des Untergrunds erzeugt. Auf Grundlage dieser Daten können dann mögliche Bohrziele festgelegt werden. Zudem soll es  laut Verwaltung eine Bohrung geben. Wann diese durchgeführt wird, ist noch offen. Außerdem ist auch noch nicht klar, ob das Gebiet der Stadt Kehl überhaupt betroffen ist.

Der Ausschuss nahm den Verlängerungsantrag der Firma zustimmend zur Kenntnis. »Beruhigend ist, dass zum Geschäftsinhalt der Firma ausschließlich die konventionelle Aufsuchungs-  und Fördermethode gehört«, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Richard Schüler der KEHLER ZEITUNG. »Konventionelle Aufsuchung bedeutet, dass Erdöl nur in Porenräumen von durchlässigem Gestein, zum Beispiel Buntsandstein, gefördert wird. Das geförderte Erdöl wird durch das überall in diesem Bereich vorkommenden Wasser ersetzt. Es entstehen somit keine Hohlräume. Das Speichergestein ist und bleibt standfest.«

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Konventionelle Methode heißt auch, dass »Rhein Petroleum« nach eigenen Angaben nicht das sehr umstrittene Fracking zur Erdölgewinnung betreibt.
Im Gegensatz zu dieser konventionellen Förderung steht laut Schüler die unkonventionelle Förderung, die zum Beispiel bei der Tiefengeothermie eingesetzt wird: »Hier handelt es sich um eine Förderung aus Schichten, die von sich aus undurchlässig sind. Mit Hilfe eines hydraulischen Verfahrens werden Risse in den Gesteinen erzeugt, die zu den nicht auszuschließenden Folgen, wie Erderschütterungen und Erdbeben, führen können«, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Diese negativen Folgen könne man bei der geplanten Erdöl-Fördermethode »weitgehend ausschließen«, sagte Schüler im Verwaltungsausschuss.
Er erklärt weiter: »Auch für die 2 D- und 3 D-Seismiken sowie für die Probebohrungen sind zusätzliche Genehmigungen erforderlich. Hinzu kommt, dass die zusätzlich gewonnenen Erkenntnisse aus den Seismiken  auch für andere Verfahren, wie zum Beispiel die Tiefengeothermie, realistische Erkenntnisse bieten.«

Zwei Bedingungen

Die Verwaltung bestätigt, dass seismische Untersuchungen und Bohrungen von der Landesbergdirektion gesondert genehmigt werden müssen. »Sofern diese Aufsuchungstätigkeiten die Gemarkung Kehl betreffen, soll die Gemeinde im Rahmen eines Beteiligungsverfahren gehört werden«, fordert die Stadtverwaltung in einer Vorlage. Die Stadtverwaltung bittet außerdem, auch dann gehört zu werden, wenn eine Nachbargemeinde von den Arbeiten betroffen ist. Beide Punkte macht die Stadt zur Bedingung für ihre Zustimmung.

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