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Straßburg macht Ernst mit der Umweltzone

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Redaktion
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14. Mai 2021
Ab kommenden Jahr dürfen nur noch Fahrzeuge mit Plakette nach Straßburg fahren.

Ab kommenden Jahr dürfen nur noch Fahrzeuge mit Plakette nach Straßburg fahren. ©ULRICH MARX

Die gesamten Region der Eurométropole wird ab 1. Januar 2022 schrittweise zur Umweltzone. Derzeit wird darüber verhandelt, ob die deutsche Umweltplakette als Nachweis anerkannt wird.

Wenn auf dem Gebiet der Eurométropole zum Jahreswechsel eine Umweltzone eingeführt wird, sind davon auch Auto- und Lastwagenfahrer aus Kehl betroffen. Und zwar an allen Tagen im Jahr, also unabhängig davon, ob es gerade Feinstaub- oder Ozonalarm gibt. Alle Fahrzeuge, die aufgrund ihres Alters keine Umweltplakette oder die Klassifizierung „Crit’Air 5“ bekommen, dürfen dann in und rund um Straßburg nicht mehr fahren – eigentlich. Denn das erste Jahr dient der Sensibilisierung und Information der Verkehrsteilnehmer, will heißen: Sanktioniert wird die Nutzung von Autos und Lastwagen ohne Plakette oder mit „Crit’Air 5“ erst vom 1. Januar 2023 an.

Fahrverbote gestaffelt

In den Folgejahren werden, immer zu Jahresbeginn, schrittweise Fahrverbote für Fahrzeuge mit den „Crit’Air“-Plaketten 4 (2025), 3 (2027) und 2 (2028) verhängt, so dass am Ende nur noch Elektrofahrzeuge und Autos mit der Plakette „Crit’Air 1“ übrigbleiben und damit Dieselfahrzeuge komplett vom Gebiet der Eurométropole verbannt sind.
Weil sich diese Maßnahmen auf den rheinübergreifenden Verkehr direkt auswirken, hat Pia Imbs, die Präsidentin der Eurométropole de Strasbourg, diese Oberbürgermeister Toni Vetrano im persönlichen Gespräch vorgestellt. Unterstützt wurde sie dabei vom für Mobilität zuständigen Vizepräsidenten Alain Jund sowie von Françoise Schaetzel, die im Rat der Eurométropole mit den Themen Luftqualität und Umweltschutz betraut ist.

Hohe Luftverschmutzung

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Nachdem die Eurométropole de Strasbourg zu den elf französischen Metropolen gehört, die bei der Luftverschmutzung die Grenzwerte der Gesundheitsgefährdung überschreiten, ist sie gesetzlich verpflichtet, eine Umweltzone einzuführen, erklärte Pia Imbs. Die erste Stufe der Umweltzone hätte bereits am 1. Januar 2021 in Kraft treten sollen. Durch die Corona-Pandemie wurde die Einführung jedoch auf 1. Januar 2022 verschoben. Ein ganzes Jahr lang wird noch nicht sanktioniert.

Um eine Alternative zur Nutzung des Pkws zu bieten, wird die Eurométropole den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen. Dazugehören die Verlängerung von zwei Tramlinien ebenso wie die bereits laufende Einrichtung von Anruflinienbussen, die Ausweisung von Busspuren, kostenfreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Kinder und Jugendliche, der Ausbau des Carsharing-Angebots sowie Zuschüsse für den Kauf von E-Bikes (für Einwohner der Eurométropole). Rund 100 Millionen Euro will die Eurométropole in den nächsten fünf Jahren für den Ausbau des Radwegenetzes ausgeben.

Termin für Bürgerinfo

Die gestaffelten Fahrverbote werden von Ende April bis Juni in sogenannten Bürgerkonferenzen vorgestellt und diskutiert. Für den 31. Mai (18 bis 20 Uhr) ist eine grenzüberschreitende Online-Bürgerveranstaltung geplant.
Geprüft wird derzeit zudem noch, ob eine gegenseitige Anerkennung der deutschen und der französischen Umweltplaketten möglich ist. Damit ist inzwischen auch der deutsch-französische Ausschuss befasst. Spätestens jedoch mit dem Fahrverbot für Dieselfahrzeuge wären auch Autos mit der grünen deutschen Umweltplakette betroffen.
Zu Beginn der Einführung der Umweltzone am 1. Januar 2022 wird bei Kontrollen die Sensibilisierung und Beratung der Autofahrer im Vordergrund stehen. Danach folgen Stichprobenkontrollen durch die Polizei. Schließlich soll ein frankreichweit gültiges System eingesetzt werden, bei dem die Nummernschilder automatisch eingelesen werden.

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