Kirchengemeinden Sand und Eckartsweier

Straßengottesdienst-Projekt wird für Wettbewerb angemeldet

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19. Februar 2021

Britta Gerstenlauer, evangelische Pfarrerin von Sand und Eckartsweier (links), kommt seit Dezember immer wieder zu den Menschen, um mit ihnen auf der Straße Gottesdienst zu feiern. ©Günter Ferber

Die evangelischen Kirchengemeinden Sand und Eckartsweier machen mit ihrem Straßengottesdienst-Projekt beim Gemeindewettbewerb des evangelischen Magazins „Chrismon“ mit.

Not macht erfinderisch, sagt man – das gilt gerade auch in Pandemie-Zeiten. Gerade auch die Kirchen waren von den aufgrund des Corona-„Lockdowns“ erlassenen Beschränkungen betroffen und sind es nach wie vor. Noch immer haben viele Menschen Angst sich auf den Weg in die Kirche zu machen – aus Furcht, sich mit dem Virus zu infizieren. 

Viele haben Angst vor Gottesdienstbesuch

Auch die Kirchengemeinderäte in Eckartsweier und Sand standen vor diesem Problem. Besonders augenfällig wurde es im Vorfeld des Weihnachtsfestes. Das Fest der Geburt Jesu ist stets auch ein Hoch-Fest für die Kirche, und die Gotteshäuser sind an den Festtagen voll. Doch in jener Zeit stiegen die Infektionszahlen stark an. Für die Verantwortlichen der Kirchengemeinden war schnell klar, dass sie andere Wege würden finden müssen, um die Sehnsucht der Menschen, sich unter Gottes Namen begegnen zu können, befriedigen zu können.

Kirche kommt zu den Menschen

Die Lösung hieß: Wenn die Menschen nicht in die Kirchen kommen können (oder aus Angst vor Ansteckung nicht wollen), muss die Kirche zu den Menschen kommen. Bereits Mitte Dezember lud Pfarrerin Britta Gerstenlauer zu den ersten Straßengottesdiensten in Sand ein. An verschiedenen Plätzen im Dorf, vornehmlich an Straßeneinmündungen, hielt sie Kurzandachten ab. Auf dem Gehsteig, am Balkon oder hinter der Fensterscheibe konnten die Menschen das Geschehen verfolgen. Bei den Anwohnern kam diese Art des Gottesdienstes sehr gut an.

Demnächst feiert die Kirchengemeinde in Sand den 99. und in Eckartsweier den 100. Straßengottesdienst. Fünf bis sechs verschiedene Stationen werden dabei an einem Vormittag oder Abend angesteuert; Passanten können stehen bleiben und mitfeiern. 50 bis 80 Menschen nehmen jedes Mal insgesamt an diesen Kurz-
andachten teil. 

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Format soll verstetigt werden

Inzwischen, wo die Infektionszahlen allmählich wieder sinken, feiert Britta Gerstenlauer mit den Gläubigen auch wieder „herkömmliche“ Gottesdienste in den Kirchen. Dennoch soll das Angebot weitergeführt werden – als Möglichkeit, auf andere Weise mit Gott in Beziehung zu kommen und sich den Fragen des Lebens, den Sorgen und Ängsten zu stellen.

Doch solche Straßengottesdienste sind sehr material­intensiv, und man braucht eine Technik, die wetterfest ist und die es den Menschen möglich macht, Lieder oder Eingangsmusik auch tatsächlich hören zu können. Zudem möchte die Gemeinde das Projekt auch schriftlich auf­arbeiten und ihre Erfahrungen veröffentlichen.

Wettbewerb zeigt Vielfalt christlicher Gemeindearbeit

Die Kirchengemeinden haben sich daher entschlossen, sich mit ihrem Projekt am Gemeindewettbewerb von „Chrismon“ zu beteiligen. Bereits zum sechsten Mal lobt das evangelische Magazin diesen Wettbewerb für spannende und kreative Projekte von Kirchengemeinden aus. Damit will das Magazin nach eigenen Angaben auf die Leidenschaft und Vielfalt christlicher Gemeindearbeit aufmerksam machen. 

Zuletzt hatte die Kirchengemeinde Sand 2019 mit der Restaurierung des alten Fensters aus dem Chorraum der Bartholomäus-Kirche, das die Gemeinde von einem Fachbetrieb in Baden-Baden-Steinbach restaurieren ließ und das inzwischen im Chorraum ausgestellt ist, an dem Wettbewerb teilgenommen. Damals hat’s nicht gereicht. Diesmal hoffen die Verantwortlichen der Kirchengemeinde auf mehr Glück – und auf mehr „Klicks“. 

Stichwort

Wie läuft der Wettbewerb ab?

Am Wettbewerb teilnehmen können alle evangelischen, katholischen und freikirchlichen Kirchengemeinden Deutschlands, die der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehören. Die Abstimmung ist in zwei Phasen gegliedert. Vom 2. bis 23. März kann jeder kostenlos und ohne Angabe persönlicher Daten täglich darüber abstimmen, welche zwölf Kirchengemeinden ins Finale einziehen. Gemeinden können sich bis zum Ende der Qualifikation weiterhin mit ihrem Projekt bewerben.

Die 12 Gemeindeprojekte, die am 23. März um 10 Uhr die meisten Stimmen bekommen haben, ziehen ins Finale ein. Dann wird bis einschließlich 25. März (Mitternacht) per Eingabe einer E-Mail-Adresse abgestimmt, wobei nur noch einmal pro E-Mail-Adresse abgestimmt werden kann. Alle Finalisten starten erneut mit null Stimmen. Am 26. März werden alle Finalstimmen manuell geprüft und erst dann gesammelt freigeschaltet.

Insgesamt werden 22.000 Euro an Fördermitteln ausgeschüttet. Zehn Kirchengemeinden erhalten die Publikumspreise zwischen 500 und 2000 Euro. Unter allen teilnehmenden Kirchengemeinden prämiert eine Jury unabhängig davon sieben Preisträger mit jeweils 2000 Euro.

Weitere Infos zu dem Wettbewerb gibt’s im Internet: https://chrismongemeinde.evangelisch.de/wettbewerb

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