Kehl

Subutex-Schwarzmarkt boomt

Autor: 
Florence-Anne Kälble
Lesezeit 3 Minuten
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10. Mai 2012
Der Handel mit dem Drogen-Ersatzstoff Subutex nimmt immer mehr zu. Die Polizei zeigt deshalb vermehrt Präsenz an den einschlägigen Plätzen in Kehl und Straßburg. Schwerpunktermittler sind im Einsatz.

Kehl. Alles fing ganz harmlos mit einem Abend bei Freunden an. Irgendwann machte die Clubdroge Ecstasy die Runde und Alfred K. warf sich auch eine der bunten Pillen ein. Warum er die Droge genommen hat, weiß er heute gar nicht mehr genau. »Ich schätze, es war aus Neugierde.« Nachdem die euphorisierende Wirkung nachgelassen hatte, entdeckte der 29-Jährige bei einem Freund Heroin. Auf Anhieb war sein Interesse geweckt. Er wollte es unbedingt ausprobieren und redete solange auf seinen Freund ein, bis der nachgab. So ist der Azubi in eine Heroin-Abhängigkeit gerutscht.

Schwerpunktermittler

Seine Drogen besorgte er sich in Straßburg. »Und wenn zu wenig Geld da war, dann bin ich eben auf Subutex umgestiegen«, erklärt Alfred K. Zeitweise hat eine Tablette auf dem Straßburger Schwarzmarkt fünf Euro gekostet. »Die Tablette hat immerhin für eine Woche ohne Entzugserscheinungen gereicht.«

Subutex ist ein Drogenersatzstoff. Während es hierzulande unters Betäubungsmittelgesetz fällt, ist es in französischen Apotheken frei verkäuflich. Wer sich Subutex in Frankreich auf dem Schwarzmarkt besorgt und damit nach Kehl kommt, macht sich in doppelt strafbar: Einerseits wegen der Einfuhr und andererseits wegen des Besitzes des Betäubungsmittels.

Die Kehler Polizei hat sogar eine vier Mann starke Schwerpunktermittlungsgruppe im Einsatz, die sich nur mit Drogendelikten befasst. 2010 hat sie bei Personen-Kontrollen im Grenzgebiet 66 Subutex-Tabletten und 21 Gramm Heroin sichergestellt. Im vergangenen Jahr waren es schon 154 Tabletten des Drogenersatzstoffes und 63 Gramm Heroin. Es könne daher von einem Anstieg des Subutex-Handels im Grenzgebiet ausgegangen werden, erklärt der Leiter des Kehler Polizeireviers, Ingolf Grunwald, auf Nachfrage.

Schwarzmarkt

Alfred K. war selbst nur ein einziges Mal auf dem Schwarzmarkt in Straßburg. Zu groß ist seine Angst, erwischt zu werden. »Ich habe mir immer von einem Freund was mitbringen lassen.« Früher seien die Kontrollen längst nicht so streng und flächendeckend wie heute gewesen. So sind nicht nur Kameras in Straßburg an den einschlägig bekannten Stellen angebracht worden, auch zivile Fahnder sind seinen Angaben zufolge vermehrt im Einsatz. Zudem kontrolliert die Polizei verstärkt an den Grenzen.

Ein Arzt hilft ihm

Aktuell kostet eine Tablette Subutex auf dem Schwarzmarkt zwischen zehn und zwölf Euro. Die Preisentwicklung auf diesem illegalen Markt unterliegt dabei anderen Marktgesetzen als bei den frei verkäuflichen Mitteln. Mögliche Faktoren für steigende Preise sind die zunehmende Präsenz der Polizei und die steigende Nachfrage bei den Subutex-Konsumenten.

Alfred K. wünscht sich jedenfalls eine Zukunft ganz ohne Drogen. Er ist mittlerweile bei einem Arzt in einem offiziellen Drogen-Substitutionsprogramm untergekommen.

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