Kehl

Sundheimer Huhn: Vom Aussterben bedroht

Autor: 
Klaus Körnich
Lesezeit 2 Minuten
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23. August 2016
Von links die Züchter Rudi Sommer aus Sundheim, Dieter Prehn aus Königslutter (Niedersachsen) und Rudi Hummel aus Rheinau.

Von links die Züchter Rudi Sommer aus Sundheim, Dieter Prehn aus Königslutter (Niedersachsen) und Rudi Hummel aus Rheinau. ©Elke Prehn

Sie haben den Namen Sundheims bundesweit bekannt gemacht. Und: Ohne sie gäbe es keine Hähnchenbuden. Gemeint sind die Sundheimer Hühner. Mehr als 140 Züchter kämpfen in einem Sonderverein um den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Rasse. Der Verein wird dieses Jahr 130 Jahre alt.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg beginnen einige Sundheimer Bürger, für den Straßburger Markt ein neues Masthuhn zu züchten. Als die Lokalbahn ab den 1890er-Jahren von Straßburg über Sundheim fährt, ist dies die Geburtsstunde für einen neuen Geschäftszweig: In Sundheim entstehen die ersten Hähnchenbuden. 

Weniger als 100 Zuchten weltweit

Dies ist nur eine von vielen Geschichten, die sich um das Sundheimer Huhn ranken. Die Rasse ist vom Aussterben bedroht: Es gibt weltweit weniger als 100 Zuchten. Gegen das Aussterben kämpft der Sonderverein zur Erhaltung des Sundheimer- und des Zwerg-Sundheimer Huhnes. Er wurde 1886 gegründet, also vor 130 Jahren. In dem Verein mit Sitz in Magedburg haben sich bundesweit mehr als 140 Züchter dem Erhalt der Rasse verpflichtet. 

Rudi Hummel aus Rheinau (siehe Foto) ist einer von ihnen. Er zählt zu den führenden Züchtern der Rasse, hält mehr als 70 Tiere. Mit seinen Sundheimer Hühnern ist er zwei Mal Deutscher Meister geworden: »Die Züchter des Sondervereins haben in den vergangenen fünf Jahren 1000 Bruteier abgegeben und tragen so zur Verbreitung des Sundheimer Huhnes bei«, erzählt er. 

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Friedlich, ruhig, winterhart

Rudi Hummel weiter: »Sundheimer Hühner sind friedliche, ruhige und winterharte Legehühner mit einer Legeleistung bis zu circa 200 bis 220 Eier im Jahr. Die Hähne bringen locker ein Gewicht von 3,5 Kilogramm auf die Waage. Somit kann man auf die Tötung der männlichen Küken verzichten und diese als Masttiere halten und verzehren.«

Familie Hornung

Die Geschichte des Federviehs ist eng mit der Familie Hornung verbunden. So befasste sich die Sundheimer Familie schon um 1800 mit der Zucht der Vorläufer des heutigen Sundheimer Huhns. Außerdem war sie maßgeblich beteiligt bei der Gründung des Sondervereins 1886.

Zu Zeiten des Kaiserreichs waren fast alle Sundheimer Bürger irgendwie an der Zucht, der Mast oder dem Vertrieb der Hühner beteiligt. So ist es überliefert. Heute sind es nur noch einige wenige Züchter in ganz Baden. Auch Rudi Sommer (siehe Foto) aus Sundheim zählt zu ihnen. »Es ist ein Huhn aus dem Hanauerland. Und deshalb mache ich das noch. Ich bin selbst ein geborener Sundheimer«, sagt er.

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