"Ein Bruder namens Martin"

Theaterabend in Leutesheim

Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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21. November 2017

»Hilf, heilige Anna, ich will ein Mönch werden«, rief Martin Luther bei heftigem Gewitter zu Beginn des Stückes. Im Nebel ist der diabolische Belial auf dem Altar zu erkennen. ©Ellen Matzat

Der me-mediale Theaterabend »Ein Bruder namens Martin«, genial vom »Baal-novo-Theater Eurodistrikt« präsentiert und vom Kehler Autor und Künstler Tilmann Krieg geschrieben, zog am Sonntagabend in der evangelischen Kirche in Leutesheim die Zuschauer voll in seinen Bann. Aus exzellenter Schauspielkunst sowie großartigen, passenden Filmen, Bildern und Lichtinszenierungen auf den Kirchenwänden wurde ein beeindruckendes, dramatisches und spannendes Gesamtkunstwerk. Als Kulisse und Bühne diente dabei der gesamte Kirchenraum.

Es war ein packendes und zugleich Gedanken forderndes Stück, gespickt mit theologischen Disputen, Reden, Originalzitaten und vielen Symbolen, bei dem aber auch der Humor nicht zu kurz kam. Immer wieder gab es Stellen zum Schmunzeln.
Bedrohlich erklang die Orgel, rot angeleuchteter  Nebel stieg auf, Regen prasselte, Blitze zuckten, Donner grollten und mittendrin stand der Teufel Belial (Benjamin Wendel) auf dem Altar. Luther (Hendrik Pape) kam gebeugt, mit der Kapuze über dem Kopf und aufschreiend vor Angst durch den Mittelgang gestolpert und schrie: »Hilf, heilige Anna, ich will ein Mönch werden«. Dies war der gewaltige Auftakt zu dieser sehenswerten Luther-Geschichte. Luther trat daraufhin im Juli 1505 ins Augustinereremitenkloster zu Erfurt ein und wurde ein vorbildlicher Novize, aber nicht glücklich.

Gott gefallen

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Luthers innere Zerrissenheit und Selbstzweifel konnten die Zuschauer förmlich spüren. Er wollte Gott unbedingt gefallen und so wollte er Johann von Staupitz (Guido Schumacher) bereits Gedanken beichten, die er erst noch haben werde. »Du machst die Beichtväter müde«, entgegnete dieser. Luther gegenüber stand die diabolische und stets gut gelaunte Figur Belial (Benjamin Wendel) als »Advokatus Diavoli«, der sarkastische Herr des Feuers, der über Massaker und Folterqualen der Menschheit höhnisch lachte und versuchte den Erfolg des Reformators zu zerstören. Diese Konstruktion zog sich durch das ganze Stück, ohne an Spannung zu verlieren. In den Nebenrollen glänzten Edzard Schoppmann als Melanchthon und Spalatin sowie Guido Schumacher als Kaiser Karl V und Johann Staupitz. Das Stück umfasste Luthers bedeutendste Stationen bis zum Tod und zeigte ihn auch als von Gegensätzen und Spannungen durchdrungener Mensch, der mitunter auch irdischen Gelüsten nachgab.  
Stark war auch, als Luther nach seinem Tod zum Verhör in die heutige Zeit geholt wurde. »Na Mister Luther, was würdest Du denn sagen, wenn Du die Welt heute sehen könntest? 500 Jahre sind vergangen – weit und breit kein Paradies und kein Reich Gottes.« Luther erkannte den Satan und schrie »Heb dich hinweg, Luzifer« und mit dem gemeinsam gesungenen Luther-Choral »Eine feste Burg ist unser Gott« wurde der Teufel aus der Kirche gejagt. 
Regisseurin ist Diana Zöllner, Musik und Sound kommen vom Karlsruher Schlagwerker Max Siegmund und Ben Schneider an der Orgel. 

Weitere Termine

Lahr Martinskirche 30. November, Appenweier evangelische Kirche 8. Dezember, Neuried-Altenheim evangelische Friedenskirche 16. Dezember, 
Schwanau-Nonnenweier evangelische Kirche 20. Januar, Freistett evangelische Kirche 27. Januar (alle um 20 Uhr).

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