Willstätt - Eckartsweier

Traurige Funde in Eckartsweier: zwei tote Jungstörche

Autor: 
Klaus Elff und Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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19. Mai 2020

(Bild 1/2) Storchen„Hotspot“ Eckartsweier: Storchennester finden sich in der Platane neben der Kirche, auf dem Kirchdach (Mitte) ... ©Klaus Elff

Vor der Kirche in Eckartsweier sind zwei tote Storchenküken gefunden worden. Vermutlich wurden sie von Altvögeln, die auf dem Kirchturmdach nisten, aus dem Nest geworfen.

Was viele Eckartsweierer schon lange befürchtet hatten, hat sich jetzt bestätigt: Auch in Eckartsweier wurden tote Storchenküken am Boden gefunden. Vor dem Kirchturm in der Kehler Straße lag am Freitag ein totes Tier auf der Abdeckplane, die Pfarrerin Britta Gerstenlauer gegen den Storchendreck auf die Straße gelegt hatte. Gestern lag ein weiteres Küken am Boden.

Anhaltende Trockenheit im Frühjahr

Die Befürchtungen wurden damals laut, als die große Zahl von Storchennestern auf dem Kirchdach sichtbar wurde. „Die Zahl der Jungtiere wird bestimmt vom Nahrungsangebot“, erläutert Gérard Mercier, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Kehl-Hanauerland. Zwar werden die Wiesen zwischen Kittersburg, Hohnhurst und Eckartsweier im Frühjahr gewässert, was sie nährstoffreicher macht und auch für ein gutes Nahrungsangebot sorgt. Aber die anhaltende Trockenheit im Frühjahr dürfte dennoch einen üppigen Nachwuchs bei Kriechtieren und anderen Lebewesen, die auf Adebars Speisekarte stehen, verhindert haben.

Konkurrenz nimmt zu

Denn die Konkurrenz ist in den letzten Jahren immer größer geworden. Allein rund um die Eckartsweierer Kirche wurden sieben oder acht Nester gezählt; davon allein vier auf dem Dach des Turms, ein weiteres auf dem Dach des Kirchenschiffs. Da kann es schnell passieren, dass Futter für den Nachwuchs immer schwerer zu finden ist und so manches Küken verhungern muss – zumal jetzt auch das Gras hochwächst, was die Futtersuche weiter erschwert. Hinzu kam Mitte Mai der plötzliche Wetterumschwung rund um die Eisheiligen – mit viel kaltem Regen und kalten Nächten.

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All dies hat auch anderen Storchenpaaren in der Umgegend zugesetzt. Erst kürzlich wurden tote Jungstörche in Willstätt und in Rheinbischofsheim entdeckt. Auch in Sand wurden zwei tote Jungstörche gefunden, und auch im Nest in Diersheim sind laut Mercier alle Küken verendet. 

Störche machen nicht viel Federlesens

Die Altvögel haben ein gutes Gespür, ob das Nahrungsangebot ausreicht, um die gesamte Brut (normalerweise liegen bis zu fünf Eier im Nest) durchzubringen. Wenn es nicht reicht, machen Störche in der Regel nicht viel Federlesen und werfen „überzählige“ Küken aus dem Nest, solange sie noch klein sind, um wenigstens den Rest der Brut durchbringen zu können. Der jetzt in Eckartsweier entdeckte tote Jung­storch dürfte laut Mercier etwa drei Wochen alt gewesen sein. Vermutlich stammt er aus einem der Nester auf dem Kirchturmdach; genaueres kann Mercier jedoch nicht sagen. 

Gefahr droht dem Storchennachwuchs auch, wenn den Altvögeln etwas zustößt – etwa wenn einer der Altvögel sich bei einem Unfall verletzt oder gar stirbt. Oft komme es dann vor, dass der andere Altvogel die Brut verlässt, weil er allein mit der Aufzucht des Nachwuchses überfordert wäre.

Storchenjahr 2020 wird wohl nicht gut

Wie viele Jungvögel des Jahrgangs 2020 durchkommen, lässt sich laut Mercier nicht genau vorhersagen. Aber schon 2019 war kein gutes Storchenjahr, sagt er, und dieses Jahr dürfte die Quote der Küken, die das Erwachsenenalter erreichen, nicht viel besser aussehen. 

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