Kehl

Trecker im Festornat rollen durch Kehl

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 4 Minuten
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06. Dezember 2021
Mit der ihnen innewohnenden eigenen Schönheit rollten die geschmückten Traktoren durch Kehl, Willstätt und Rheinau und sorgten für Aufsehen.

Mit der ihnen innewohnenden eigenen Schönheit rollten die geschmückten Traktoren durch Kehl, Willstätt und Rheinau und sorgten für Aufsehen. ©Ellen Matzat

Am Wochenende tuckerte bereits zum zweiten Mal ein Traktorkonvoi unter dem Motto „Ein Funken Hoffnung“ mit Weihnachtsbeleuchtung durch Kehl und Willstätt und durch Rheinau.

„Aufsitzen“ war an beiden Tagen das Startkommando des leuchtenden Landmaschinenkonvois. Am Samstag setzte er sich mit acht Fahrzeugen am Sundheimer Flugplatz in Bewegung. Ziele waren das Dr. Friedrich-Gerold-Haus, das Seniorenzentrum am Wasserturm, das Ortenau Klinikum, die Seniorenresidenz an der Kinzigallee sowie in Kork die Diakonie, das Sonnenhaus und Betreute Wohnen Am Tankgraben. Am Sonntag starteten zehn Weihnachtstraktoren am Sportplatz in Querbach und beglückten neben großen und kleinen Traktorfans, die winkend am Straßenrand standen, die Bewohner in der Seniorenresidenz Alte Mühle in Bodersweier und in der AWO Seniorenresidenz Hanauerland in Rheinau-Freistett. Die Polizei begleitete den Korso an beiden Tagen bis zum ersten Halt.

Mit der bundesweiten Aktion wollten die Landwirte etwas Gutes für die vom Corona-Lockdown geplagten Leute tun sowie auf die weiterhin angespannte Situation der Landwirtschaft aufmerksam machen. Die beiden regionalen Fahrten organisierte Eva Ehrhardt aus Odelshofen mit Marcel Körner aus Rheinau-Linx, der schnell dafür begeistert werden konnte. Zusammengetrommelt wurde die Truppe via WhatsApp.

„Umso mehr, desto besser – der Konvoi muss Eindruck machen, sonst bringt es nichts“, erklärte ein Hobby-Landwirt aus Leutesheim mit Spaß an der Landwirtschaft, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte, seine Teilnahme. „Ich fahre mit, damit die Landwirtschaft wieder an Präsenz gewinnt und aus dem negativen Spektrum herauskommt“, erklärte Landmaschinenmechaniker und Hobby-Landwirt Kim Seiler aus Legelshurst, der schon das zweite Mal mitfährt. Am Wichtigsten war ihm allerdings das Leuchten der Kinderaugen in der Korker Diakonie. „Es ist einfach schön, wenn man Menschen, denen es nicht so gut geht, ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, freute er sich.

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Solidarität und Zusammenhalt waren für Bianca Körner Gründe fürs Mitmachen. Ihre Familie beteiligte sich an beiden Tagen mit zwei Traktoren. Sohn Marcel sorgte mit seiner melodiösen Hupe dafür, dass man den weihnachtlichen Zug schon von weitem kommen hören konnte. Zum Schmücken benötigte die Familie zu Dritt vier Stunden. Vater Uwe Körner bedauerte allerdings, dass sich niemand von den großen Landwirten beteiligte.

„Die bundesweite Aktion rief Markus Wipperführth 2020 ins Leben. Der 4. Dezember wurde dieses Jahr gewählt, weil an diesem Tag 1500 Ersthelfer mit ihren geschmückten Traktoren ins Ahrtal zurückkehrten, um einen Funken Hoffnung zu bringen“, erklärte Eva Erhardt vor Ort. Des Weiteren gehe es ihr um das Image der Bauern, die oft als die Bösen und Umweltvergifter dargestellt werden würden. „Das sind wir nicht, denn wir vererben unser Land von einer Generation zur nächsten und möchten es gesund pflegen“, betonte sie. Der Funken Hoffnung, den man an den beiden Abend in die Bevölkerung trage, solle zeigen, dass es nur miteinander und nicht gegeneinander gehe. „Wir wollen nicht nur die bösen, lauten Traktoren sein, die mit ihren Hängern die Straßen blockieren – wir machen das für die Bevölkerung“, verdeutlichte die Landwirtin.

Mit den weihnachtlich geschmückten Traktoren wolle man den Leuten mit etwas Schönem zeigen, dass man gerne für sie da sei und gerne täglich 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche für sie arbeite. Ihre Gruppe fuhr gezielt Seniorenheime an, um den Senioren, denen wegen Corona die Besuche wieder eingeschränkten wurden, eine Freude zu machen und einen Funken Hoffnung zurückzugeben. Allerdings wurde durch die Witterungsverhältnisse die Maisernte nach hinten verschoben, so dass viele Kollegen aktuell noch in der Ernte stecken. „Sonst wären wir sicher mehr“, ist sich Erhardt sicher. Am kommenden Wochenende will der weihnachtliche Korso, eventuell mit Oldtimern, die südlichen Kehler Gemeinden und Neuried besuchen.

Mit der Erfahrung von 2020 benötigte Erhardt diesmal nur noch eine Stunde, um ihren Traktor mit 50 Metern Lichterkette und 50 Metern Lichtdraht zu schmücken. „Zusätzlich habe ich zwei Rollen Tesafilm und 50 Kabelbinder als Sicherung verbaut, denn keiner will, dass wegen ihm der Tross stehen bleibt“, schmunzelte sie.

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